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Die sozialen und revolutionären Bewegungen Freiheitskämpfe und Freiheitsideen der englischen Revolutionszeit

Full text: Die Befreiung der Menschheit / Ježower, Ignaz (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

Freiheitskämpfe und Freiheitsideen der englischen Revolutionszeit 
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Die Befreiung äer Menschheit II 
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Volks nach Änderung begierig 
seien wegen der Angriffe aus 
ihre Religion, ihre Freiheit 
und ihr Eigentum. Der Prinz 
leistete der Einladung Folge. 
Fast ohne daß ein Schuß ge 
fallen wäre, kam Oranien 
nicht nur an Land, sondern 
auch nach London, weil alles 
zu ihm überging. Vergeblich 
hatte der König versucht, durch 
Zurücknahme aller willkür 
lichen Maßnahmen bis zur 
Wahlrechtsänderung seine 
Stellung zu verbessern. Alles 
galt bloß als Beweis von 
Schwäche, aber nicht als auf 
richtige Sinnesänderung. Bei 
dem allgemeinen Abfall räum 
te Jakob seinem Gegner das 
Feld, indem er Weihnachten 
ltzSS nach Frankreich flüch 
tete, und es blieb nun bloß 
noch die Neuordnung der 
Dinge gesetzlich einzurichten. 
Der Beschluß, den das Unter 
haus am 28. Januar faßte, 
ging dahin, König Jakob habe 
durch seinen Versuch, die Ver 
fassung des Königreichs um 
zustürzen, indem er den ur 
sprünglichen Vertrag zwischen König und Volk brach, 
und durch seine Verletzungen der Grundgesetze und durch 
sein Entweichen aus dem Königreich der Regierung ent 
sagt, und der Thron sei dadurch erledigt. Ein Haupt 
sprecher der Whigs stellte dem Gerede vom göttlichen 
Recht des Königs das göttliche Recht des Volkes ent 
gegen, entwickelte die Gesellschaftsvertragslehre, erklärte 
die Regierung 
infolge von Kon- 
Iraktbruch des 
Königs für auf 
gelöst und sprach 
das Recht, eine 
neue zu schaf 
fen, dem Volk 
zu. Hiergegen 
erhoben nun 
zwei konserva 
tive Juristen 
schwere Beden 
ken. Der eine 
warnte vor An 
erkennung der 
Volkssouveräni 
tät mit dem Hin 
weis daraus, daß 
das Haus der 
Gemeinen eine 
Vertretung des 
dritten Stan 
des, keine Volks 
vertretung sei, 
sondern bloß die 
Freisassen und 
sonst Begüterte repräsentiere, 
vielleicht nicht mehr als ein 
Viertel der Nation. So warnte 
auch die andere Gesetzesleuchte 
davor, sich aufs Naturrecht zu 
berufen. Dieser Redner hob 
die Eigentumsfrage hervor; 
das Recht des Besitzes, den 
ein jeder innehabe, schien ihm 
nicht mit dem Zurückgreifen 
auf den Naturzustand verein 
bar. Aber die Mehrheit ließ 
sich durch solche Einwände 
nicht beirren; so wurde 
dem Hinweis auf das unvoll 
kommene Wahlrecht zum Un 
terhause die Behauptung ent 
gegengestellt, daß die Gemei 
nen alle die verträten, welche 
an der Regierung teilzuneh 
men verdienten. Es mußten 
denn auch die Lords zur Re 
solution des Unterhauses 
schließlich Ja und Amen sa 
gen. Sie machten übrigens 
nicht sowohl Umstände wegen 
der Kontraktstheorie, als we 
gen der angeblichen Thron 
entsagung Jakobs. An Stelle 
dieser kühnen Behauptung 
wollten sie sagen, er habe 
den Thron verlassen. Die Gemeinen hielten aber 
an der Entsagung fest, was eine diplomatische Um 
schreibung war für: Jakob habe den Thron verwirkt. 
Keine juristische Fiktion konnte aber die offenbare Tat 
sache aus der Welt schaffen, daß Jakob vertrieben worden 
war und nun durch das Parlament für abgesetzt erklärt 
wurde, um für Wilhelm als König von Parlaments 
Gnaden Platz zu 
schaffen. Seine 
Erhebung auf 
den Thron wur 
de vom Parla 
ment an Be 
dingungen ge 
knüpft, die in 
der Erklärung 
der Rechte nie 
dergelegt sind. 
Diese berühmte 
Urkunde stellt in 
dreizehn Punk 
ten den haupt 
sächlichsten abso 
lutistischen Ak 
ten der Nestau 
rationszeit die 
Rechtsauffas- 
sung entgegen, 
die Geltung ha 
ben soll. Das 
angebliche Recht 
der Suspendie 
rung oder der 
Dispensierung 
ci i J^o C >- 
Englischer Philosoph (1632—1704) 
Jakob II. verbrennt die Sinberufungsoräer eines freien Parlaments unck entflieht 
Nach einem allen Llichc
	        
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