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Appendix Dokumente und Berichte

Full text: Die Volksmarinedivision / Wrobel, Kurt (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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Wohnung im Adlon und im Tiergartenviertel. Um die innere 
Organisation, welche unbedingt notwendig war, um die leider 
sich immer mehr breitmachenden Elemente, die auf Plünde 
rung und Diebstähle ausgingen, auszumerzen, kümmerte er 
sich nie. 
Endlich kam der 6. Dezember, wo auf Grund von Machen 
schaften unter anderen Berliner Regimentern auch die Volks 
marinedivision dazu mißbraucht werden sollte, den Volks 
beauftragten Ebert zum Präsidenten der Republik Deutschland 
auszurufen. Dieser von den höchst fragwürdigen Drahtziehern 
Freiherr von Stumm, Punge, von Rheinbaben usw. in Szene 
gesetzte Putsch, führte endlich am 8. Dezember dazu, den 
Grafen Metternich, der es verstanden hatte, sich unser Ver 
trauen zu erschleichen, zu entfernen. Seit diesem Tage herrscht 
vollkommene Ordnung in der Volksmarinedivision. Mit Strenge 
wird gegen die Kameraden, die sich irgend etwas zuschulden 
kommen lassen, vorgegangen. Der Kommandant Radtke mit 
seinem vierköpfigen Stab führt im Interesse der sozialistischen 
Republik ein auf gegenseitiges Vertrauen beruhendes gerechtes 
Regiment. 
Wir fragen nun, warum seit diesem Tage die Zahlungen von 
seiten der Kommandantur und der Intendantur ausblieben? 
Wir glauben mit den obigen Angaben bewiesen zu haben, 
daß die Kommandantur die Tatsachen auf den Kopf stellt, wenn 
sie behauptet, daß ohne Wissen und Wollen der Kommandantur 
die Zahl der Marine durch geheime Werbungen auf zirka 
3000 Mann angeschwollen ist. Im Gegenteil, aus eigenem An 
trieb heraus haben wir seit dem Tage, als uns durch den Fort 
gang Metternichs und seiner Helfershelfer eine organisatorische 
Arbeit ermöglicht wurde, sofort ohne Kommandantur abgebaut. 
Unsere Meldung vom 12. Dezember besagt, daß in den Listen 
der Volksmarinedivision geführt werden 3250. Wegen Mangel 
an Kleidung, Wäsche usw. waren ohne Löhnung und' Ver 
pflegung zur Disposition gestellt 1450 Mann, Untergebracht 
waren die restlichen 1800 Mann folgendermaßen: 
1100 Mann im Marstall, 
300 Mann im Abgeordnetenhaus, 
400 Mann in Moabit.
	        
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