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Band 19. Januar 1881, Nr. 21

Volltext: Der Bär (Public Domain) Ausgabe 7.1881 (Public Domain)

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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Emil Dominik in Berlin W. — Mitherausgeber: Ernst Friede! in Berlin N. W. 
Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. — Druck: W. Mörser Hofbuchdruckerei in Berlin 8. 
Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. 
Und ich meine, ganz gewiß „nicht umb sunst" trägt der 
Schmetterling seit Anbeginn der Welt unsere Jahreszahl. 
Sollte dieses Naturwunder „von einem schwarzen Jahre 1881" 
den französischen Minister des Auswärtigen, Monsieur Barthelemy- 
Saint, Hilaire, veranlaßt haben, seine düstere Prophezcihung von 
einem allgemeinen Wcltcnbrande nach Athen zu schreiben? Oder 
ist 1881 das allerbeste Weinjahr aller Jahrtausende? Oder — doch 
ich bitte die freundlichen Leser, selber ein wenig nachzudenken, was 
diese Schinetterlingsprvphezcihung zu bedeuten haben wird. O. 
Literatur. 
Gothaischer Genealogischer Hofkalcnder nebst diplomatisch- 
statistischem Jahrbuch 1881. Hundertundachtzehnter Jahrgang, 
Gotha, Verlag von Justus Perthes. Die Redaktion dieses 
vortrefflichen Jahrbuchs liegt in den Händen der Herren A. Nie- 
mann (Genealogie und diplomatisches Jahrbuch), sowie von 
E. Behm und F. von Stein (für das statistische Jahrbuch), die 
dieses vorzügliche Buch wieder mit derjenigen Gewissenhaftigkeit 
bearbeiteten, welche die Pcrthes'schen 
Kalender im Laufe der vielen Jahre 
ihres regelmäßigen Erscheinens zu un 
entbehrlichen Hülfsbüchern gemacht 
hat. Wo das Buch noch nicht ein- 
geführt ist, bei allen größeren Behörden, 
in größeren Comtoiren, in wohlhaben 
den Privathäusern, da machen wir hier 
mit auf das Erscheinen des neuen Jahr 
gangs aufmerksam. Geschmückt ist der 
diesjährige Jahrgang mit den vortreff 
lich ausgeführten Stahlstichportraits von 
Auguste Victoria, Prinzessin von 
Schleswig-Holstein, von Prinzessin 
Stephanie, Tochter des Königs der 
Belgier, Carl Egon, Fürst zu Fürsten- 
bcrg und von Rt. Hon. W. E. Gladstone, Kanzler der Schatz 
kammer des Britischen Reichs. 
Die Hohenzollcrn und das Deutsche Vaterland von Dr. Graf 
Stillfried-Alcüntara und Professor E>r. Bernhard Kuglcr 
nennt sich ein Prachtwerk, dessen erste Lieferung soeben ausgegeben 
ist und das in Großfolioformat in 25 Lieferungen zu zwei Mark 
bei Friedrich Bruckmann in München erscheinen wird. Auch 
eine „Fürstenausgäbe" soll von diesem Werke herauskommen, 
deren einzelne Lieferung den Preis von zehn Mark betragen wird. 
Wir kommen in einer späteren Nummer noch einmal ausführlich 
aus dieses Werk zurück, von dem wir bis dahin nur den Prospekt 
erhalten haben. — 
Eine Weltausstellung in Berlin, von Albert Brockhoff, 
Verlag von Oswald Seehagen, Berlin. Ein empfehlenswerthes 
Schriftchen, das gegen einen der Herren Angstmeier vor einer 
Berliner Weltausstellung, gegen Herrn K. Lüders, gerichtet ist. 
Die Schlußworte der Schrift will ich noch hierhersetzen: „An 
Deutschland ist die Reihe, die Völker zu empfangen; wir sind dies 
auch dem Interesse unseres überseeischen Handels schuldig. Ber 
lin, die jüngste der Reichshauptstädte, muß internatio 
nalen Cercle halten. Der Einheitsgedanke wird dadurch in 
Deutschland neue Stärkung cinpfangen. Berlin wird alte Bor- 
urtheile, die gegen das ehemalige wendische Fischerdorf be 
stehen, zerstreuen, es wird selbst die Reste seiner klein 
bürgerlichen Vergangenheit abschütteln und sich als 
Weltstadt fühlen lernen". 
Der „Admiral" mit der Jahreszahl 1881. 
(Siehe Seite 259.) 
Briefkasten. 
E. Handtmami. Man sagt mir, daß 
man in Süddeutschland die sogenannten 
„Schwipschwäger" und Schwägerinnen 
„Schwiegschwäger" (verschwiegerte Schwä 
ger) heutigen Tags noch nenne. Und da 
scheint es mir, daß unser hiesiges „Schwip" 
aus dem richtigeren „Schwieg" entstanden sei. 
Herrn H. B. ad 1. Ja; ad 2. der 
große Stein, welcher seit etwa 30 Jahren 
an der Schloßbrücke dem Zeughause gegen 
über liegt, soll zu Schisse angekommen'und 
zu baulichen Zwecken (Thaer?) bestimmt ge 
wesen sein. Merkwürdig, daß die Po 
lizei ihn als herrenloses Gut dort 
liegen läßt. Oder kennt Jemand unserer 
Leser den Besitzer? 
Inhalt. 
Lottchen Lindholz, eine Berlinische Geschichte aus dem 17. Jahr 
hundert von Ludovica Hesekiel (Fortsetzung). Acht Jahre am Hof 
des Prinzen Heinrich (1770—1778), aus den Memoiren eines alten 
Franzosen, deutsch bearbeitet von Ernst Breest (Fortsetzung). Die zu 
künftige Entwickelung der Berliner Verkehrsverhältnifse (Straßenbahn- 
und Omnibuswesen) von E. Dietrich (Fortsetzung). Die Panke. Max 
von Forckenbeck, Oberbürgermeister von Berlin (mit Portrait). M i s c e l l en: 
Die lange Brücke und das Berliner Schloß (mit Illustration); Büchting- 
scher Anekdotenjäger; Die zweite Berliner Ringbahn; Der Admiral mit 
der Jahreszahl 1881 (mit Abbildung). Literatur: Gothaischer Genea 
logischer Hofkalender; Die Hohenzollern und das deutsche Vaterland; 
Eine Weltausstellung in Berlin. Briefkasten. Inserate. 
Soeben erschien im Verlage von 
Gebr. Paetel: 
Naturwissenschaftliche 
Thatsachen 
und 
Probleme. 
Populäre Vor-träge 
von 
W. Prever, 
Professor der Physiologie und Director des Physiologischen 
Instituts der Universität Jena. 
Vor Kurzem erschienen in unserem Ver 
lage in fünfter, vermehrter Auflage: 
Jürilrt mnl IWidjrtr 
von 
Julius Hlodenverg. 
Preis elegant gebunden mit Goldschnitt 
t> Mark. 
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. 
Berlin, im Februar 1881. 
Gebrüder Paetel. 
Im Verlage von Eduard Hallbergcr in 
Stuttgart und Leipzig ist erschienen und durch 
alle Buchhandlungen zu beziehen: 
Im Spiegel. 
Roman von 
Emile Erhard. 
Preis broschirt Jl 4.; fein gebunden Jl 5. 
Der Verfasser von „Ruth", welcher sich mit diesem Roman 
sofort in die erste Reihe der Erzähler stellte, hat in seiner 
neuen Dichtung wieder den großen Reichthum an Phantasie, 
die tiefe Kenntniß des modernen Gesellschaftslebens, die aN- 
muthige Art des Erzählens, die seinen ersten Schritt in die 
Literatur kennzeichneten, in glänzendster Weise bewährt. Das 
Geheimniß, das ein Spiegel enthüllt, bildet den reizvollen 
und solgereichen Ausgangspunkt der verwickelten Geschichte, 
die namentlich die Frauen fesseln wird, wie schon die „Ruth" 
ihr Interesse für den Verfasier in so überraschender Weise 
rege machte.
	        
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