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Full text: Die Volksmarinedivision / Wrobel, Kurt (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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bilden, die jedoch bald wieder auseinanderfiel, weil die Rechts 
sozialisten dieselbe sabotierten. 27 28 Karl Grünberg schreibt dazu: 
„Gegen die am 9. November von Liebknecht mit Hilfe des 
Leutnants Dorrenbach gegründete ,Rote Garde“ führten sie (die 
Ebert, Scheidemann, Wels — K. W.) mit Erfolg den Waffenstolz 
der Garnison ins Treffen,“ 28 
Nach dem bisher über Dorrenbach Gesagten erscheint es 
angemessen, mit einer Tendenz zu brechen, die in der gesamten 
Literatur, in der sein Name auftaucht, vertreten ist. Wir finden 
ihn überall nur als Leutnant beziehungsweise als Offizier be 
zeichnet. Seine Vergangenheit beweist jedoch, daß er auf einem 
geradlinigen Weg zur Arbeiterbewegung gestoßen ist, daß er 
selbst jahrelang als Fabrikarbeiter und in der Arbeiterbewegung 
tätig gewesen ist, daß .er seit 1916 gegen den Krieg kämpfte 
und dafür litt. Der Mann, der am 9. November mit Karl Lieb 
knecht zusammen daranging, eine Rote Garde zu gründen, war 
ein klassenbewußter Proletarier. 
Die ersten, die Liebknecht und Dorrenbach am 9. November 
halfen und sich ihnen zur Verfügung stellten, waren Matrosen. 
Rotheit vermerkt, daß sich Dorrenbach zunächst um den Sani 
tätsdienst und Verpflegungsdienst kümmerte und daß Matrosen 
ihm halfen. 29 Andere Matrosen besetzten an diesem Tag einzeln 
oder in Gruppen das Reichsmarineamt, die Kommandantur, 
das Kriegsministerium und die Reichskanzlei. Sie erkannten, 
daß es notwendig ist, diese Bastionen der Gegenrevolution so 
fort unter die Kontrolle der Arbeiter- und Soldatenräte zu 
bringen. Das spätere Mitglied der Volksmarinedivision Markus 
Markiewicz schrieb in seinem Lebenslauf: 
„Am ersten Revolutionstage besetzte ich mit anderen Kame 
raden das Reichsmarineamt.. .“ 30 
27 Die biographischen Angaben vgl. Bleeck-Sehlombach, a. a. O.. S. 14—17; 
und Rudolf Rotheit, Das Berliner Schloß im Zeichen der Novemberrevo 
lution, Berlin 1922. S. 24—26. 
28 Karl Grünberg, Revolutionssoldaten, ln; „Die Rote Front“, 5. Jahrg., 
Nr. 38. 
29 Rudolf Rotheit, Das Berliner Schloß Im Zeichen der Novemberrevo 
lution. Berlin 1922, S, 26 (Rotheit ergreift' in seinem Buch Partei für die 
verbündeten Gegenrevolutionäre. Dorrenbachs Rolle versucht er hier zu 
bagatellisieren). 
so Bleeck-Sehlombach, a. a. O., S. 59.
	        
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