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Der Märzaufstand

Full text: 1918-19 / Reinhard, Wilhelm (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

stehenden Aufstand zuvorzukommen sei. Das Ministerium 
willigte ein. Das Oberkommando belegte am s. März 
Berlin wieder mit zahlreichen Hreiwilligenverbänden von 
außerhalb und richtete sich auf das Lammende ein. 
In Berlin wurden außerordmtlichc Äriegsgerichte ein 
gesetzt. vor Hochverrat und Aufruhr wurde gewarnt. 
Trotzdem fielen die ersten Schüsse. In Lichtenberg kam es 
zu regelrechtem 8euergefecht. In Berlin wurden sr Poli 
zeireviere gestürmt und die Polizisten ausgehobm. Am 
4. März kam es zu Unruhen am Alexanderplatz, wobei sich 
die Volksmarinedivision auf der Seite des Aufruhrs be 
tätigte. 
Am s. Mär; gab die Marinedivision Waffen an die 
Bevölkerung aus und ging morgens geschlossen ins geg 
nerische Lager über. Alle möglichen Greueltaten, auch Mar 
terungen einzelner Soldaten, kamen vor, und die republi 
kanische Soldatenwehr, die schon im Dezember jgjs von 
den Mehrheitssozialisten als Ersatz für die alte Armee ge 
gründet worden war, ging mit großen Teilen gleichfalls 
zu den Kommunisten über. Mir wurde dies dadurch be 
kannt, daß Verpflegungstransporte meiner Brigade beim 
Proviantamt und unterwegs im Norden Berlins ange 
griffen, geplündert und die wenigen Begleiter in eine Äa- 
ferne in der Larlstraße eingesperrt worden waren und er 
schossen werden sollten. Ich ließ daher ein Bataillon mit 
Artillerie fertig machen. 
Es kam darauf an, den nun beginnenden Aufstand nie 
derzuschlagen. Ich beabsichtigte, Moabit und die angren 
zenden nördlichen und östlichen Stadtteile bis zur 8ried- 
richstraße von allen republikanischen Banden zu säubern 
und sie zu entwaffnen, vor allem waren es in der Hanno 
verschen- und Larlstraße liegmde Soldatenwehren, die sich 
feindselig gestellt hatten. 
-or
	        
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