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Periodical volume 1. Mai 1878, Nr. 9

Full text: Der Bär Issue 4.1878

Unter Mitwirkung von 
Di-. Wrecht, Prof. Dr. I>aulus Kassel, Stadt-Archivar Jidicin, Weod. Kontane, Stadtrath H. Kriedel, 
Geh. Hofrath L. Schneider, Archidiacomis Schwebet in Cüstrin rc. rc. 
herausgegeben von 
George Hrltl und Fer-irmn- Meyer. 
Das Blatt ist durch alle Buchhandlungen und Postämter, sowie durch die Expedition (Bahnhofstr. 1) zu beziehen. — Literarische Beiträge sind an die Verlagshandlung von Alfred Weile 
in Berlin zu senden, welche sie der Redaction übermitteln wird. — Inserate, pro 3 gesp. Petitzeile 25 Pfg., werden von den Herren Haasenstein u. Vogler, Rud. Messe, 
Bernh. Arndt, sowie von der Verlagshandlung entgegengenommen. 
Inhalt. Das Derfflmger'sche Hauö am Cölnischen Fischmarkt. Von L. Schneider. — Die Berliner Volkszählungen von 1709—1871. Von 
Dr. Berthold. — Tao Aquamanile des Märkischen Provinzial-Museums. Von Arckitect Eduard Krause. (ü)iit Abbildungen.) — Nach 
träge zu Berlins Straßen-Namen. — Der Pritzstabel für Berlin. Von Richard Böringuier. (Fortsetzung.) — Das Privilegium der 
der Töpfer von Eroß-Teuplitz. Von Dr. E. Becken sie dt. — Literatur. — Mittheilungen aus den Vereinen für die Geschichte Berlins, der 
Stadt Brandenburg, Münchebergs und Potsdams. 
Das Derfflingtrsche Haus am Cölnischen Fischmarkt. 
Von £. StfmeiiOr.*) 
in in freier Rede gehaltener Vortrag des Professors Holtze 
— damals noch unser Hauptschriftwart, — den derselbe in 
einer der letzten Sitzungen des „Vereins für die Geschichte 
der Mark Brandenburg" in die Verhandlungen des Abends ein 
schaltete, war die Veranlassung zu einem weiteren Eingehen auf 
die Geschichte des noch jetzt unter dem Namen des „Dcrfflinger- 
schen" allgemein bekannten Hauses. Der Freundlichkeit unseres 
Mitgliedes, Herrn Dr. Schottmüller, verdanke ich die Ver 
wendung bei dem Banquier Paasch, in deffen Besitz sich die 
Haus-Akten befinden, und spreche ich beiden Herren für ihre 
Bereitwilligkeit, mir dieselben anzuvertrauen, gern an dieser 
Stelle meinen Dank aus. Das eben so reiche als wohlgeordnete 
Material ließ indessen sofort erkennen, daß jedenfalls für die Zeit, 
in welcher Feldmarschall Derfflinger jenes Haus erhielt und 
besaß, ein Vergleich und eine Ergänzung mit den. im Geheimen 
Staats-Archive aufbewahrten Schriftstücken nothwendig sei. Bei 
des erfolgte und so entstand die folgende Zusammenstellung. 
Die Hausakten sind am 26. August 1749 durch den Kammer 
gerichtsrath von Eosmar, aus den um diese Zeit noch vorhandenen 
*) Vortrag, gehalten in der Arbeitssitzung des »Vereins für die Ge 
schichte Berlins" am 27. April 1878. 
Dokumenten des früher von Derfflinger'schen Hauses an 
gelegt, und dann von den späteren Besitzern des Hauses 
sorgfältig fortgeführt worden, so daß sic einen sicheren Anhalt 
für die im Königlichen Geheimen Staats-Archiv angestellten 
Forschungen gewähren, die sich besonders auf den Uebergang des 
Hauses in den Besitz des Feldmarschalls von Derfflinger be 
ziehen, und durchweg die Angaben der Hausakten bestätigen. 
Es geben die Umstünde, unter denen dieser Uebergang statt 
fand, ein so interessantes Bild der damaligen rechtlichen und 
socialen Verhältnisie der Hauptstadt Brandenburgs, Preußens 
und jetzt des deutschen Reiches, daß es sich empfiehlt, dem an 
und für sich schon merkwürdigen Vorgang in allen seinen Phasen 
zu folgen, weil sowohl die landesherrlichen als städtischen und 
richterlichen Beziehungen desselben eine Menge, bisher wenig be 
kannte Details bieten, deren Zusammenfasiung in Bezug auf die 
ses Haus einen mannigfach lehrreichen Blick in die Zeit der letzten 
Regierungsjahre des großen Kurfürsten gewährt, nachdem er 
seine Feinde bei Warschau, Fehrbellin, Nyeborg, auf Rügen und 
in Preußen besiegt und damit den Grund zu dem gelegt, was 
seine Nachfolger bis auf die neueste Zeit schaffen konnten. 
Als ältester Besitzer des Grundstückes, welches sich in der 
Verlängerung der Breiten-Straße und anfänglich zu dieser ge-
        
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