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Der Kapp-Putsch

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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Marsch nach Berlin antrat. Es ist daher bedauerlich, daß 
der treue Preuße und Patriot Lapp von einem harten 
Schicksal ereilt wurde und bald darauf an schwerem Leiden 
ein schmerzensreiches Ende fand. Aber er starb stolz als 
Preuße und hat feine Schritte, die er glaubte, zum Besten 
des Vaterlandes unternehmen zu müssen, nie bereut. 
Durch das nach ihm benannte Unternehmen kam wenig 
stens ein Mann, der General von Seeckt, ans Ruder, -er 
dann das neue kleine deutsche Heer geschaffen hat. 
General v. d. Lippe und ich berichteten nunmehr dem 
General von Lüttwitz von den immer mehr sich häufenden 
Unzuträglichkeiten, die leider auf die Truppe und auf alle 
Ordnungsbehorden ungünstig wirken mußten. Exzellenz 
v. Lüttwitz trat bald, nach Besprechungen mit Parteifüh 
rern, von seinem Posten zurück. 
In dem Rreise -er Reichswehrführer nahm der Oberst 
wetze! das Wort und schlug als Lhef für die Entwicklung 
der Reichswehr den General von Seeckt vor. Er war uns 
aus dem Lriege als glänzender Generalstabsoffizier be 
kannt. Ich stimmte dem Oberst wetze! sofort zu und habe 
es nie zu bereuen gehabt, denn der eigentliche Gründer der 
neuen deutschen Reichswehr und der Organisator ist der 
General von Seeckt gewesen und wird es immer bleiben. 
General von Seeckt wurde einstimmig gebeten, seinen Po 
sten zu übernehmen, und fing am selben Tage mit seiner 
dornenvollen Arbeit an. Auch ich bekam einen kleinen Teil 
insofern ab, als ich in meiner Stellung als Infanteriefüh 
rer der Reichswehrbrigade nunmehr als Zeitfreiwilliger 
eingezogen wurde. Ich bekam Gehalt, und dies war ange 
nehm, weil ich bei meinem Abschied im Dezember ohne 
jede Pension auf die Straße gesetzt worden war. General 
von Seeckt beabsichtigte, mich in meiner Stellung zu be 
lassen; aber als die über Weimar nach Stuttgart geflohene
	        
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