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Appendix Dokumente und Berichte

Full text: Die Volksmarinedivision / Wrobel, Kurt (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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Gerechtigkeit zu verlangen. Bevor die Demonstration von 
statten ging, erschien von der republikanischen Soldatenwehr 
der Kamerad Schiro, um den Kameraden Dorrenbach nochmals 
mit zur Kommandantur mitzunehmen. Der Genosse Wels 
wollte zusammen mit Dr. Bongartz in dem Moment des Er 
scheinens der beiden Kameraden das Auto besteigen. Man trat 
an ihn heran, mit der Bitte, sich nochmals sprechen zu lassen, 
er zögerte hin und her; inzwischen benutzte Dr. Bongartz, ohne 
von Wels beauftragt zu sein, die Gelegenheit, zum Tor der 
Kommandantur zurückzulaufen, um dort den Wachen zuzu 
rufen: „Schließt das Tor und macht euch bereit, die Matrosen 
sind schon im Anzuge“, was tatsächlich nicht der Fall war. 
Dorrenbach und Schiro erreichten es, trotzdem nochmals mit 
Wels zusammen zur Kommandantur heraufzugehen, wo bereits 
die Maschinengewehre in Stellung standen. Wels ließ sich auch 
jetzt noch nicht erweichen, redete hin und her, sagte nicht nein 
und nicht ja, bis nach einer halben Stunde die Meldung eintraf, 
daß die Märinedivision vor dem Zeughaus stände, und zwar 
Gewehr bei Fuß. 
Plötzlich fielen Schüsse, die die Kameraden Dorrenbach und 
Schiro veranlaßten, sofort hinunterzugehen, um das Einstellen 
des Schießens zu veranlassen. Das kurze Feuergefecht wurde 
dann auch sofort abgebrochen. Leider waren zwei Kameraden 
von der 3. Abteilung der Marinedivision und von der republi 
kanischen Soldatenwehr gefallen. Man stellte fest, daß die 
Schüsse von einem Panzerauto der Kommandantur und von 
der Universität, wo täglich Truppen von Lequis einquartiert 
werden, gefallen waren. Nunmehr war die Erregung der 
Kameraden von der Marinedivision nicht mehr zu dämmen, sie 
wählten wiederum Abgesandte, welche auf der Kommandantur 
erschienen und die Schuldigen dieses Vorkommnisses fest 
gestellt haben wollten. Eine Klarstellung, wer den Befehl zum 
Feuern gegeben hatte, konnte jedoch nicht erreicht werden, der 
Adjutant der Kommandantur setzte sich telephonisch mit dem 
Depot 14, das ist das Offiziersdepot, in Verbindung und veran- 
laßte, daß die ausgestellten Posten zurückzuziehen seien. Erst 
jetzt, als unschuldiges Blut geflossen war, bequemte sich Wels 
dazu, die Löhnung zu zahlen, worauf die Kameraden der Volks 
marinedivision sagten: „Um den schnöden Mammon ging es
	        
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