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Die Sozialdemokaratische Arbeitsgemeinschaft

Full text: Geschichte der U.S.P.D. / Prager, Eugen (Public Domain)

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Die Erklärung wurde mit 58 gegen 33 Stimmen angenommen, der 
Stimme enthielten sich 4, es fehlten 12 Abgeordnete. Die Minder 
heit der Fraktion, die durch diesen Beschlulz aus der Fraktion tat 
sächlich ausgeschlossen war, gab hierauf folgende Erklärung ab: 
„Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags hat uns heute mit 
58 gegen 33 Stimmen, bei 4 Stimmenthaltungen, der „aus der Fraktions 
zugehörigkeit entspringenden Rechte“ beraubt. Dieser Beschlulz macht 
es uns unmöglich, innerhalb der Fraktion auch ferner die Pflichten zu er 
füllen, die uns durch die Wahl als Abgeordnete der Sozialdemokratischen 
Partei auferlegt sind. Wir sind uns bewulzt, getreu den Grund 
sätzen der Partei und den Beschlüssen der Parteitage 
gehandelt zu haben. Um so die Pflichten gegenüber unseren Wählern 
auch weiter erfüllen zu können, sind wir genötigt, uns zu einer 
Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft zu- 
sammenzuschliefzen. 
Den völlig unbegründeten Vorwurf des Disziplinbruchs und des Treu 
bruchs weisen wir zurück. 
Berlin, den 24. März 1916. 
Bernstein, Bock, Büchner, Dr. Oskar Cohn, Dittmann, Geyer, Haase, 
Henke, Dr. Herzfeld, Horn, Kunert, Ledebour, Schwarz (Lübeck), Stadt 
hagen, Stolle, Vogtherr, Wurm, Zubeil.“ 
Diese 18 Genossen hatten sich also von der sozialdemokratischen 
Reichstagsfraktion gelöst und eine neue Fraktion, die 
Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft, ge 
bildet, die als ihren Vorstand die Genossen Haase, Ledebour und 
Dittmann wählte. Vierzehn andere Genossen gaben eine öffent 
liche Erklärung ab, wonach sie in der Fraktion gegen den Not 
etat gestimmt, im Plenum des Reichstags den Saal verlassen und in 
der Fraktion gegen die Malzregelung gestimmt hätten. 
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