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Periodical volume 26. März 1881, Nr. 26

Full text: Der Bär Issue 7.1881

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zu Hilfe, und so gelang es ihm, das Kunstwerk rechtzeitig fertig 
zu stellen. Der Humor der Weltgeschichte fehlt aber auch bei dieser 
Affaire nicht. An der Kaiserkrone wäre die rechtzeitige Fertig 
stellung des heraldischen Decorationsstückes doch noch gescheitert, 
wenn es dem jungen Manne nicht gelungen wäre, in das Herz 
einer französischen Putzmacherin Bresche zu legen. Diese übernahm 
es, die Perlen, Fischschuppen, Tuchstückchen rc., welche die Edelsteine 
in der Kaiserkrone markiren sollten, herbeizuschaffen und sauber 
aufzunähen. Und so hat seltsamer Weise eine Französin an der 
Herstellung - des ersten deutschen Kaiseradlers mitgewirkt. Der Ent 
wurf zu demselben stammte vom Grafen Harrach, nach deffen 
Zeichnung das Ganze getreu gearbeitet wurde. Der Verfertiger 
des Wappens aber lebt heute noch vergnügt und froh in unserer 
Mitte. Es ist der Kaufmann Karl L. Magnus, Dresdener- 
straße 56. Es fehlt nun blos noch zur Vervollständigung des 
historischen Materials der Name jener entsagungsvollen Französin, 
welche dem „Prussien" zu Liebe, ohne es zu ahnen, ihre Mitwirkung 
zur Herstellung eines historischen Schaustückes lieh, dem der Deutsche 
Kronprinz mit eigener Hand sein Nationale eingezeichnet hat. 
Hoffmanns Unterricht von natürlichen Dingen, Halle 1809, Sechs 
zehnte Auflage p. 219", woselbst zu lesen: „Der Admiral hat 
schwarze und weißgefleckte Flügel, er heißt auch 980-Vogel, weil 
man auf den Flügeln Zeichen findet, die dieser Zahl ähnlich 
scheinend" Ich bemerke dazu noch weiter. In der Elementar 
schule, welche ich besuchte, wurde gelehrt: „Der Admiral trägt die 
Jahreszahl". Protestirten wir hiergegen, so las der Lehrer uns 
vor, links deutlich 18, rechts die Zahl undeutlich, also achtzehn 
hundert und . . . . ? Noch anders wurde gedeutet 1-1-8 links 
— 9. Ebenso rechts 8+1 = 9, zusammen 18. Die besondere 
Bedeutung, welche diese Zahl wieder haben sollte, will ich hier 
nicht weiter hersetzen. Ihr ergebenster 8." 
Soweit die Zuschrift. Für mich intereffant war dies, daß 
man auch schon vor dem Jahre 1881 die Zahl, welche sich auf 
den Flügeln des Admiral befindet, als 18 links und 81 rechts las, 
und zwar gleichgültig, ob man vom Kopf des Vogels aus oder 
nach dort hin liest, immer heißt die Zahl 18—81. Was sagen 
Brehm, Ramann und die anderen Schmetterlings-Weisen dazu? 
Per Admiral mit der Jahreszahl 1881. (Siehe Illustration 
Seite 260.) Verschiedene Zuschriften wollen mich belehren, daß die 
Zahl, welche auf den Flügeln dieses farbenprächtigen Falters steht, 
5885 lautet; ich kann das nicht einsehen, sondern lese sowohl auf dem 
vor mir liegenden Original wie auf unserer Abbildung 18—81. 
Ich möchte bitten, daß eine fachkundige Autorität sich darüber 
äußert. Ich erhalte dann noch die nachstehende, denselben Gegen 
stand berührende Zuschrift: 
„Wir haben von jeher sowohl in der Priegnitz wie in Pots 
dam den „Admiral" den Neunhundertundachtzigvogel ge 
nannt und findet stch die Zahl 980 auf dessen Unterflügeln ver 
zeichnet." Parallel hiermit präsentirt mir (dem Brieffchreiber) der 
Eantor Bensch in Seedorf „I. Chr. W. Nicolai, Johann Georg 
Briefkasten. 
An unsere Brieffchreiber. Wiederholt ersuche ich, bei Anfragen rc. 
die Postadreffe angeben zu wollen, damit ich im Stande bin, direkt zu 
antworten, wenn das nothwendig. 
Ein Frager. Es wäre gewiß interessant die Führer rechts und 
links in dem jetzt wogenden Berliner Stadtkampfe in den Portraits 
kennen zu lernen. 
Inhalt. 
Lottchen Lindholz von Ludovika Hesekiel (Fortsetzung). Fürst 
Bismarck (mit Portrait). Acht Jahre am Hofe des Prinzen Heinrich 
(Fortsetzung). Miscellen: Berliner Badestuben und die Straße „am 
Krögel"; Photographien von Primkenau; Der Kaffee des Leiermanns im 
Berliner Thiergarten (mit Abbildung); Der erste deutsche Reichsadler 
(mit Abbildung); Der Admiral mit der Jahreszahl 1881. Briefkasten. 
Inserate. An unsere Leser.— 
Hallbcrger's „Weber Land und Weer" 
bringt in seinen neuesten Nummern wieder viel 
Schönes und Interessantes, reichen Unterhaltungs- 
und Belehrungsstoff, als: Die Heimathlosen. 
Novelle von Emile Mario Bacano. — Fe 
bruar. Gedicht von Emil Rittershaus. 
(M. Jll. von H. Giacomelli.) — Die Perle 
des heiligen Agapetus. Novelle von Daniel 
Reefen. — Der harmlose Krieg. Nach einem 
Gemälde von Leopold Horowicz. — Mata 
Florida. Bon Paul von Weilen. — Bilder 
aus Montenegro und Dalmatien. Stach der 
Statur gezeichnet von Professor C. Häberlin. 
— Die Dampfhacht „Livadia". Bon Max 
Wirth. — Im Hofe des Klosters San Fran 
cesco in Assisi. Nach einem Gemälde von 
11. Ribustini. — Originalität. Skizze von 
Ernst Eckstein. — Am Klavier. Stach einem 
Gemälde von Ludwig Herterich. — Im 
Schlitten. Eine Geschichte aus Galizien von 
Sacher-Masoch. (M. Jll. von A. W. Ko 
walski.) — Der Staatsanwalt. Erzählung 
Von Hans Wachenhusen. — Gotthold Ephraim 
Lessing. Zeichnung von R. Huthstciner. — 
Sonntagnachmittagsgespräche über Krieg und 
Kriegführung Von C. Frhr. v. d. Goltz. — 
Van Dyk malt die Kinder Karins I. Nach einem 
Gemälde von B. Giuliano. — Der Karneval 
in Neapel. Von W o l d e m a r K a d e n. (M. Jll.) 
— Die Loreley. Novelle von Moritz v. Rei 
chenbach. — Lockvögel. Gedicht von Emile 
Erhard. (M. Jll. von K. Kogler.) — Epi 
gramme. Bon H, ° Littau er. — Aus dem 
Musikleben der Gegenwart. Von H. Ehrlich. 
— Das Kloster San Pablo in Valladolid. (M. 
Jll.) — Tragische Geschichte von Jakob, dem 
Kolkraben. 18 Bilder von A. Hölzgen. — 
Notizblätter. — Schach u. s. w. 
Conrad Sauerwald, 
Lcipzigcrstr. 20, zwischen Friedrich- u. Mauerstr. 
Gegr. 1849. (105) 
Fächerfabrik. Größtes Lager sämmtlicher Nou- 
veautös in Fächern jeden Genres von 1 bis 
über 300 Jl Federsächer, seidene Fächer ec. 
Melier für Reparaturen. Feine Bijouterien: 
Jet, Simili-Brillanten, Silberschmuck rc. 
Broncen- und Ledertvaaren. 
Der 
Zeitungs-Verkauf 
in den 
Trinkhallen 
[106] 
ist wieder eröffnet. 
Die neuesten Nummern aller 
Berliner Zeitungen, Journale und 
Witzblätter. 
Preis-Courant in jeder Halle. 
Preis der einzelnen Nummer 
der illustrirten Berliner Wochen 
schrift „Der Bär“ 20 Pf., 
des einzelnen Heftes der 
„Deutschen Rundschau“ 2 Mark. 
An unsere Leser! 
Mit der nächsten Nummer 27 beginnt das dritte Quartal*dcs laufenden Jahrganges. Wir ersuchen daher diejenigen unserer Leser, 
tvelchc ihr Abonnement noch nicht erneuert haben, dies baldmöglichst bewerkstelligen zu wollen, damit keine Unterbrechung in der Zusendung entstehe. 
Die nächstfolgenden Stummem enthalten außer dem Schluffe des Hesckicl'schen Romans die sehr interessante größere Erzählung „Aus 
einem alten Berliner Kausmannshause", eine Geschichte vom Anfang unseres Jahrhunderts, ferner die Fortsetzung der Memoiren 
„Acht Jahre am Hofe des Prinzen Heinrich." Von weiteren Aufsätzen erwähnen wir: „Die Geschichte des Friedrich-Wilhelmstädtischen Theaters", 
„Die Gestaltung einer zukünftigen Industrieausstellung in Berlin von Fritz Kühnemann", „Friedrich Hitzig und der Umbau des Zeughauses", 
„Schloß Primkenau", „Friedrich Schinkels Bedeutung für Berlin", „Bonmots, Anekdoten und Charakterzüge aus dem Leben König Friedrich Wil 
helms IV.", „Etwas von den Ziegeleien in der Mark Brandenburg" rc. rc. 
Die Expedition des „Äür", Berlin W., Lützowstraße 7. 
liniK 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Emil Dominxt in Berlin W. — Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. — 
Druck: W. Moeser Hofbuchdruckerei in Berlin 8. — Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt.
        
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