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Onkel Fritzens Weihnachten

Full text : Die Familie Buchholz / Stinde, Julius (Public Domain)

und  Gnkel  Fritzens  Kummer.

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wogegen  King,  wie  mir  erzählt  wurde,  selbst  im  Schlafe  rudert,
wenn  er  lebhaft  träumt,  und  darum  schon  Morgens  um  sechs
mit  Durst  aufwacht.  Den  hätte  die  Großmutter  kennen  lernen
müssen  .  .  .  das  hätte  ich  ihr  gegönnt!
Thatsächlich  ärgerte  mich  Gnkel  Fritzens  Abfall  jedoch  sehr:
lieber  die  Erika,  als  gar  keine.  Ganz  derselben  Ansicht  war
mein  Karl,  der  auch  gerne  gesehen  hätte,  wenn  Onkel  Fritz
endlich  unter  dem  Pantoffel  angelangt  wäre,  denn  mein  Abgott ­
  von  Mann  hat  in  den  Jahren  das  häusliche  Glück  an
meiner  Seite  schätzen  gelernt.  ■—
Ich  habe  schon  manchen  Weihnachten  erlebt  und  mich
jedesmal  gefreut,  wenn  er  vor  der  Thür  stand  und  Einlaß
begehrte,  diesmal  aber  sehnte  ich  ihn  nicht  gerade  herbei.
Aber  was  hilft  das  Sträuben  gegen  den  Aalender?  Nichts.
Und  so  kam  der  heilige  Abend  heran,  wir  konnten  unmöglich
so  vergnügt  sein  wie  sonst,  uns  fehlte  der  alte  frohe  Dnkel
Fritz.  Ein  Jeder  merkte  ihm  ja  an,  daß  er  sich  zwingen
mußte,  vergnügt  zu  sein,  und  das  that  mir  in  der  Seele  weh
und  meinem  Karl.  Emmi  und  der  Doktor,  die  auch  bei  uns
waren,  kümmerten  sich  nur  um  sich  selbst,  er  scheint  noch
verliebter  zu  sein,  als  er  es  als  Bräutigam  war,  wenigstens
äußerlich,  und  Emmi  hat,  außer  für  ihn,  für  Niemand
Sinn.  Betti  mochte  wohl  ahnen,  daß  Gnkel  Fritz  einen
stillen  Kummer  mit  sich  herumtrug,  denn  sie  that  ihr  Möglichstes, ­
  ihm  Freundlichkeiten  zu  erweisen,  was  sonst  gar  nicht
ihre  Sache  ist,  denn  sie  wird  immer  verschlossener  und  einsilbiger. ­
  Ich  sah  aber,  wie  ihr  das  Auge  feucht  wurde,  wenn
er  ihr  dankend  zunickte.  Das  arme  Mädchen  ist  ja  auch  nicht
glücklich.
Ich  wünschte  daher  innerlich,  der  Abend  möchte  nur  erst
herum  sein,  und  hieß  daher  die  Köchin  sich  beeile».
Noch  ehe  die  Karpfen  gar  waren,  kam  aber  Jemand
und  das  war  einer  von  Stephan  seinen  mit  einem  Schreibebrief ­
  an  Gnkel  Fritz.  Als  der  den  Poststempel  erblickte,
überkam  es  ihn  wie  ein  Schreck,  er  sah  ihn  an  und  wieder
an.  Dann  eilte  er  in  das  andere  Zimmer,  um  den  Brief
zu  öffnen;  ich  wollte  hintendrein,  aber  mein  Karl  hielt  mich
am  Nock  fest.  Erst  nach  einiger  Zeit  ließ  er  mich  frei  und
nun  ging  ich  nach  Gnkel  Fritz.  Der  saß  auf  einem  Stuhl
neben  dem  Tisch  und  hielt  in  der  kjand  einen  kleinen  Zweig,
            
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