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Volume 10. September 1881, Nr. 50

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue7.1881 (Public Domain)

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abgcinge würde keinen nachtheiligen Einfluß auf sein Gedeihen 
haben, denn die Fische in den Fischhältern in der Stadt konser- 
viren sich vortrefflich. 
Es könnten alljährlich einige tausend Ecntncr fetter Karpfen 
auf den Berliner Fischmarkt gebracht werden, und wenn einmal 
Berlin durch die Türken belagert wird, so hätten die Restaurants 
nicht nöthig, Rostboeuf vom Rhinozeros, Majonaise von Schlangen 
und Friccissee von Ratten auf ihren Küchenzettel zu bringen. Der 
Berliner Bürgerwehrmann wird mit einem Karpfen k 10 Pfd, im 
Brotbeutel gegen den Feind marfchiren. 
Doch: Spaß bei Seite. 
Das Besetzen der Spree mit Karpfen wird von sehr gutem 
Erfolg sein; die Havel wird jetzt mit Karpfen bevölkert, aber die 
Spree wird sich dazu ganz besonders eignen. 
Roch wünschenswcrthcr wäre es aber, wenn die Gewässer im 
Thiergarten mit Karpfen besetzt würden. Die Spaziergänger an 
der Louiscninsel würden durch keinen übclcn Geruch belästigt werden, 
da die Karpfen den Schlamm und die faulenden Gewächse ver 
zehren und das Wasser klarer würde. 
Um Karpfen in ausreichender Menge zu züchten, wäre nur 
erforderlich, ein paar Strcichteiche im Umfange von 30 bis 40 
Morgen anzulegen, wozu in der Nähe von Berlin, z. B. an der 
Pankc die beste Gelegenheit ist. Es könnten darin alljährlich 
mehrere Millionen kleiner Karpfen gezogen werden, und würde, 
wenn alle Gewässer in Berlin besetzt wären, noch eine ganz hübsche 
Einnahme für den Berliner Seckel aus Setzkarpsen-Verkaus zu er- 
nicht zu verwechseln mit den gelehrten oder den für Handelsgärtner 
bestimmten Fachzeitschriften, bietet uns vom 1. October ab die 
rühmlich bekannte Verlagsbuchhandlung. Daß der verheißene frische 
ansprechende Ton der 1. Nr. beibehalten bleibt, dafür bürgt uns 
unser verehrter Mitarbeiter Carl Bolle von Scharfenberg, dessen 
sinniges, poetisch angehauchtes Auge unsere Leser kennen, von denen 
übcrdem viele ja das trauliche, gastfreie Heim, die Insel Schar 
fenberg, gewiß schon besucht haben. Die Mark Brandenburg, 
welche unserm Freund Bolle so viel verdankt, wird in dem neuen 
Journal, dem wir den besten Erfolg wünschen, nicht vernachlässigt 
werden, wie schon die vorliegende Nr. mit dem Plan des Gartens 
und des Landhauses Sechof bei Teltow bekundet. Angesprochen 
haben uns am meisten die Artikel: Rathschläge und Erfahrungen 
eines alten Gärtners. Von C. Bouche, Jnsp. des K. Bot. Gartens 
zu Berlin: I. Ueber das Studium der Lebensbedingungen der 
Pflanzen und Anleitung zu demselben, und: Verlegenheiten für 
den Landschastsgärtner. Von Th. Meiner, K. Hofg. in Potsdam. — 
Der neue Jahrgang von „Ueber Land und Meer" (Stutt 
gart, Verlag von Eduard Hallberger) von dem soeben Heft 
2 ausgegeben wurde, läßt sich ganz prächtig an: Text und Bilder 
halten sich in Vortrefflichkeit und Reichthum, Gediegenheit und Ab 
wechslung das Gleichgewicht; Zeitgeschichte und Unterhaltung 
kommen in gleichem Maße zur Geltung. 
Briefkasten. 
zielen sein. 
Zur Besetzung der Spree könnten immerhin alle Jahre eine 
bis zwei Millionen kleiner Karpfen verwendet werden, auch dürfte 
es sich empfehlen, die benachbarten großen Seen bei Rummclsburg 
und Tegel reichlich mit Karpfen zu besetzen. Bei der Winter- 
fischerei fängt sich der Karpfen leicht. 
Berncuchen, den 29. Oktober 1880. 
G. von dem Borne. 
Literatur. 
Grete Mindc. "Nach einer altmärkischen Chronik von Theodor 
Fontane. Berlin, Verlag von Wilhelm Hertz (Bcssersche Buch 
handlung). Soeben erschien diese beste Erzählung unseres Fontane, 
ein geradezu klassisches Buch, das wir schon bei seinem ersten Erscheinen 
begrüßten. In der ihm von der Verlagshandlung gegebenen Aus 
stattung ist cs die cmpfehlenswertheste Weihnachtsgabe dieses Jahres. ! 
„Deutscher Garten." Monatsschrift für Gärtner und i 
Gartenfreunde. Unter Mitwirkung zahlreicher Fachmänner aus : 
Wissenschaft und Praxis herausgegeben von vr. C. Bolle, j 
-weiter Vors. d. Vereins zur Bcförd. d. Gartenbaues in d. Kgl. 
Pr. Staaten. Mit Holzschnitten und Farbcndrucktafeln. Berlin. 
Verlag von Wicgandt, Hcmpel & Parey (Paul Parcy). 1880.- i 
.vu’ft 1. gr. 8". 12 Hefte jährlich 20 Mark. Was wir noch ; 
nicht, wohl aber England, Frankreich und Amerika längst haben, 
ein populäres gärtnerisches Journal für Haus und Land, 
v. S. Potsdam. Der Schauspieler Ihres Theaters, der sich A. Mügge 
nennt, ist kein Enkel des bekannten Schriftstellers Dr. Theodor Mügge, 
des Verfassers von Afraja, Vogt von Sylt re. Herr Polizeipräsident 
von En gelten dort könnte das amtlich, und meine Wenigkeit kann 
Ihnen das persönlich nachweisen. 
A. L. Die beiden „gleichgültigen Ecken" Berlins sind die 
Häuser, Ecke Oberwallstraße und Jägerstraße Nr. 41 und Nr. 33. Im 
ersteren befindet sich das Geschäft von Niquet, dem alles „Wurst ist", 
im anderen das von Treu L Nuglisch, dem alles „Pomade ist". 
G. R. Ich halte die bekannte Sitzung der Stadtverordnetenver 
sammlung für nicht schön. Bin überhaupt der Meinung, daß unsere 
werthen Mitbürger jüdischer Confessio» allen Grund haben, auszurufen: 
„Gott beschütze mich vor meinen Freunden re." Wie ich die Sache ver 
folgt habe, hat diese ganze Angelegenheit die großen Dimensionen nur 
durch die ungeschickte Vertheidigung annehmen können. 
A. M. William Schönlank, der Zoo-Mäcen, ist weder Kommissions- 
noch Kommerzienrath, weder Ritter des Rothen Adler- noch des Kronen- 
Ordcns. Ueberhaupt hat er für sein patriotisches und gemeinnütziges 
Streben staatlicherseits unsers Wissens noch nie eine Auszeichnung er 
halten. Herandrängen ist nicht seine Art. 
Inhalt. 
Lottcken Lindholz, eine Berlinische Geschichte aus dem 17. Jahr 
hundert von Ludovica Hesekiel (Fortsetzung). Ein Hofmann des 
18. Jahrhunderts von Georg Horn (Fortsetzung). Der Dank des alten 
Wrangel, Gedickt von Otto Trinkauü. Jagdschloß Grunewald von 
Ferdinand Meyer (Schluß). Miscellen: Justizminister Friedberg 
(hierzu Portrait);’Der Rath des Großen Kurfürsten (mit Illustration); 
Das neugewählt« Lessing-Komitö; Karpfen in der Spree von v. d. Borne 
(Berneuchen). Literatur. Briefkasten. Inserate. 
Sridi illuttkirtes prachtwerk ersten Ranges! 
♦ In Schilderungen von Lh. Simons. 
Reich iilustrirt von Prof. A.Wagner 
in München. 
Dieses gediegene, mit allen Vorzügen neuerer Luchdruckcrkunst prachtvoll ausgestattete 
werk erscheint in größtem Folioformat in 25 Lieferungen zum preise von 2 Mark und 
enthält ungefähr 550 Illustrationen, darunter mindestens 55 Vollbilder. 
Die Zeichnungen sind sämmtlich von Professor Wagner an Drt und Stelle aufgenommen; 
die Holzschnitte wahre Meisterwerke der .Xylographie. 
Berlin, im November 1680. L bU J 
Gebrüder Paetel. 
»panren. 
Im Verlags von kebrüäer Paetel in Berlin er 
schien vor Kurzem: 
Naturwissenschaftliche 
Thatsachen und Probleme. 
Populäre Vorträge [79] 
W. Preyer, 
Professor der Physiologie und Director des Physiologischen Instituts der Universität den». 
Gr. 8°. Elegant geheftet 9 Mark. 
Für die Redaction verantwortlich: Emil Dominik in Berlin W. — Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. 
Druck: SS. Mörser Hosbuchdruckerci in Berlin.
	        
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