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Einleitung

Full text : Die Irren-Anstalt der Stadt Berlin in Dalldorf / Hagemeyer, ... (Public Domain)

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angelegt  waren.  In  diesem  Hause  konnten  sich  die  ruhigen  Kranken
in  ordentlichen  Zimmern  aufhalten;  die  arbeitsfähigen  Kranken  wurden ­
  schon  mit  Spinnen  und  anderen  Arbeiten  beschäftigt.  Am
1.  September  1798  wurde  das  Haus  durch  eine  Feuersbrunst  zerstört.
Das  Kapitalvermögen  dieser  Anstalt,  in  5200  Thalern  Gold
und  3010  Thalern  Courant  bestehend,  wurde  1799  der  Charito  überwiesen. ­
  Letztere  übernahm  dafür  die  Verpflichtung,  diejenigen  armen
Kommunal-Irren,  welche  einer  fortgesetzten  ärztlichen  Behandlung
und  Beaufsichtigung  bedurften,  unentgeltlich  in  ihre  Anstalten  aufzunehmen ­
  und  daselbst  zu  verpflegen,  wogegen  alle  übrigen  Geisteskranken ­
  von  der  Kommune  in  eigene  Verpflegung  genommen  wurden.
Von  jener  Zeit  an  befanden  sich  die  der  Stadtgemeinde  Berlin  zur
Last  fallenden  Geisteskranken  und  zwar:  die  Männer  in  der  mit
dem  städtischen  Arbeitshanse  verbundenen  Irren-Anstalt  auf  dem
Grundstück  Alexanderstraße  3/4,  die  Frauen  in  der  Anstalt  Wallstraße ­
  55.
Bereits  im  Jahre  1853  war  die  Nothwendigkeit  der  Erbauung
einer  besonderen  Irren-Anstalt  Seitens  der  Kommunal-Behörden
anerkannt.  Nach  vielfachen  Berathungen  wurde  zu  diesem  Zweck
im  Jahre  1869  das  dem  Amtmann  Seidel  gehörige  280  Morgen
große  Gut  Dalldorf  für  den  Preis  von  35  000  Thalern  erworben,
und  im  Mai  1877  unter  Leitung  des  Stadtbauraths  Blankenstein
mit  dem  Bau  der  Anstalt  begonnen.  Derselbe  war  Anfangs  1880
vollendet  und  erfolgte  in  den  Tagen  vom  6.  bis  14.  Februar  desselben ­
  Jahres  die  Uebersiedelung  der  Kranken  in  ihr  neues  Heim.

Lage  und  innere  Einrichtung  der  Anstalt.
Von  der  Berlin-Oranienburger  Chaussee  her  gelangt  man  in
nordwestlicher  Richtung  durch  weite,  der  Anstalt  gehörige  Park-Anlagen
  auf  einer  breiten  Allee  zu  dem  Verwaltungsgebäude.  Dasselbe ­
  enthält  die  Wohnungen  für  die  Beamten,  sowie  die  Bureaus.
Außerdem  befinden  sich  im  ersten  Stock  die  Gesellschaftsräume  und
ein  großer,  zur  Abhaltung  des  Gottesdienstes  bestimmter  Saal  mit
Altarnische,  in  welchem  auch  Concerte,  öfter  unter  Mitwirkung  von
Kranken,  aufgeführt  werden.
            
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