Hof und Gesellschaft.
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Als im Jahre 1870 das neue Kaiserthum Deutschland begründet
wurde, ging die Sache nicht so ganz glatt. Die kleinen
Fürsten, die in Versailles den König Wilhelm zu ihren
Oberhaupt ausriefen, fügten sich dieser harten Nothwendigkeit
nicht gar so leicht; trotz ihres angeblichen Enthusiasmus
sehnten sie sich keineswegs nach der Gelegenheit diesen
Enthusiasmus an den Tag zu legen. Herr von Bismarck hatte
mit seinem Scharfsinn und seinem Genie die Situation viel
eher begriffen als diejenigen, welche die Opfer derselben wurden;
er hatte diese dumpfe Gereitztheit der kleinen Souveräne
vorausgesehen und um die Bitterkeit des geforderten Opfers
zu mildern, hatte er den Bundesrath in Vorschlag gebracht.
Diese Versammlung, die an den norddeutschen Bund von ehemals
erinnert, konnte in den kleinen Fürsten, die zu den
Füssen Preussens wimmelten, den Glanben erwecken, dass
man ihnen die Macht gelassen habe, an den Geschäften ihres
Vaterlandes theilzunehmen.
Im Grunde aber ist der Bundesrath nichts als eine ungeheure
Mystifikation, gerade so wie der Reichstag und das
Ministerium! Der Bundesrath ist nur ein Instrument in der
Hand des Kanzlers, der sich von demselben Alles votiren
lässt, was ihm gefällt, der ihn leitet ganz nach seinem Belieben.
Als Regierungsstelle eingesetzt, ist der Bundesrath eine
Maschine geworden, im Namen derer man regiert. Seine
sämmtlichen Mitglieder sind entweder Creaturen des Herrn
von Bismarck oder seine Feinde, zu dumm um gefährlich zu