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Zur Auslieferung der Kriegsbeschuldigten

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

während der Vernehmungen des Untersuchungsaus 
schusses im Reichstage schnitt Helfferich den Herrn Lohn 
und antwortete nicht auf seine Fragen, weil dieser bekann 
termaßen mit russischem Gelde die deutsche Revolution an 
gefacht hatte. Der deutsche Patriot und vorzügliche Mi 
nister Helfferich wurde in Geldstrafe genommen, und als 
er das zweitemal am nächsten Tage auch nicht antwortete 
und für ihn und die Herrn Lohn auch nicht antwortenden 
Generäle Hindmburg und Ludendorff unter Umständen 
Haft eintreten mußte, erschien wieder der Hauptmann pabst 
bei mir und fragte, was ich zu tun gedächte, wenn man 
die drei genannten Persönlichkeiten verhaftete. Er bekam 
dieselbe Antwort wie bei der beabsichtigten Auslieferung 
der Lriegsbeschuldigten und ging befriedigt fort. Die Un 
tersuchungen im Reichstage hörten plötzlich auf, nachdem 
Hindenburg erklärt hatte, die Front sei durch die Heimat 
von hinten erdolcht worden. 
Die Regierung sprach mir ihr Mißfallen aus, weil ich 
dem Feldmarschall statt eines Postens eine Ehrenkompagnie 
gestellt hatte. 
Als es dem Feldmarschall nun in Berlin langweilig 
wurde, ließ er durch das Reichswehrministerium Noske 
fragen, ob man etwas gegen seine Abreise hätte, denn er 
würde ja nicht mehr vernommen. Zugleich fragte der be 
treffende «Offizier, wie man damals härte, ob man dem 
Feldmarschall wenigstens bei seiner Abreise eine Ehren 
kompagnie stellen dürfte. Noske erwiderte: 
„Stellen Sie ihm zwei, wenn er bloß abreist!"
	        
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