260
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Emil Dominik in Berlin W. — Mitherausgeber: Ernst Friede! in Berlin N. W.
Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. — Druck: W. Mörser Hofbuchdruckerei in Berlin 8.
Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt.
Und ich meine, ganz gewiß „nicht umb sunst" trägt der
Schmetterling seit Anbeginn der Welt unsere Jahreszahl.
Sollte dieses Naturwunder „von einem schwarzen Jahre 1881"
den französischen Minister des Auswärtigen, Monsieur Barthelemy-
Saint, Hilaire, veranlaßt haben, seine düstere Prophezcihung von
einem allgemeinen Wcltcnbrande nach Athen zu schreiben? Oder
ist 1881 das allerbeste Weinjahr aller Jahrtausende? Oder — doch
ich bitte die freundlichen Leser, selber ein wenig nachzudenken, was
diese Schinetterlingsprvphezcihung zu bedeuten haben wird. O.
Literatur.
Gothaischer Genealogischer Hofkalcnder nebst diplomatisch-
statistischem Jahrbuch 1881. Hundertundachtzehnter Jahrgang,
Gotha, Verlag von Justus Perthes. Die Redaktion dieses
vortrefflichen Jahrbuchs liegt in den Händen der Herren A. Nie-
mann (Genealogie und diplomatisches Jahrbuch), sowie von
E. Behm und F. von Stein (für das statistische Jahrbuch), die
dieses vorzügliche Buch wieder mit derjenigen Gewissenhaftigkeit
bearbeiteten, welche die Pcrthes'schen
Kalender im Laufe der vielen Jahre
ihres regelmäßigen Erscheinens zu un
entbehrlichen Hülfsbüchern gemacht
hat. Wo das Buch noch nicht ein-
geführt ist, bei allen größeren Behörden,
in größeren Comtoiren, in wohlhaben
den Privathäusern, da machen wir hier
mit auf das Erscheinen des neuen Jahr
gangs aufmerksam. Geschmückt ist der
diesjährige Jahrgang mit den vortreff
lich ausgeführten Stahlstichportraits von
Auguste Victoria, Prinzessin von
Schleswig-Holstein, von Prinzessin
Stephanie, Tochter des Königs der
Belgier, Carl Egon, Fürst zu Fürsten-
bcrg und von Rt. Hon. W. E. Gladstone, Kanzler der Schatz
kammer des Britischen Reichs.
Die Hohenzollcrn und das Deutsche Vaterland von Dr. Graf
Stillfried-Alcüntara und Professor E>r. Bernhard Kuglcr
nennt sich ein Prachtwerk, dessen erste Lieferung soeben ausgegeben
ist und das in Großfolioformat in 25 Lieferungen zu zwei Mark
bei Friedrich Bruckmann in München erscheinen wird. Auch
eine „Fürstenausgäbe" soll von diesem Werke herauskommen,
deren einzelne Lieferung den Preis von zehn Mark betragen wird.
Wir kommen in einer späteren Nummer noch einmal ausführlich
aus dieses Werk zurück, von dem wir bis dahin nur den Prospekt
erhalten haben. —
Eine Weltausstellung in Berlin, von Albert Brockhoff,
Verlag von Oswald Seehagen, Berlin. Ein empfehlenswerthes
Schriftchen, das gegen einen der Herren Angstmeier vor einer
Berliner Weltausstellung, gegen Herrn K. Lüders, gerichtet ist.
Die Schlußworte der Schrift will ich noch hierhersetzen: „An
Deutschland ist die Reihe, die Völker zu empfangen; wir sind dies
auch dem Interesse unseres überseeischen Handels schuldig. Ber
lin, die jüngste der Reichshauptstädte, muß internatio
nalen Cercle halten. Der Einheitsgedanke wird dadurch in
Deutschland neue Stärkung cinpfangen. Berlin wird alte Bor-
urtheile, die gegen das ehemalige wendische Fischerdorf be
stehen, zerstreuen, es wird selbst die Reste seiner klein
bürgerlichen Vergangenheit abschütteln und sich als
Weltstadt fühlen lernen".
Der „Admiral" mit der Jahreszahl 1881.
(Siehe Seite 259.)
Briefkasten.
E. Handtmami. Man sagt mir, daß
man in Süddeutschland die sogenannten
„Schwipschwäger" und Schwägerinnen
„Schwiegschwäger" (verschwiegerte Schwä
ger) heutigen Tags noch nenne. Und da
scheint es mir, daß unser hiesiges „Schwip"
aus dem richtigeren „Schwieg" entstanden sei.
Herrn H. B. ad 1. Ja; ad 2. der
große Stein, welcher seit etwa 30 Jahren
an der Schloßbrücke dem Zeughause gegen
über liegt, soll zu Schisse angekommen'und
zu baulichen Zwecken (Thaer?) bestimmt ge
wesen sein. Merkwürdig, daß die Po
lizei ihn als herrenloses Gut dort
liegen läßt. Oder kennt Jemand unserer
Leser den Besitzer?
Inhalt.
Lottchen Lindholz, eine Berlinische Geschichte aus dem 17. Jahr
hundert von Ludovica Hesekiel (Fortsetzung). Acht Jahre am Hof
des Prinzen Heinrich (1770—1778), aus den Memoiren eines alten
Franzosen, deutsch bearbeitet von Ernst Breest (Fortsetzung). Die zu
künftige Entwickelung der Berliner Verkehrsverhältnifse (Straßenbahn-
und Omnibuswesen) von E. Dietrich (Fortsetzung). Die Panke. Max
von Forckenbeck, Oberbürgermeister von Berlin (mit Portrait). M i s c e l l en:
Die lange Brücke und das Berliner Schloß (mit Illustration); Büchting-
scher Anekdotenjäger; Die zweite Berliner Ringbahn; Der Admiral mit
der Jahreszahl 1881 (mit Abbildung). Literatur: Gothaischer Genea
logischer Hofkalender; Die Hohenzollern und das deutsche Vaterland;
Eine Weltausstellung in Berlin. Briefkasten. Inserate.
Soeben erschien im Verlage von
Gebr. Paetel:
Naturwissenschaftliche
Thatsachen
und
Probleme.
Populäre Vor-träge
von
W. Prever,
Professor der Physiologie und Director des Physiologischen
Instituts der Universität Jena.
Vor Kurzem erschienen in unserem Ver
lage in fünfter, vermehrter Auflage:
Jürilrt mnl IWidjrtr
von
Julius Hlodenverg.
Preis elegant gebunden mit Goldschnitt
t> Mark.
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen.
Berlin, im Februar 1881.
Gebrüder Paetel.
Im Verlage von Eduard Hallbergcr in
Stuttgart und Leipzig ist erschienen und durch
alle Buchhandlungen zu beziehen:
Im Spiegel.
Roman von
Emile Erhard.
Preis broschirt Jl 4.; fein gebunden Jl 5.
Der Verfasser von „Ruth", welcher sich mit diesem Roman
sofort in die erste Reihe der Erzähler stellte, hat in seiner
neuen Dichtung wieder den großen Reichthum an Phantasie,
die tiefe Kenntniß des modernen Gesellschaftslebens, die aN-
muthige Art des Erzählens, die seinen ersten Schritt in die
Literatur kennzeichneten, in glänzendster Weise bewährt. Das
Geheimniß, das ein Spiegel enthüllt, bildet den reizvollen
und solgereichen Ausgangspunkt der verwickelten Geschichte,
die namentlich die Frauen fesseln wird, wie schon die „Ruth"
ihr Interesse für den Verfasier in so überraschender Weise
rege machte.