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Der Kampf um das Heer in den ersten Tagen der Novemberrevolution

Full text: Die Volksmarinedivision / Wrobel, Kurt (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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So waren sich die USPD-Führer nicht grundsätzlich einig in 
den Fragen der Beteiligung an der provisorischen Regierung, 
über ihre Aufgaben und Ziele in einer solchen und über die 
organisatorischen und politischen Maßnahmen zur Vorbereitung 
und Durchführung der Revolution überhaupt. 
Wilhelm Pieck berichtet in seinen „Erinnerungen an die 
Novemberrevolution“ vom Zurückweichen der USPD-Führung 
vor den aktuellen Erfordernissen der Vortage des 9. November: 
„Der Berliner Zentralvorstand der USPD bekam es aber mit 
der Angst zu tun vor der Aktivität und lehnte deshalb die 
für Sonntag, den 3. November, vorgesehenen Versammlungen 
als revolutionäre Gymnastik ab, weil man gleich ,aufs Ganze“ 
gehen wolle und das nicht durch solche revolutionären 
Zwischenstufen wie Versammlungen mit anschließenden De 
monstrationen ,gefährden 1 wolle.“ 18 
Die USPD war im Grundsätzlichen keine marxistisch-leni 
nistisch organisierte und handelnde Partei. Sie unterschied 
sich im wesentlichen von der SPD nur durch die Verworren 
heit ihres Programms, durch eine unterschiedlichere Zusam 
mensetzung der Führung und durch ihre radikalere Stellung 
nahme zu verschiedenen aktuellen politischen Problemen. 
Die USPD war 1917 aus der vom Parteivorstand aus der 
SPD ausgeschlossenen Opposition gegen die Kriegspolitik der 
SPD-Führung entstanden. (Der Spartakusbund gehörte der 
USPD nur organisatorisch, als selbständige „Propaganda 
vereinigung“ an.) Aber allein eine Opposition gegen die 
Politik der Führung der SPD, die den imperialistischen Krieg 
nicht nur schlechthin duldete, sondern unter der dema 
gogischen Losung der „Vaterlandsverteidigung“ direkt unter 
stützte, konnte als Grundlage nur ungenügend sein, um mit der 
USPD eine disziplinierte, revolutionäre Kampfpartei des Pro 
letariats mit einem festgefügten Führerkollektiv zu schaffen. 
Lokale Organisationen der USPD spielten zwar vielfach eine 
positive oder in diesem Sinne überhaupt die führende Rolle 
in den Revolutionstagen, auch gelang es der Führung der 
USPD als Ganzes, sich teilweise zu wahrhaft revolutionären 
Handlungen durchzuringen — aber ebenso hat sich die Politik 
anderer lokaler Organisationen oder der Führung in anderen 
18 Wilhelm Pieck, a. a. O., S. 81/82.
	        
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