Path:
Der Kampf um das Heer in den ersten Tagen der Novemberrevolution

Full text: Die Volksmarinedivision / Wrobel, Kurt (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

Sie sind jetzt Kameraden, well sie Euer Vertrauen 
braudien um Euch zu mlssbraudien! 
Sie lassen sich von Euch in die SoJdatenräte wählen, um 
dort zu verhüten, daß der Kapitalistenbande, der sie verwandt und 
verschwägert sind, ein Leids geschehe! Sie wollen von dort aus 
bewirken, daß der Soldat nicht werde eine Waffe gegen die 
Kapitalisten, sondern wie bisher bleibe ein Werkzeug der Kapitalisten 
gegen die Proletarier. 
Der feine Plan ist schon enthüllt. Im „Achtuhr-Abendblatt" 
vom 14. November spricht ein Herr „von A“ davon, man müßte 
über ganz Deutschland hin „Schutzbataillone“ bilden „zur Be 
wachung der wichtigsten Betriebe und Lager und zur Gewähr 
leistung der öffentlichen Sicherheit“. Wenn die gebildet seien, 
dann seien dfe anderen Soldaten zu entwaffnen und zu entlassen. 
Man mißtraut den Soldaten, man fürchtet, daß sie das Werk der 
Revolution, die Befreiung des Proletariats, zu Ende führen möchten. 
Soldaten! Erwidert misstrauen mit misstrauen 1 
Wählt in die Soldatenräte nur Leute Eurer Klasse, die wissen, 
was Ihr Proletarier als Proletarier zu tragen hattet, als noch kein 
Krieg war und was Ihr morgen wieder tragen müßtet, wenn die 
Kapitallstenherrschaft bleibt. 
Ist es nicht eine Schande, daß jetzt in dem Soldatenrat 
ein — Kriegsberichterstatter das große Wort führt, ein Mann, der 
den Krieg nur aus den Stabsquartieren kennt ? Und die Offiziere, 
die jetzt so „kameradschaftlich“ um Euch sich bemühen: fürwahr, 
sie haben die Revolution nicht gemacht. Sie hätten noch lange 
„durchgehaUen“. Die'Revolution siegte, weil Ihr die Waffen hattet 
und weil Ihr bereit wäret, sie gegen Eure wahren Feinde, Eure 
kapitalistischen Unterdrücker, zu gebrauchen. 
Soldaten ! Proletarier! Eure Soldatenräte müssen verlangen, 
daß die Hände, die das Werk der Revolution bis hierher vollbracht 
haben, bewaffnet bleiben, um es zu Ende zu führen. Ihr Proletarier, 
die Ihr jetzt den Waffenrock traget und die Ihr bald wieder in die 
Reihen Eurer arbeitenden Brüder zurück kehrt, bedenkt; Nur ein 
bewaffnetes Volk ist wahrhaft Herr seiner Geschicke. 
In diesen Tagen entscheidet Ihr Proletarier-Soldaten Ober Eure 
Zukunft, über Euer und Eurer Kinder Glück, über die Erlösung des 
Proletariates der Welt. 
Besinne Ditti, Proletarier! 
Hoch die proletaiisdie Revolution! 
Spartakusbund,
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.