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Die Volksmarinedivision an der Seite der revolutionären Arbeiter Pressehetze und Intrigen gegen die Volksmarinedivision

Full text: Die Volksmarinedivision / Wrobel, Kurt (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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rig sein würde, die Matrosen zur Erfüllung der Forderungen 
zu zwingen. Dem Kommandanten der Volksmarinedivision, 
Radtke, gegenüber drückte er das folgendermaßen aus: 
„Euch aus dem Schloß herauszukriegen ist eine Kleinigkeit. 
Die Truppen von der Front sind zurückgekehrt. Ich lasse ein 
fach vier Divisionen von allen Seiten anmarschieren, und 
dann werdet ihr schon herauskommen.“ 164 
Ein Geheimbeschluß des Vblksmarinerates 
Während die Offiziere des Generalkommandos eine gewalt 
same Entwaffnung der Volksmarinedivision vorbereiteten und 
während Ebert dem Stadtkommandanten den Auftrag gab, die 
Volksmarinedivision auf diplomatischem Wege zu liquidieren, 
fand im Schloß am 12. Dezember eine erweiterte Sitzung des ‘ 
Volksmarinerates statt. In der Sitzung kam deutlich zum Aus 
druck, daß die Leitung der Division die Existenz ihrer Truppe 
bedroht sah. Ein Matrose Schümm bezog die Position der 
Mehrheitssozialisten; er warf dem Fünferausschuß vor, Politik 
betrieben und dadurch die Truppe in Gefahr gebracht zu 
haben. Er wandte sich auch gegen die Haltung des Dreiund- 
fünfzigerausschusses der Marine und behauptete, dieser stehe 
im Begriff, zu „Spartakus“ hinüberzurücken. Dorrenbach 
stellte klar, daß gerade Schümm derjenige sei, der Politik be 
treibe, indem er selbständig Versammlungen einberufe, gegen 
Liebknecht hetze und sich auch sonst als ständiger Quertreiber 
erweise. Radtke gab dann Auskunft über den Grund eines 
kurz zuvor erfolgten Auftretens Karl Liebknechts im Schloß. 
Er teilte mit, daß man Liebknecht geholt hatte, weil eine Ab 
ordnung der Fronttruppen im Schloß erschienen war, welche 
um Aufklärung über Bolschewismus gebeten habe. Liebknecht 
habe bei seinen Ausführungen besonders die Notwendigkeit 
der Propaganda betont. Radtke ließ erkennen, daß er nicht 
alle Ideen Liebknechts begriffen hatte. Er äußerte die Befürch 
tung, daß die Regierung die Volksmarinedivision loswerden 
wolle und daß die Gegenrevolutionäre einen Putsch gegen sie 
vorbereiten. Als Weg für die weitere Sicherung der Existenz 
der Division schlug er vor, sich nicht mehr in politische Dinge 
einzumischen, sondern fest zur Regierung zu stehen. 
164 Erklärungen der Volksmarinedivision, a. a. O.
	        
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