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Der Abschied

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

„Sehr verehrter Herr Oberst! 
Lin aus der Geschichte der Menschheit gewonnener 
Lrfahrungssatz lehrt uns, daß die Undankbarkeit eine 
charakteristische Eigenschaft der Völker ist. 
Man hat sie aus dem Dienst des Reiches entlas 
sen. Ihre Entlassung ist von den Männern gezeich 
net, die nicht zuletzt Ihrer Umsicht und Ihrer Tat 
kraft ihre Regierungs-, vielleicht sogar ihre physische 
Existenz verdankm. 
wer wie wir in den trüben Tagen des Januar 
und März |9|9 zusammen gearbeitet und gekämpft 
hat, der weiß und wird es nie vergessen, worum es 
damals ging. 
wir haben Sie öffentlich den Retter Berlins ge 
nannt und stehen nicht an, das heute und immer zu 
wiederholen. 
wenn wir auch nicht die Machtfülle haben, Sie 
im Dienst des Vaterlandes zu halten, so haben wir 
doch das Bedürfnis und fühlen in uns die Verpflich 
tung, auch äußerlich zu Ihnen zu stehen, wir bit 
ten Sie, als ein Symbol dieses inneren und äußeren 
Zusammenstehens den Ehrenbecher annehmen zu wol 
len, den der Bürgerrat von Groß-Berlin Ihnen in 
Erinnerung an die gemeinsame Not, die gemeinsame 
Arbeit und den gemeinsamen Äampf stiftet." 
Dann verschwand ich in westpreußischen Wäldern in 
meiner Heimat im Lreise 8latow, die nach dem Zwangs 
vertrag von Versailles jetzt zu Polen gehört, und erholte 
mich von all dem, was seit dem Lriegsausbruch |$}4 an 
einem vorübergegangen war.
	        
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