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Die Volksmarinedivision an der Seite der revolutionären Arbeiter Die Volksmarinedivision während des Reichsrätekongresses vom 16. bis 21. Dezember

Full text: Die Volksmarinedivision / Wrobel, Kurt (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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mandant, der Matrose Otto Tost, kämpfte als Delegierter des 
Kongresses vor dessen Plenum um die Annahme der in der 
Resolution gestellten Forderungen. 170 Seine Kameraden unter 
stützten ihn dabei von der Tribüne des Hauses aus. Als der 
Präsident des Kongresses, Leinert, drohte, die Tribüne räumen 
zu lassen, rief ihm ein Matrose zu: „Passen Sie auf, daß Sie 
nicht ausgeräumt werden!“ 180 
Eine Einladung der Soldatenräte zu einer dritten Tagung im 
Schloß beweist, in welchem Maße die Volksmarinedivision 
neben dem Spartakusbund bei dieser Einwirkung auf den 
Reichsrätekongreß die treibende Kraft war und daß sie bis 
zum traurigen Ende dieses Kongresses den Kampf um die 
gestellten Forderungen nicht auf gab. Die Einladung lautete: 
„Vblksmarinerat von Berlin, den 19. 12. 1918 
Groß-Berlin und Vororten im Schloß 
Einladung 
Auf Grund des uns erteilten Auftrages laden wir Ihren 
Soldatenrat, vertreten durch 3 Delegierte, zu einer Sitzung auf 
Freitag d. Mts., nachm. 3 Uhr, im Kaisersaal des Schlosses zu 
Berlin ein. 
Tagesordnung: 
1. Berichterstattung. 
2. Vorbereitung von Anträgen, die zur Vollsitzung der Groß- 
Berliner Soldatenräte im Reichstag zu stellen sind. 
Kameraden! 
Wir sind der Ansicht, daß unsere beiden Sitzungen sehr viel 
zur Klärung der Lage beigetragen haben, und hoffen deshalb, 
daß Sie auch in der heutigen Sitzung vertreten sind. 
Es leben unsere selbstgewählten, von unserem Vertrauen 
getragene Soldatenräte! 
(Stempel) Im Aufträge 
Die Volksmarinedivision gez. Dorrenbach“ 181 
179 Allgemeiner Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands 
vom 16. bis 21. Dezember 1918.. Berlin 1921, S. 66 (siehe Quellenverzeichnis), 
und „Die Rote Fahne“ vom 19. Dezember 1918. 
180 „Die Rote Fahne“ vom 20. Dezember 1918. 
181 Deutsches Zentralarchiv I, Potsdam, Reichskanzlei, Nr. 2508/5, Bl, 23.
	        
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