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Die Verhandlungen über die Weitervermieiung
der Räume begannen im Oktober 1803. Der Eigen
tümer fragte am 7. Oktober 1903 an, ob die Stadt
gemeinde den Vertrag unter denselben Bedingungen
auf 5 Jahre verlängern wolle. Als ihm der Ma
gistrat mitteilte, daß zunächst nur beabsichtigt sei. die
Räume auf lV 2 Jahr weiter zu mieten, stellte er
die Bedingung, daß die Stadlgemeinde auch die
bauliche Unterhaltung der Räume nach außen über
nehmen sollte und zwar sollten nach, der Beendigung
der Mietszeit die Mauern neu mit Ölfarbe gestrichen
und das Dach neu hergestellt werden sowie Extra-
Reparaturen bis zu 1000 M gemacht werden. Der
Magistrat lehnte es aber ab auf diese Bedingungen
einzugehen. Hierauf hat sich Weise bereit erklärt,
die Räume der Stadtgemeinde bis zum 30. Sep
tember 1905 weiter zu vermieten; wenn der Miets-
zius um 1000 M jährlich erhöht würde, daun wolle
er auf eine äußere Instandsetzung des Hauses nach
dem Ende der Mietszeit verzichten, im übrigen sollten
die Bedingungen des früheren Vertrages Giltigkeit
haben.
Demnächst ist auf Grund des Beschluffes der
Stadtverordneten-Versammlung vom 10. Februar 1901
auf die Vorlage Drucksache Nr. 75 vom 28. Januar
1904 am 22. Februar 1904 folgender Nachtrags
vertrag geschloffen worden:
Der vorstehende Vertrag vom 14. Februar
1899 wird unter Abänderung des Mietspreises
auf 8166,67 M für das Jahr, im übrigen zu
den gleichen Bedingungen vom 1. April bis
30. September 1905 verlängert.
Druck von Adol'
Am 19. Juli 1905 ist das Grundstück in das
Eigentum des Kaufmanns Maltern übergegangen,
der Mietsvertrag ist nicht über den 30. September
1905 hinaus verlängert und das Grundstück daher
am 30. September 1905 geräumt worden.
Wenn auch der Wortlaut des Vertrages nicht
unzweifelhaft ist, so dürfte namentlich in Ansehung
der vorausgegangenen schriftlichen und mündlichen
Verhandlungen (vergl. Blatt 79, 80, 85 und 87/88
der Akten) die Stadtgemeinde Charloltenburg doch
die Verpflichtung haben, im Innern der gemieteten
Gebäude den Zustand wiederherzustellen, wie er vor
der Einrichtung der Räume zu Schulzwecken am
1. April 1899 bestanden hat.
Nachdem Vergleichsverhandlungen mit dem gegen
wärtigen Eigentümer gescheitert sind, haben wir uns
daher zur Vermeidung eines zweifelhaften Prozesses
für die alsbaldige Ausführung der Arbeiten ent
schieden.
Die Kosten werden nach dem Anschlage der Hoch
bauinspektion II sich bis auf 9000 Jt belaufen.
Unter den besonderen Verhältnissen ist uns eine
rechtzeitige Vorlage nicht möglich gewesen; wir bitten
deshalb um die nachträgliche Bewilligung der er
forderlichen Mittel.
Charlottenburg, den 26. Oktober 1905.
Der Magistrat.
Matting vr. Renfert,
u. i. V.
VII A s . 838.
ery, Charlottenburg.