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Kappenfest

Full text: Mit Ehrhardt durch Deutschland / Mann, Rudolf (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

Kappenfest. 
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Weil das Schicksal tückisch ist. hat es nachher beide Männer 
auf der Strecke liegen lassen. Sie wurden gekappt so gut 
wie Kapp selber. 
Damals wußten sie es noch nicht. Da riefen sie von Zu 
sammenbruch des bewaffneten Aufstandes — bedingungsloser 
Übergabe — Sieg des Volkes. 
Minister Hirsch, der militärisch scheinbar besser eingeweiht 
war als wir selber, behauptete, daß die Sicherung der Reichs 
hauptstadt die der Regierung treu gebliebenen Bestandteile 
der Sicherheitswehr und der bereits früher in Berlin ein 
quartierten Reichswehr ü bernehmen würden. Die unter 
General von Lüttwitz einmarschierten Truppen würden 
schleunigst und zwar bis spätestens Donnerstag abend ans 
Berlin herausgeführt. 
Eigentlich ging das Herrn Hirsch gar nichts an, und daß 
es gefährlich war, derartiges amtlich zu verbreiten, hat sich 
nachher gezeigt. 
Die „treugebliebenen" Teile sollten vermutlich die zuerst 
wieder von Kapp abgefallenen Polizisten sein. Das waren 
aber zu weuig für die Sicherheit Berlins. 
In Wirklichkeit hatte der am Ende seiner Laufbahn 
stehende preußische Ministerpräsident keine Ahnung. Wir 
mochten gar nicht hinhören und warteten nur, was unser 
Kapitän, nach Lüttwitz' Abgang unser einziger Führer, uns 
mitteilen würde. 
Kapitän Ehrhardt fuhr zu seinen Regimentern und hielt 
den im Viereck aufgestellten Männern eine kurze Ansprache: 
Wir haben erst einmal die Zusicherung, daß das gemacht 
wird, was wir wollten. Weiter zu gehen, noch mehr zu er 
reichen, war nicht möglich. Es sind Vereinbarungen zustande 
gekommen, die nötig waren, weil der Verrat umging. Wir 
bleiben weiter für den Schutz Berlins bestimmt. Alles Ge- 
Mann, Mit Ehrhardt durch Deutschland. 13
	        
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