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Zur Auslieferung der Kriegsbeschuldigten

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

General von Gündel war aufgesprungm und stand mir 
erregt gegenüber. 
General Ludendorff flüsterte ihm etwas ins (Ohr; die 
Lage blieb dieselbe. 
Da unterbrach di« Stille die Stimme eines alten See 
mannes: „Der (Oberst da, der Mann hat Recht. Ich gehe 
auch nicht rüber und empfehle mich." 
Der Admiral von Schröder, der Löwe von Landern, 
hatte gesprochen und ging. 
Der General der Lavallerie v. d. Marwitz erklärte, -aß 
er auch meiner Auffassung sei. Er überreichte mir so ooo 
Mark für meine (Organisation und verließ die Versamm 
lung. Der General der Infanterie von Folkenhay» ftand 
auf, bekannte sich ebenfalls zu meiner Auffassung und er 
klärte, daß er einen Zweck der Versammlung nicht weiter 
einsähe. Er schlüge vor, daß man die Versammlung auf 
löse. 
Alles verließ das Rönigliche Schloß, in dem nur Wed 
ding mit den beiden erstgenannten (Offizieren zurückblieb. 
Ein entschiedenes „Nein" hatte hier feine Wirkung nicht 
verfehlt. 
Zur Ansicht der Generäle von Heeringen und von Gün 
del muß ich hier noch anführm, daß mir erst nach langen 
Iahren die Auffassung des Generaladjutanten Seiner 
Majestät des Kaisers, des Generalobersten v. pleffen, be 
kannt geworden ist, -er den Laifer und den Kronprinzen 
mehrfach aufgefordert hatte, sich in Paris zu stellen. Der 
Kronprinz hatte dies tapfer in Paris zugesagt, wenn da 
mit „allen andern Deutschen und seinem Vater" die Ge 
stellung erlassen würde. 
Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Generäle von Hee 
ringen und von Gündel gerade wegen dieser Haltung des 
Generals von plessen sich auch stellen wollten, um ihren
	        
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