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Die Volksmarinedivision an der Seite der revolutionären Arbeiter Pressehetze und Intrigen gegen die Volksmarinedivision

Full text: Die Volksmarinedivision / Wrobel, Kurt (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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Werte ... an dem Tage verschwunden ist, als sich die Matrosen 
division überhaupt erst bildete. . . Sie haben vielleicht er 
fahren, daß ein Schloßdiener in ganz ungeheuerlichem Maße 
gestohlen hat... Gestohlen in einem Umfange, wie es ein ein 
zelner sonst gar nicht hätte tun können.“ 157 
Zu der sogenannten Denkschrift bemerkt Heinig noch, daß 
man sie insgeheim fabrizierte und daß diejenigen Mitarbeiter 
des Ministeriums, die wie er täglich mit den Matrosen zu tun 
hatten, nichts davon wußten. Er schreibt: 
„Entscheidend bedenklich sind an dem Schreiben die rein 
moralischen Beigaben, die in einem amtlichen Schriftstück 
in jenen aufgeregten Tagen geradezu katastrophal wirken 
mußten.“ 158 
Damit aber hatte das Schanddokument genau die Qualitäten, 
die für die Verleumdung der Matrosen benötigt wurden. Alle 
offenen und versteckten Feinde der Matrosen haben es dann 
auch in ihre Machwerke aufgenommen. Anton Fischer druckte 
es in vollem Wortlaut ab. Rudolf Rotheit tat dasselbe und 
räumte dieser „Denkschrift“ ein ganzes Kapitel ein. Darin 
findet sich das bemerkenswerte Eingeständnis; „Von Tag zu 
Tag wurde die Marinedivision den mehrheitssozialistischen 
Regierenden unbequemer. Mit steigendem Zorn beobachteten 
sie die häufigen Besuche Liebknechts, Ledebours, des Sparta 
kistenführers Pieck, des Polizeipräsidenten Eichhorn bei den 
Matrosen.“ 159 
Auch der Untersuchungsausschuß über die Ursachen der 
Januarunruhen 1919 in Berlin, dessen Aufgabe darin bestand, 
die Dezember- und Januarverbrechen der Regierung zu recht- 
fertigen, hat dieses Schriftstück in seinem „Bericht“ ent 
sprechend verwertet und in seinen Urkundenband auf 
genommen. 160 
Otto Wels, der befürchtete, daß die Regierung nicht schnell 
genug mit dem Inhalt des Schriftstückes bekannt würde, 
schickte auch noch das ihm zugesandte Exemplar zur Reichs 
kanzlei und fügte ein Schreiben hinzu, das noch verschärfend 
wirkte. Es hieß darin: 
157 Niederschrlltenband UdPL, S, 8033 (siehe Quellenverzeichnis). 
158 Kurt Heinig, a. a. O., S. 89. 
159 Rudolf Rotheit, a. a. O., S. 68. 
160 Urkundenband UdPL, 11. Aktenstück (siehe Quellen Verzeichnis).
	        
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