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Soldatentreue

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

politischen Betrachtungen und allmähliche Gründungen zu. 
Schnellstes Handeln war am Platze. 
Dadurch, daß mir der ganze Befehlsapparat des 
4. Garderegiments und feine Äasernen zur Verfügung 
standen, ging die Einreihung -er alten Gardisten unter 
Suppe und ihre Zusammenfassung mit den mir gebliebe 
nen und wiederkommenden Mannschaften des Regiments 
ohne Reibungen vonstatten. 
Unterstützt wurde ich in nie versagender weise durch 
die ohne Ausnahme bei mir gebliebenen Offiziere und Un 
teroffiziere des Regiments, meine alten Lriegskameraden, 
die mich auch hier nicht im Stiche ließen. 
wenige Neuerungen führte ich schnell ein. Ich ließ Ver 
trauensleute wählen und setzte ihre Befugnisse fest. Diese 
wurden vermehrt durch Mitwirkung als Richter, wie wir 
dies noch in den goer Zähren in der Armee hatten, durch 
Beschwerdevcrmittlung und dergleichen. Im übrigen galten 
die Militärgesetze der alten Armee. Es wurde festgesetzt, 
daß Verräter, Meuterer und Fahnenflüchtige, sobald sie 
schuldig befunden oder auf frischer Tat ertappt wurden, 
der Todesstrafe verfielen. Der Exerziermarsch wurde durch 
den „stolzen Gleichschritt" ersetzt, der bei Ehrenbezeugun- 
gen anzuwmden war. Jeder, auch der gemeine Soldat, 
grüßt durch Anlegen der Hand an die Lopfbedeckung. Dies 
waren Änderungen, die in der Zukunft den Litt des 
korps festigten. Es hat zuerst in Deutschland seinen wert 
in der schwersten Belastung einer Truppe, im Lampf 
gegen eigene Volksgenossen bewiesen. 
Die bolschewistischen Einflüsterungen der Zeit, die, in 
Berlin durch Schlagworte vermehrt, besonders heftig ge 
gen die Truppen brandeten, wurden mit Hilfe der Ver 
trauensleute und einer vom Oberleutnant Hans v. Lessel 
redigierten Zeitung überwunden.
	        
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