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Periodical volume 26. Februar 1881, Nr. 22 Abbildung: Die Auffahrt des deutschen [Kaisers]. Zeichnung von H. Lüders

Full text: Der Bär Issue 7.1881

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„Der Schloßpfarrcr drs 
Kaisers." 
(Hierzu Portrait Seite 261.) 
Nor wenigen Wochen 
brachte der Staatsanzeiger 
den Königlichen Erlaß, wonach 
der Hof- und Domprcdiger, 
Gencralsuperintendcnt der 
Kurmari, Lberconsistorialrath 
Or. Kögel in Berlin zum 
Ober - Hofprediger mit 
zuschließen, ein die bestehende Konzession ablösendes Abkommen, schäften, Pferdebahnen und Omnibus nach altem Muster, und ein 
(etwa auf Grund der letztjährigcn Dividenden oder auf andere für den Verkehr recht lästiges buntes Gemisch der verschiedenartigsten 
passend erscheinende Art) zu treffen- sein. Jedenfalls ist gerade jetzt Straßcnbausystcmc, Stein, Holz, Klinker, Eisenpflastcr, Asphalt K. 
der Zeitpunkt gekommen, Klarheit in die ganzen Verhältnisse zu überliefert wird, ein Zustand, woran die folgende Generation 
bringen, damit nicht dem zukünftigen Berlin ein Durcheinander sonderliche Freude nicht haben kann, und bei dem die eminent 
halb leistungsfähiger, halb nicht leistungsfähiger Transportgesell- wichtige Aufgabe, die Verkehrsverhältnisse der Stadt auf möglichst 
großstädtische und zugleich 
wohlfeile Art zu regeln, nicht 
ganz richtig gelöst ist. 
Die geschäftliche Behand 
lung des Gegenstandes ist 
allerdings dadurch etwas kvm- 
plizirter Art, daß zwei Be 
hörden auf unseren Straßen 
herrschen, der Blagistrat als 
Besitzer des Straßenpflasters, 
das Polizei-Präsidium als 
Dirigent des öffentlichen Fuhr 
wesens ; Verfasser glaubt aber, 
daß beide Behörden sich 
gleichzeitig für die Ausbil 
dung sämmtlicher wichtigerer 
Straßen der Innenstadt 
Berlin als Asphalt- oder 
theilweise als Holzstraßen ohne 
Geleise erwärmen werden, der 
Blagistrat wegen der erheb 
lichen finanziellen Vortheile 
dieses Systems, das Polizei- 
Präsidium wegen der dadurch 
gewonnenen größeren Leich 
tigkeit, den Verkehr in allen 
Stadtthcilen in engen und 
breiten Straßen den Interessen 
des Publikums entsprechend in 
organischer Weise zu regeln. 
In welcher Art aber das 
Publikum entscheiden würde, 
wenn ihm die Wahl ge 
lassen würde, entweder durch 
weg Straßen mit Pferdebahn 
anlagen aber unter Belastung 
der jetzigen Pflasterung, oder 
aber durchweg asphaltirte 
Straßen mit einem guten 
Omnibus als Transportwa 
gen darauf zu erhalten, dar 
über ist Verfasser nicht zwei 
felhaft.
        
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