Path:
Volume 15. August 1878, Nr. 16

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue4.1878 (Public Domain)

153 
Erst auf wiederholtes Drängen erlangte er unterm 1. No 
vember 1661 den Bescheid, daß er schon seit einigen Jahren als 
aus dem kurfürstlichen Dienst entlassen betrachtet werde und man 
vollkommen damit zufrieden sei, wenn er eine andere beliebige 
Stellung annähme. Im Jahre 1664 trat er denn auch in die 
Dienste des Pfalzgrafen Christian August von Sulzbach, ans 
besten Fürsprache der Kurfürst nunmehr seine Forderungen mit 
3575 Thalern befriedigen wollte. Hübner führte auch jetzt in wie 
derholten Bittschriften seine den brandenburgischen Interessen ent 
wickelte Thätigkeit auf, nm die von ihm berechnete Summe, 
5727 Thaler, zu erlangen; aber selbst die Auszahlung der ihm 
zugestandenen 3575 Thaler erlebte er nicht: sein Tod erfolgte 
noch im November 1666. Friedrich Wilhelm bewilligte der 
Wittwe 4000 Thaler unter dem Beding der Herausgabe sämmt 
licher auf das historische Werk des Hauses Brandenburg von dem 
Verstorbenen angefertigten Schriftstücke rc., doch geben die Akten 
des Geh. Staats-Archivs keinerlei Aufschlüsse über das Schicksal 
derselben, wie denn auch keine Spur ihrer späteren anderweitigen 
Benutzung sich vorfindet. 
Wenn Riedel der Ansicht ist, daß Hübner gleichsam ein 
Opfer religiöser Unduldsamkeit geworden sei, weil er sich des 
Kirchenbesuches weigerte, so wird diese Ansicht doch nicht unbe 
dingt durch die Akten gestützt. Mögen auch — so führt der 
Herr Verfasser aus — religiöse Beweggründe bei seiner Ent 
lassung mitgewirkt haben, so war es, doch in erster Linie seine 
jahrelange Unthätigkeit, welche schließlich die Geduld des für den 
Glanz seines Hauses so eifrigen Fürsten erschöpfte. Ueberdies 
bekannte Hübner sich ja ausdrücklich als einen rechtgläubigen 
reformirten Christen! 
(Schluß folgt.) 
Die Jungfern-Ällee im hiesigen Thiergarten. 
Von S. ßtofe. 
(Schluß.) 
Wenn man aber 
5, Keine Gelegenheit hat, die gesammleten Eicheln auf denen 
Bodens den Winter über aufzuhalten, so kan man dieselben, 
sogleich, loenn sie gelesen seyn, in gute starke Säcke thun, 
und in Seen oder Teiche, welche so liess seyn, daß sie im 
Winter nicht auf den Grund frieren können, hinein legen, 
auch solche den Winter über darinnen liegen und hernach, 
wenn die Zeit im Früh-Jahr herbey kommt, so fort, wenn 
inan sie aus dem Master heraus nimmt, säen oder stecken 
lasten. Woferne aber die Seen oder Teiche nicht so liess seyn, 
daß sie im Winter auf dem Grund frieren können, so gehet 
dieses Mittel nicht an, sondern die Eichel verdirbet, daferne 
sie mit erfrieret. 
6, Des Früh-Jahrs müssen die Eicheln mit Ausgang des 
Marty oder Anfang des Aprils, nach dem es zeitig warm 
wird, im Herbst aber so bald man sie gesammlct hat, und 
mit dem Lande fertig ist, gesäet oder gestecket werden. Es 
ist aber die Sä- oder Stellung im Frühling darum sicherer, 
weiln im Herbst die Mäuse, Krähen rc. die Eicheln aus der 
Erden zu suchen und aufzufressen pflegen, so im Frühjahr, da 
sie bald kühmen, nicht so leicht zu besorgen. Was nun 
7, Die Zubereitung des Landes anbetrifft, so muß solches, 
wenn man die Aussä- oder Stellung im Früh-Jahr thun 
will, den vorhergehenden Herbst so liess als möglich um 
gepflüget und also den Winter über liegen gelassen werden, 
damit das Erdreich oder die Gruse stocken könne. Sobald 
nun im Früh-Jahr die Zeit zur Sä- oder Stellung bequem 
ist, wird das Land nochmals umgepflüget, und so viel Mann 
schaft, als man darzn nöthig findet, mit Spaden dabey an 
gesetzet, welche in der Fahre, so der Pflug gemachet, immer 
hinter derselben her, die Erde noch eine Spade tieffer aus- 
und auf dasjenige Erdreich, welches der Pflug auf der Seite 
anfgeworffen, herauf legen müssen, damit solchergestalt das 
Erdreich recht liess locker werde, und die Eichel ihre zarte 
Wurtzeln desto bequemer um sich werffen und ausbreiten 
könne. Wenn nun dieses geschehen, so säet man die Eicheln 
über das, obbeschriebener masten, zugerichtete Land und läßt 
solche etwa drey quecr Finger liess unterpflügen. Kan man 
Mist oder Düngung haben, so ist solches destobesscr und muß 
derselbe wenn im Früh-Jahr, wie obgedacht, das Erdreich 
umbgeflüget und mit Spaden umbgegraben wird, zugleich in 
die Erde mit untergebracht werden. 
8, Wenn man aber recht accural mit der Stellung Verfahren 
will, so läßt man so genandte Tret-Harcken (wo man graste 
Bohnen damit pflanzt) dergestalt verfertigen, daß die Zacken 
einen Daum dicke und einen guten Finger lang gemacht 
werden, auch wenigstens einer Hand breit von einander zu 
stehen kommen; Diese Tret-Harcken leget man auf den hierzu 
praeparirten Acker, tritt solche so tief als die Zacken hinein 
wollen, in die Erde, und wirft hernach in jedwedes Loch eine 
Eichel, doch so, daß das spitze Ende, wo die Käuine heraus 
kommt, oben zu stehen komme, worauf man die Löcher mit 
Erde wieder zutritt. Auf solche Weise konimen die Eicheln 
recht Reihenweise zu stehen, welche Reihen aber wenigstens 
einen und einenhalben Fuß breit von einander bleiben müssen, 
und hat solches den Nutzen, daß wenn man demnächst die 
Eicheln verdünnen und einige Pflantzen heraus nehmen will, 
man desto bequemer, ohne denen übrigen Pflantzen Schaden 
zu thun, darzn kommen könne. Mit Stellung der Eicheln 
im Herbst wird es ebenfalls auf obbeschriebene Art gehalten. 
Im übrigen aber und damit das Vieh den jungen Aufschlag 
keinen Schaden thun könne, müssen diese Eichel-Kämpffe mit 
einem tüchtigen Zaun oder Graben wohl verwahret werden. 
Sobald nun 
9, Die jungen Eichen etwas höher als ein Mann erwachsen, 
so müssen diejenigen, welche gerade seyn, von unten auf, gleich 
denen Obst-Bäumen, beschnitten und von Aesten gesäubert, die 
Verpflantzung dererselben aber nicht eher, als bis sie acht bis 
zehn Fuß hoch erwachsen seyn, vorgenommen werden. Bei 
Verpflantzung derselben ist 
10, Zn observiren, daß die Gruben darzn, wo die Pflantzen 
hingesetzt werden sollen, wenn der Grund sündigt oder sonst 
schlecht ist, wenigstens ein halb Jahr vorher, und zwar auf 
folgende Arth verfertiget werden mästen, man macht sie vier 
bis sechs Fuß im Diametro und vier Fuß tief, wenn sich aber 
unter diesen vier Fuß noch eine Steinbank oder fester Lehm 
unten im Grunde finden solte, so muß es noch tiefer aus 
gearbeitet werden; Sodann nimmt man das schlechte Erdreich 
heraus und läßt von anderen Orthen, wo es besser ist, ent 
weder gute schwach Erdreich holen, oder wenn solches nicht zu
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.