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Das Freiwilligenregiment Reinhard und seine ersten Kämpfe

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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plehwe, als die Nachricht von der Abdankung Seiner 
Majestät des Laisers verbreitet wurde, seinen Abschied ein 
gereicht und das Lommando an den nächstältesten Offi 
zier, Hauptmann Dziobeck, übergeben. Gegen Mittag hatte 
das stellvertretende Lommando des Gardekorps befohlen, 
daß bei Reibungen mit politisch Andersdenkenden nicht zu 
schießen, sondern mit ihnen zu verhandeln sei. Als daher 
bald darauf einige bis an die Zähne bewaffnete Matrosen 
scharen auf Autos am Lasernentor Einlaß begehrten, war 
ihnen geöffnet worden. Die Autos fuhren ein, und ihre 
Insassen richteten Maschinengewehre auf die exerzierenden 
Rekruten. Sie hatten den Hauptmann Dziobeck, der ihnen 
entgegengegangen war, sofort ergriffen und in ein Auto 
geschleppt. Der schwerverwundete und noch nicht ausge 
heilte Offizier, der beim Sturm auf den Damenweg ein 
Auge verloren hatte und dicken Verband trug, mußte es 
erleben, daß nun Tausende von Zivilpersonen in die La 
sern« stürzten und plünderten, während die jungen Rekru 
ten unter dem Druck der Maschinengewehre auseinander- 
getrieben wurden und sich in der Stadt der goldenen §rcis 
heit hingaben. 
Nachdem so alles für die Matrosen und ihre revolutio 
nären Machthaber wunschgemäß verlaufen war, fuhren die 
Autos wieder ab, und man stieß den Hauptmann Dziobeck 
im vorbeifahren in den Tiergarten. 
Ganz Berlin konnte ich mit wenigen hundert Mann 
unmöglich decken. Um so mehr glaubte Liebknecht sich nun 
mehr stark genug, seinen Schlag zu führen. 
In ihrer Not hatten die Mehrheitssozialisten ihr bestes 
Pferd im Stalle, den Gouverneur von Liel, Gustav Noske, 
in das Labinett gerufen. Er war seit dem r. Ianuar von 
Liel zurückgeholt, zum militärischen Oberbefehlshaber er 
nannt worden und hatte sich im Generalstabsgebäude am
	        
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