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Periodical volume 15. Januar 1881, Nr. 16

Full text: Der Bär Issue 7.1881

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II. 
„Befehlen Wir Unserer Chur-Märkischen Kriegs- und Domainen- 
Kammer, Land- und Steuerräthen, Beamten und Magisträten bei 
Vermeidung Unsre höchsten Ungnade und schwersten personellen 
Strafe", daß sie darauf halten, daß alle Felder besäet werden. 
Besonders sollen die Land- und Steuerräthe, recht ins Detail 
gehen, „widrigenfalls zu gewärtigen, daß wer es an seinem Fleiß 
im Geringsten werde ermangeln lassen, oder gar .... unzu 
verlässige Berichte" erstatten sollte, bey unrichtigem Befund der 
Sache, mit der Cassation unausbleiblich bestraft wird. 
3. 
für jeden Scheffel unbestellt gelassenen säe- und tragbaren Acker 
hat die Gerichtsobrigkeit, Beamte, Magistrat oder wem sonst daraus 
zu invigiliren obliegt, 10 Neichsthaler irremissible Strafe" zu 
zahlen, die halb dem Denuncianten, halb der Strafkasse zufließt. 
Ferner wird festgesetzt: „Da Wir den Nothleidenden theils 
beträchtliche Geldsummen baar geschenket, theils dieselben mit Saat 
und Brotkorn ausgeholffcn. So deklariren wir auch hiermit, wie 
Wir gegen und nach verflossener Saatzeit eine unerwartete Revision" 
anordnen werden. 
„Dainit sich Niemand mit der Unwissenheit entschuldigen inöge, 
soll der Inhalt zum Druck gebracht" in den Städten an den 
öffentlichen Orten, auf dem Lande in den Krügen angeschlagen 
und bis nach geendeter Saatzeit alle 4 Wochen von den 
Cantzeln abgelesen werden. 
Berlin, 17. Fcbr. 1772. Friedrich. — 
Per Dian der Ausführung eines Landtagststcväudcs in 
Merlin, dem schon vor 20 Jahren Stüler mehrere Projekte ge 
widmet hat, soll — wie wir der Deutschen Bauzeitung ent 
nehmen — demnächst wieder aufgenommen werden, da das Grund 
stück des Abgeordnetenhauses einer Erweiterung nicht fähig ist und 
die Baulichkeiten deffelben nicht nur einer solchen, sondern auch einer 
Verbesserung immer dringender bedürfen. Der Vorstand des Ab 
geordnetenhauses hat sich in dieser Angelegenheit bereits an das 
Staatsministerium gewendet und bei diesem die Errichtung eines 
für beide Häuser des Landtags gemeinsamen Dienstgebäudes, event, 
eines solchen für das Abgeordnetenhaus allein, in Vorschlag ge 
bracht. Zum Bauplatz ist für beide Fälle das durch die Durch- 
l e g u n g d er Z i in m e rstr aß e zu erschließende Hinterland der G r u n d- 
stücke des Herrenhauses sowie der ehem. Porzellan-Ma 
nufaktur (gegenüber dem neuen Kunstgewerbe-Museum) in Aus 
sicht genommen. 
Internationale Kisenöahn-Anskcüüng in Merlin im Jahre 
1883. Das Comite für die internationale Eisenbahnausstellung in 
Berlin hatte in der letzten Zeit mehrfache Sitzungen, zum Theil unter 
Betheiligung der Vertretung der Stadtbchörden. — In denselben 
kam unter anderen Eingängen auch das auf die Eingabe des Co 
mites an den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten Seitens: 
desselben erlaffene zustimmende Antwortsschreiben zur Vorlagt 
Ferner wurde das für die Ausstellung in Aussicht zu nehmende 
Programm besprochen und in allgemeinen Zügen festgestellt. --- 
Wie wir hören, hat sich das Coinitä dahin ausgesprochen, daß 
ein getreues Bild der geschichtlichen Entwickelung des Eisenbahn 
wesens in den verschiedenen Staaten ebenso zur Darstellung ge 
langen müsse, wie die zur Zeit bestehenden Bau-, Betriebs- und 
Verkehrseinrichtungen der bctheiligten Nationen. — Es dürfte hier 
nach sowohl der Bau der Eisenbahnen einschließlich des Oberbaues 
als auch das Signalwesen mit den zugehörigen elektrischen Ein 
richtungen und die Betriebsmittel, wie Lokomotiven und Wagen 
aller Art, Krahne, Hebeeinrichtungen re. anzuführen sein, sodann 
als lveitere Abtheilungen die Stations- und Werkstattseinrichtungen, 
die Meß- und Probirinstrumentc, der Betrieb, die Verwaltung und 
die Literatur. — Die außergewöhnlichen Betriebssystme würden 
eine besondere Klasse zu bilden haben, an welche sich Erprobungen 
und Versuchsfahrten anschließen müßten. — Dem Vernehmen nach 
hat sich das Comitö nach eingehenden Erhebungen der vom Herrn 
Minister der öffentllichen Arbeiten ausgesprochenen Ansicht, daß 
das Jahr 1883 für die Ausstellung in Aussicht zu nehmen sein 
dürfte, angeschloffen. j(„Gl. Ann.") 
Briefkasten. 
Fr v. W. P. „Es ist schon eine alte Geschicks, 
Und würd stets wieder vorgetragen; 
Es können Manche die Menschen nicht 
Beglücken, ohne sie todtzuschlagen. 
Pastor V. in Tr. Das älteste Berlinische Gesangbuch datirt 
vom Jahre 1623 und ist für die reformirte Gemeinde bestimmt. Das 
älteste Berliner lutherische Gesangbuch stammt aus dem Jahre 1640. 
Das älteste Porst'sche Gesangbuch aus dem Jahre 1706—10 be 
findet sich auf der Berliner König!. Bibliothek und zwar'dem Arendts'schen 
Paradiesgärtlcin angebunden (Es 8018) schmal Oktav mit 1S3 Seiten 
und einem Kupferstich von Otto (Adler in Wolken mit Liederheft, Harfe 
und Palmen im Sonnenlichte, darunter, von Königskrone und Kurhut be 
deckt der Plan von Berlin aus den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts). 
Am Schluß befindet sich die Bemerkung: „Weilen die Gesänge alle dem 
Alphabet nach gesetzet sind (beliebe der günstige Leser die Anfangsbuch 
staben der Gesänge oberhalb den Blättern aufzusuchen"). (Kein Drucker, 
kein Verfasser angegeben.) 
Das bekannte Buch des Consistorialrath Bachmann „Geschichte 
der Berliner Gesangbücher" ist in demjenigen Theile, welcher die älteren Ge 
sangbücher behandelt, nicht correct. Ich komme einmal gelegentlich dazu, 
diesen älteren Theil richtig zu stellen. 
G. I. Sie haben zwar verschiedene Halsbänder aber es sind immer 
die nämlichen — Hunde. 
I. v. D. Die Veuve-Cliquot ist diejenige Dame, von welcher 
jeder Herr gern einen Korb nimmt. 
Der eifrigste Leser des Bär. Wenden Sie Sich an Hofbaurath 
Pcrsius oder an Geh. Hoftath Butzler. Die Herren sind sehr ent 
gegenkommend. 
Inhalt. 
Lottcken Lindbolz, eine Berlinische Geschichte aus dem 17. Jahr- 
hundert von Ludovika Hesekiel (Fortsetzung). Acht Jahre am Hof 
des Prinzen Heinrich (1770—1778), aus den Memoiren eines alten Fran 
zosen, deutsch bearbeitet von Ernst Brcest (Fortsetzung). Graf Wil 
helm von Niedern (mit'Portrait). Der Weihnachtsbaum, auch ein Stück 
Prähistorie in christlicher Form von Direktor W. Schwarz. Miscellen: 
Fahrt des Großen Kurfürsten über das Frische Haff (mit Illustration 
von H. Knackfuß); Die Bürgerglocke zu Bernau von Ewald; Die 
Aecker sollen bestellt werden von Bremer-Nennhausen; Der Plan der 
Ausführung eines Landtagsgebäudes in Berlin; Internationale Eisen 
bahnausstellung in Berlin 1883. Briefkasten. Inserate. 
i Vot Kurzem erschienen in unserem Verlage in fünfter, vermehrter Auflage: 
Lieöev unö gedickte 
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Julius Rodrnbcrg. 
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»er,in, im Januar >881. Gebrüder Iwetcl. f 
Verlag von Gebrüder Parte! in Berlin. [91] 
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Für die Redaction verantwortlich: Emil Dominik in Berlin W. — Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. 
Druck: W. Moescr Hofbuchdruckerei in Berlin.
        
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