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Der Kapp-Putsch

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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9 Reinhard T9J8—19 
versuchte, versagte er gänzlich. Es schädigte das Ansehen 
des Generals von Lüttwitz ebenso, wie er große Unsicher 
heit auch in die Leitung der Truppe brachte. 
An» J6. März war ich vom General v. Lüttwitz zum 
Führer des Wehrkreises Berlin ernannt. Tags darauf, als 
man noch alle möglichen Hoffnungen hatte, wurde ich 
zum Divisionskommandeur bestimmt, und der General 
Graf von der Goltz trat an meine Stelle. 
Ich war außerordentlich erfreut hierüber, weil ich so 
meinem alten Brigadekommandeur von der -. Gardedivi 
sion im gelbe wieder nähertreten konnte, wiederum einen 
Tag später, als Herr Lapp zusammenbrach, wurde Gene 
ralleutnant v. Oven als Wehrkreiskommandeur erneut 
eingesetzt. Graf v. d. Goltz wurde Divisionskommandeur, 
und ich sollte meine früher innegehabte Stelle als Infan 
terieführer der Reichswehrbrigade übernehmen. Graf Goltz 
dankte für weitere Dienste, und ich tat das gleiche, wurde 
aber dringend von General v. Oven gebeten, zu bleiben. 
Ich konnte dies im Augenblick schließlich gar nicht aus- 
schlagen, weil einmal die Berliner Truppe zu sehr an mir 
hing und ich sie auch nicht in der nun einmal total ver 
fahrenen Lage im Stich lassm wollte. Auch Oberst Wetzel 
ersuchte, in meiner Stellung zu bleiben. 
Der Artilleriekommandeur, Generalmajor von der Lippe, 
bat mich, mit ihm in die Reichskanzlei zu gehen und zu 
sehen, wie die Lage wäre. wir erfuhren hier erst dm 
vollen Rücktritt Rapps. Auch ihn hatte ich vor Monaten 
kennmgelernt. Er hat sein Bestes hergegeben, um Deutsch 
land in seiner schwersten Stunde zu helfen. Er hat ver 
sucht, den Sozialismus zu bekämpfen. Ich habe nicht den 
Eindruck gehabt, daß Lapp den Moment zum Handeln 
schon für gekommen sah, als Lapitän Ehrhardt, dessen 
Marinebrigade der Auflösung verfallm sollte, seinm
	        
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