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Periodical volume 12. Februar 1881, Nr. 20

Full text: Der Bär Issue 7.1881

<5 Unter Mitwirkung von: C. Alfieri, Prof. Dr. Georg Süchmann, Prof. Dr. p. Lassei, Stadtarchivar Fidicin, Theodor Fontane, 9 
VII. Jlthraann. ?> tudovica yesekiei, Dr. 0. Horn, Dr. Hermann ßlcthe, Ferd. Melier, Dr. Ferd. Pflug, Dr. H. pröhie, Direktor Wilhelm Achwartz (: &« tv t 
(- in Posen, Archidiakonus Lchwebel in Cüstrin, Stadtrath Adolf §treckfuß, Heinrich Wagener in Potsdam rc. << den 1^. Februar 
r ' ' >> herausgegeben von Ernst Friedel und Emil Dominik. 1881. 
Die Zeitschrift erscheint wöchentlich regelmäßig am Sonnabend, kostet vierteljährlich 2 Mark, und ist durch alle Buchhandlungen, Zeitungsspeditionen und Postämter, sowie durch 
die Expedition, Berlin W., Lützowstraße 7, zu beziehen. — Literarische Beiträge sind an die Redaction des „Bär", Berlin W., LUtzowstraße 7, zu senden. — Inserate, pro 
2gesp. Petitzeile 40 Pfg., werden von allen Annoncenexpeditionen sowie von der Verlags-Buchhandlung entgegengenommen. 
Lottchen Lindholz. 
Eine Berlinische Geschichte aus dem 17. Jahrhundert von Luilovica lirsefuet. (Fortsetzung.) 
Die beiden Lindholze waren unterdessen bis zur Ecke der 
Georgen- und Spandauerstraße gelangt; hier erhob sich ein statt 
liches Gebäude von drei 
Geschossen, das ein rundes 
Thürmchen mit einer 
Wetterfahne krönte. Eine 
beträchtliche Anzahl von 
Menschen hatte sich hier 
trotz des kalten Winter 
tages versammelt, und 
noch immer kamen sie 
aus der Georgen- und 
der Spandauerstraße in 
Hellen Haufen herbei. 
Man wollte die neu ge- 
wählten Rathsherren se 
hen, deren Bestätigung 
durch den Kurfürsten alle 
mal ain Thoinastage 
öffentlich verlesen wurde. 
Sie kainen denn auch 
langsam und feierlich 
her und das Volk machte 
seine nicht immer zarten, 
aber meist treffenden Be 
merkungen über jeden 
Einzelnen. 
„Seht den dicken 
Reez," hieß es da, „der 
trägt schwerer an seinen 
Bauch als an seiner gol 
denen Kette." 
„Wie stolz der alte 
Döring aussieht," klang 
es dort, „ und wie 
vergnügt, aufs Nathhaus 
folgen." 
Friedrich Haasr als „üönigslieutrnant". (Siehe Seite 246.) 
darf 
ihm fein Weib nicht 
„Da ist auch Fritze 
Weiler, der freut sich 
wieder mal, daß das 
Pulver schon erfunden 
ist." 
„Warum freut er 
sich denn darüber!" fragte 
eine naive Magd vom 
Lande, die noch nicht 
lange in der Stadt war. 
„Weil er ganz genau 
weiß, daß ers doch nicht 
erfände." 
„Stille, da kommt 
der Wegel, der Raths- 
Herr ans dem Sprich 
wort." 
„Was ist denn das 
nun wieder!" fragte 
abermals die Magd. 
„Kennst bu das 
Sprichwort nicht, hüb 
sche Mine, die Raths- 
herren sind immer am 
klügsten, wenn sie vom 
Rathhaus kommen." 
„Michel Baake, Mi 
chel Baake," jubelte es 
plötzlich und der also An 
gerufene winkte freundlich 
mit der Hand. 
„Michel Baake, der 
Armenvater," klang es
        
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