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Periodical volume 1. Januar 1878, Nr. 1

Full text: Der Bär Issue 4.1878

1. Januar 1878. 
IV. Jahrgang. Nr. 1 
Unter Mitwirkung von 
Dr. Brecht, Prof. Dr. Waukus Gaffel, Stadt-Archivar Kidicin, Cfieod. Kontaue, Stadtrath ß. Kriedel, 
Geh. Hofrath L. Schneider, Archidiaconus Schiveliel in Cüstrin rc. rc. 
herausgegeben von 
George HUtl und Ferdinand Meyer. 
Das Blatt ist durch alle Buchhandlungen und Postämter, sowie durch die Expedition (Bahnhofstr. 1) zu beziehen. — Literarische Beiträge sind an die Verlagthandlung von Alfred Weile 
in Berlin zu senden, welche sie der Redaction übermitteln wird. — Inserate, pro 3gesp. Petitzeile 25 Pfg., werden von den Herren Ha äsen stein u. Vogler, Rud. Messe. 
Beruh.. Arndt, sowie von der Verlagshandlung entgegengenommen. 
Inhalt. Aus dem handschriftlichen Nachlaße Karl Friedrichs von Klöden. — Ein böhmischer Altar im Dom zu Brandenburg a. H. Von 
E. Wernicke. — Ein Erlebnih Berlins im 30jährigen Kriege. Von SK. Böringuier. — Ein Scheiterhaufen zu Berlin, >786. (Mit Ab- 
bildung.) — Eine Steinbombardc. Von Or. Brecht. — Zwei Grabstein-Inschriften aus der Mark. — Literatur. — Mittheilungen aus dem 
Verein für die Geschichte Berlins. — Fragekasten. — Anzeigen. 
Aus dem iMisschristlichm Nachlasse Karl Friedrichs von Llöde». 
der, den „Iugenderinnerringen Karl Friedrichs 
v. Klöden" angereihten Uebersicht des Weiterlebens und der 
Werke dieses Altmeisters brandenburgischer Geschichtsforschung, ist 
eine Anzahl hinterlassener, noch ungedruckter Schriften aufgeführt, 
welche ganz in der von unserm „Bär" eingeschlagenen Richtung 
geschrieben find und deren Veröffentlichung im Interesse märkischer 
Forschung höchst erwünscht erscheint. — Der Verleger des „Bär" 
hat sich deshalb mit dem Herausgeber jener „Jugenderinnerungen", 
Herrn Hauptmann Max Jähns, in Verbindung gesetzt und 
bringt nachstehend die erste Hälfte eines Aufsatzes, der vom 
Ende der vierziger oder vom Anfang der fünfziger Jahre stammt. 
Der Verleger hofft, dieser Abhandlung noch einige andere bio 
graphischen und kulturhistorischen. Inhalts folgen lassen zu können, 
und glaubt, seinen Lesern, wie der brandenburgischcn Heimaths- 
kunde überhaupt durch diese Publication einen Dienst zu erweisen. 
Aer ehemalige Kischreichthum der Mark Brandenburg. 
Von je an galten die Mark Brandenburg und die benach 
barten Länder Mecklenburg und Pommern als sehr fischreich, und 
schon der heilige Otto rühmte bei seiner Bekehrungsreise den 
großen Fischreichthum dieser Gegenden. Dies Urtheil bestätigten 
auch spätere Schriftsteller, nachdem sie diese Länder näher kennen 
gelernt hatten. 
In der That sind auch alle Bedingungen hier vorhanden, 
welche erforderlich sind. das Gedeihen der Fische zu befördern. 
Diese Länder sind weit mehr als viele andere durchzogen von 
! einer großen Menge von Flüssen, Bächen und Fließen; eine 
reiche Fülle durchflossener und geschlossener Seen, Pfühle und 
Teiche unterbricht die Landstrecken, während ihr Grund auf die 
mannigfaltigste Weise wechselt und steinigen, sandigen, thonigen, 
mergeligen, torfartigen, moorigen oder schlammigen Boden dar 
bietet. Das Gewässer ist theils fließend, theils stehend, bald flach, 
bald tief; die Ufer und Inseln sind hier nackt, dort von Bäumen 
beschattet, und in den moorigen Brüchen der alten Zeit drängten 
sich die meisten Bäche zwischen Erlen- und Weidengebüsch hin 
durch. Es waren damit alle Lebensbedingungen einer ganzen 
Welt von Süßwasserfischen gegeben, und mit ihnen zugleich die 
einer Unzahl von Wasser- und Sumpfvögeln, sowie von Am 
phibien und Crustaceen. 
Schon der alte Doktor Wolfgang Jobst hat in seinem 
„Kurzer Auszug und Beschreibung des ganzen Churfürstenthums 
der Mark zu Brandenburg", der zu Frankfurt a. O. 1572 er 
schien, den Fischreichthum der Mark nicht bloß im Allgemeinen 
gelobt, sondern selbst im Einzelnen näher geschildert. Er nennt 
die Elbe ein fischreiches Wasser, besonders an Lachsen, die Oder 
sehr fischreich; er sagt desgleichen von der Warthe, daß sie noch 
leckere und schmackhaftere Fische, nämlich Hechte, Karpfen und Krebse 
habe, als die Oder, und nennt dann außer den Krebsen 41 
Arten von Fischen, welche in der Oder vorkämen. Dasselbe 
wiederholt der Ritter Gottfried von Warnstedt in seiner latei 
nisch geschriebenen LIarebiae electoralis deumbratio historico- 
politiqua 1622, und Bierstädt in seinem Chronicon de Bran 
denburg«) von 1593 nennt die Havel: Havela piscosissima
        
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