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Novembersturm

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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3n der Nacht zum jj. November hatte beim 4. Garde- 
Regiment z. 8- Hauptmann von Steinwchr die vordere 
Linie übernommen. Alle Rräfte des Regiments standen 
im Äampf und in der letzten Nacht des Weltkrieges den 
8ranzosen mit Gewehr im Arm gegenüber. Hauptmann 
von Steinwehr schreibt über den letzten Lamps des Re 
giments am waffenstillstandstage, dem }j. November 
191*» folgendes: 
„Trübes regnerisches Novemberwetter lag über der 
Landschaft und bedrückte die Stimmung, die trotz aller 
heldenhaften Leistungen der letzten Lriegsjahre und der 
letzten Zeit im besonderen das erhoffte Ziel — den Sieg — 
immer mehr im Schwinden sah. Da kam am Morgen des 
jo. Novembers der Befehl für das Bataillon zum Ein 
satz in die vordere Linie. Gleichzeitig verbreitete sich die 
Nachricht vom Übertritt des Laifers über die holländische 
Grenze, von der Aufnahme von Waffenstillstandsver 
handlungen, vom Herüberfenden von Parlamentären. Alles 
deutete darauf hin, daß dieser letzte Befehl nur gegeben 
war, um nach einigen Tagen der Ruhe durch Einsatz des 
Bataillons dem H. Bataillon nun auch Ruhe zuteil wer 
den zu lassen. Aber die Lämpfe des -0. Novembers belehr 
ten uns anders. 8ast das ganze Regiment stand in 8ront 
im Gefecht. Die Nacht zum jj. November verlief ruhig. 
Um s Uhr morgens schrillte das Telephon. Man wußte, 
jede Stunde konnte unerhörte Neuigkeiten bringen, und 
da kam nun die langersehnte Nachricht: Um jo,56 Uhr 
heute mittag Waffenstillstand. Jubel, Aufatmen, Gott sei 
Dank, das haben wir geschafft, wenn es auch kein Waf 
fenstillstand des Sieges ist, wir haben getan, was wir 
konnten. Da, um 7 Uhr morgens, wieder das Telephon. 
Llar und trocken kam der Befehl, durch Gegenangriff 
den im benachbarten Divisionsabschnitt noch eingedrunge-
	        
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