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Periodical volume 15. Dezember 1878, Nr. 24

Full text: Der Bär Issue 4.1878

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Majestät den Kaiser, von Herrn Kanzlcirath Dr. phil. ß. Brecht 
vorgelegt, findet die Billigung der Anwesenden. Herr Budczies 
erklärt im Laufe des Gespräches es sür einen Irrthum, daß Friedrich 
der Große sich von 1772 König von und nicht mehr in Preußen 
genannt, weil er erst von dieser Zeit an ganz Preußen besessen 
habe. Es sei vielmehr seit dieser Zeit allgemeine Mode geworden 
König von Preußen zu sagen. Zum Schluß zeigt Herr E. Rogalla 
von Bieberstein 2 bei Bernau und Marzahn gefundene Spindel- 
bez. Gnidelsteine, zum Glätten der Nähte bestimmt, vor. 
Am Sonnabend, den 7. Dezember legte Herr Stadtrath 
E. Friede! den im deutschen Dom Versammelten, ein jüngst dem 
Märkischen Provinzial - Museum von Herrn Oberstlieutenant 
v. P ritt Witz-Graffron geschenktes Blatt, in Schwarzkunstmanier 
von Berger aus dem Jahr 1814, vor, darstellend die Zurückführung 
der Victoria des Brandenburger Thores mit der Unterschrift: 
Uebermuth nahm sie, Tapferkeit bringt sie zurück. 
Dann theilteHerr Baron v. Fircks ein Schreiben der neu gegründeten 
Humboldt-Akademie mit, des Inhalts: der Verein solle als ein 
Mitglied der Akademie beitreten, und den Beitrag ftir ein solches 
zahlen. Die Versammelten äußerten ihre Auffassung dahin, daß 
man abwarten muffe, in welcher Weise sich das Institut entwickele. 
Für die nächste (Arbeits-) Sitzung, Sonnabend den 28. De 
zember, Abends 7 Uhr im Bürgersaal des Rathhauses steht auf 
der Tagesordnung: 
1. Geschäftliches, das nächste Stiftungsfest betreffend, 
2. Mittheilungen des Herrn Stadtrath E. Friede! über die 
neuesten Erwerbungen des Märkischen Provinzial-Museums, 
3. Herr Rektor Fischer: das-Spreebecken bei Berlin. 
Mittheilungen aus dem Verein für Heimachskunde in 
Müncheberg. 
In der Sitzung am 6. November wurde nach Mittheilung der 
eingegangenen Geschenke, unter denen namentlich Graburnen aus 
dem Odcrbruch zu nennen sind, anknüpfend an den Vortrag über 
Rillen und Näpfchen an Kirchen über heidnische Näpfchensteine, ins 
besondere den Frankfurter Stein gesprochen. Der Vortragende er 
wähnte zunächst die Bearbeitung größerer Steine Seitens der vor 
historischen Bewohner Deutschlands zu bestimmten, besonders reli 
giösen Zwecken, wie dergleichen Steine namentlich im Riesengebirge 
und in der Lausitz vorkommen als Heidenkeffel, Opfersteine, Teusels- 
steine u. s. w. und kam dann auf den Frankfurter Näpschenstein. 
Beckmann beschreibt denselben schon 1706 in seiner Beschreibung 
von Frankfurt a/O. Dieser hinter dem Vorwerk Runen südlich 
von Frankfurt a/O. etwa 20 Schritt vom Wege ab im Felde 
liegende Stein, von welchem ein Thonmodell die beste Vorstellung 
gab, ist 4 Fuß 9 Zoll hoch, 10 Fuß breit, hat 22 Fuß Umfang, 
besteht aus Granit und dacht sich von einem Kamm aus nach den 
vier Himmelsgegenden hin ab. Auf der südlichen Fläche, ziemlich 
in der Mitte derselben lausen in einer schwachgebogenen Linie in 
gleichen Abständen zehn runde Löcher, denen sich auf der schmaleren 
Ostseite noch zwei anschließen. Auf derselben Seite bemerkt man 
noch fünf andere flache Vertiefungen, während jene Löcher 5 Zoll 
tief und weit sind. Der von anderer Seite geäußerten Ansicht, 
daß diese Löcher nur zum Zweck des Sprengens gemacht worden 
seien, konnte nicht beigetreten werden. Abgesehen von den weiter 
entwickelten Gründen ist nicht anzunehmen, daß man bei der 
früher vorhanden gewesenen großen Masse geeigneter Steine, welche 
die Auswahl ftei ließen, sich die Mühe des Sprengens gemacht 
haben sollte. Beckmann beschreibt nehmlich noch fünf ganz ähnliche 
Steine, welche bei dem in der Nähe der Runen liegenden Dorf 
Boohen sich befänden, jetzt aber ebenso wie ein sechster erst vor 
einigen Jahren daselbst ausgegrabencr verschwunden sind. Dieses 
häufige Vorkommen solcher Steine aus einem verhältnißmäßig kleinen 
Raume, ferner der Umstand, das bei Booßen die höchste Erhebung 
des Landes in weitem Umkreis ist, daß der slavische Name des 
Ortes und die Namen vieler Berge und Seen der Umgegend auf 
einen Ort schließen lassen, der den Einwohnern besonders heilig 
war, machen es wahrscheinlich, daß diese Steine alle einen be 
stimmten und zwar religiösen Zweck hatten; welchen aber, bleibt 
dahin gestellt. Es wurde auf die Zahl der Löcher, 12, aufmerksam 
gemacht und diese mit den Monaten, den 12 Göttern oder Äsen 
in Zusammenhang gebracht, die Annahme aber, daß es Opfersteine 
gewesen, nicht für ganz zutreffend gehalten. Da dergleichen Steine 
auch viel in Schweden vorkommen sollen, so müßte man sie einem 
germanischen Stamme, nicht den Slaven zu schreiben, wenn diese 
auch später sie benutzt haben können. 
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Für die Redaction verantwortlich: Rudolph Stricker in Berlin.— Verlag der Nicolaischen Verlags-Buchhandlung, R. Stricker, in Berlin. 
Druck: D. Mörser Hofbuchdruckerei in Berlin.
        
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