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Appendix Dokumente und Berichte

Full text: Die Volksmarinedivision / Wrobel, Kurt (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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erklärte der Kamerad Föst, daß er von Spiero, dem Führer der 
Garde, den Auftrag erhalten habe, den Vollzugsrat zu ver 
haften. Da er den Kameraden Spiero als Vorgesetzten aner 
kannte, hatte er also in dessen Auftrag gehandelt. Er erklärte, 
daß er Spiero vor dieser versuchten Verhaftung gefragt habe: 
..Wer hat diese Sache veranlaßt?“ Daraufhin habe Kamerad 
Spiero gesagt: „Die ganze Sache ist tadellos vorbereitet; der 
Ebert wird Präsident.“ Auf seine weitere Frage, wenn die 
Sache schief gehe, habe ihm Spiero geantwortet: „Metternichs 
Matrosen sind informiert.“ 
• 
Kamerad Metternich: „Seit drei Tagen habe ich Spiero nicht 
gesehen. Ich traf ihn gestern zum ersten Mai vor der zwischen 
der Marine und Infanterie gemeinsamen Demonstration in 
Gegenwart der Kameraden Hillebrandt, Radtke, Rößler und 
Klopfel.“ Dieser Demonstration sei von ihm deshalb gestern 
zugestimmt worden, um damit die Gegensätze zwischen Infan 
terie und Marine öffentlich als überbrückt zu dokumentieren. 
Am Brandenburger Tor habe man sich getroffen und sei über 
eingekommen, von hier aus zur Reichskanzlei zu marschieren. 
Auf dem Wege dorthin sei der Kamerad Wilke (früher der 
Vertreter Metternichs) an ihn herangetreten mit dem Be 
merken: „Ich muß sofort von ihnen 50 Mann fürs Abgeord 
netenhaus haben.“ Als Grund gab Kamerad Wilke an; Ver 
haftung des Vollzugsrates. Er habe dieser Bitte unter keinen 
Umständen entsprechen können und die Gestellung der Truppen 
verweigert. Metternich (fortfahrend): „Ich erkläre feierlichst, 
daß ich in diesem Augenblick sofort den Entschluß faßte, mit 
den Kameraden der Marine wieder in die Quartiere zurück 
zugehen.“ 
Dorrenbach: „Ich muß konstatieren, daß der Kamerad Metter 
nich mir um Vs4 Uhr den Auftrag gab, für Vs5 Uhr zwei Last 
autos zur Ecke Wilhelm- und Anhaltstraße zu senden. Auf 
meine Frage, was die Autos dort tun und auf welchen Befehl 
sie reagieren sollen, antwortete Metternich: „Die Autos sollen 
Waffen holen und auf meinen oder Wilkes Befehl hören.“ Nach 
der Rückkehr des Kameraden Metternich berichtete ich, daß 
die Autos noch an der befohlenen Stelle standen. Daraufhin 
erklärte Metternich: „Warum sind die Autos noch nicht zurück 
gezogen?“ — „Na, ich habe noch keinen Befehl zum Zurück
	        
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