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Der Friedensvertrag von Versailles

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

mich, zu bleiben; ihm liefe sonst die Reichswehr ausein 
ander. Als ich ihm einen Borb gab, bat er mich aus vater 
ländischem Interesse um weitere Dienste, und damit schlug 
er als Sozialdemokrat mir eine Waffe aus der Hand. Ich 
sagte ihm, aus nationalen Gründen würde ich zunächst 
noch bleiben; aber Reibungen würde es in Berlin ja doch 
bald wieder geben. An all den Sünden der Sozialdemo 
kratie konnte man als nationaler Mann und «Offizier nicht 
achtlos vorübergehen. 
Damals hatte sich ein im 8elde degradierter Unteroffi 
zier mit gefälschten Papieren in die Brigade eingeschmug 
gelt. Er hatte sich an den „vorwärts" mit Beschwerden 
über reaktionäre Strömungen und Diensthandlungen, über 
das Grüßen der «Offiziere und dergl. mehr gewandt. Der 
Redakteur Büttner veranlaßte darauf eine Hetze gegen den 
«Offizier im allgemeinen und mich im besonderen im „Vor 
wärts", bis ihn Noske kommen ließ und außerdem Ende 
September |g)g eine Rede vor den Vertrauensleuten der 
Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin hielt. Er sagte: 
„Nie hat «Oberst Reinhard ein Hehl daraus gemacht, daß 
er Monarchist ist. Trotzdem steht er, wie so viele bewährte 
«Offiziere, hinter Republik und Regierung, um das Letzte 
von unserem vaterlande abzuwenden. «Ohne den verbleib 
der Offiziere wäre das Land mit Riesenschritten dem 
Lhaos zugetrieben. Ich habe mir die altm Offiziere und 
Beamten, verprügelt und bespuckt, wie sie waren, einzeln 
wieder hervorgeholt und mit ihnen das Schlimmste ver 
hütet, gerade auch hier in Berlin. Line Reihe von Offi 
zieren waren die reinen wallensteiner, die mir ihre Trup 
pen von sich aus gebracht haben. wird das Offizierkorps 
weiter so beschimpft, so kann sich keiner darüber wundern, 
wenn es einen Ekel vor der Revolution und Regierung 
bekommt." 
Ul
	        
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