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Volume 1. Juni 1878, Nr. 11

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue4.1878 (Public Domain)

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Persönlich in Berlin gestellen, seine Rechnungen justificiren 
und also seine sache zu ende bringen wolle, ob ich ihn alßden, 
wenn er solches praestiret, wieder aus freyen fueß stellen 
laßen möchte, Zumahlen da ich sichere Nachricht erhalten, daß 
der Hertzog, wenn Werner Eberhard ia solle nach Berlin 
gebracht werden, auf ihn gleichfalls practcndiren und ihn all 
das seinige nehmen lassen walte, wodurch er alßdan volkommen 
ininiret, und E. Churfl. Durchl. solchergestalt nichts alß den 
bloßen Menschen bekommen haben würden, denn sein gantzes 
Vermögen und was er noch in der weldt besitzet, bestehet in 
der Demitzschen Müntze, und in der von etlichen werken noch 
vorhandenen Reste, so er noch, wie ich in meiner vorigen 
relation albereits gehorsambst berichtet, rein machen müste. 
Diese meine unmaßgebliche vorschlüge nun haben die Herren 
Commissarien nicht unerheblich zu seyn erachtet, sondern die- 
2*2 zu dem ende ein Salvus Conductus von Ew. Chur 
fürst!. Durchl. gnädigst ertheilet werden solle seine Sache 
zu Recht außzuführen, Ew. Churfürstl. Durchl. ihn auch 
3,!iü? wieder diejenigen so ihm zu diesem Unglück gebracht, 
walten gnädigst schleunige Justiz adrninistriren laffen. 
So wolle er waß ihm von Rechtswegen zuerkannt würde, 
zahlen, und daß er solches ohne einige außrede praestiren 
wolle und solle, auch daß ihm nichts alß Gottesgewalt legen 
Weinachten dieses Jahres und vicleicht noch ehr, sich Persönlich 
in Berlin zugestellen, abhalten solle, versprach sein Bürge, 
deremias Wilhelmi genant, daß er für Werner Eberhardten 
auf zwo Tausend Fünffhundcrt Thaler eaviren wolte, nehm 
lich wan er nicht legen Weinachten sich gestellen würde, 
1000 Thaler auf künfftige Neu Jahresmesse des 1678 Jahres, 
die andere 1000 Thaler auf die folgende Ostermesse, und dan 
selbe angenommen, und mir darauf in einen an mich abge- 
laßenen schreiben vom 1*2" Augusti befohlen, daß wenn Werner 
Eberhard auf Drey Tausend Thaler in specie dergestalt 
caution stellen würde, daß er seine sache außführen, die 
geführte Rechnungen fustiüciren und zu dem ende sich in 
Person in einer ihm berühmten Zeit gestellen würde, ich ihn 
wieder auf freyen fueß stellen laßen könnte. Nun hat es wol 
anfänglich mit leistung dieser caulion auf so hoch über die 
maßen schwer gehalten, weil er den Bürgen hinwieder, woran 
sich dersebe erholen solle, keine Versicherung zu schaffen ver 
möchte. indem er nirgends anders waß in der weldt wie ich 
nach genügsamer erkundigung erfahren und oben albereits 
angeführet, zu stehen hatte, alß zu Demitz; doch. nachdem 
etliche Tage ehe solche Caution er praestirete, verflossen, 
erfuhr ich daß sein Advocat, Lembke, auf sein bewegliches 
bitten, hinwieder den Bürgen versichert, worauf denn endlich 
mehrgedachte Caution folgendermaßen eingerichtet worden: 
1, daß wenn Werner Eberhard mit seiner nohtdurfft zur 
genüge solle gehöret, und ihm 
7. Jahrhundert nach Mericin. 
die Übrige 500 Thaler auf die 3 te meße in selbigem Jahre 
ohne einige exeeption et salva praetensione so Ew. Chur 
fürst!. Durchl. an Werner Eberhardten noch haben möchten, 
auch ob er mit seiner nohtdurft nicht gehöret wehre, Jm- 
gleichen wan er gehöret und condernniret würde, für ihn zu 
zahlen, und dieses geschahe für denn Richter, nachdem er der 
Bürge, vorhero was er zusagete, wohl ermahnet. 
Wegen der übrigen Fünfhundert Thaler hat erstlich 
seine Fraw auf Dreyhundert Thaler mit verzichtung ihres 
weiblichen Rechtes oder des 8. 0. V. zu welchem ende ihr 
dan vom Magistrat ad hunc actum ein Curator constituiret 
ward, vermittels eines, an stat eydes, dem Richter gethanen 
Handschlages, caviret. 
Der anderen Zwo hundert Thaler halben hat er eine 
Obligation auf so hoch, welche er einem Ritmeister von Buch 
gelehnet, und welche Schuldt Herrn Raht Stephani ttol 
bckand ist, eingesetzet, wie dieses mit mehrerm die mir außem 
Protocoll mitgegebene und vom Richter daselbst unterschriebene 
Extracte darthnn werden.
	        
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