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Volume IV. Unterrichtswesen

Full text: Verwaltungsbericht der Gemeinde Berlin-Friedenau (Public Domain) Issue 1914/1916 (Public Domain)

Vormünder den Abschluß eines Lehrvcrrrages, so wird die Vermittclungsstelle davon unterrichtet. Falls es 
dem Ausschuß nicht gelingt, für einen Knaben eine Lehrstelle zu beschaffen, so übernimmt die .Lehrstellen» 
verinittclling des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise" in Berlin seine Unterbringung. 
Von deir zu Michaelis 1914 aus der Schule entlassenen 124 Kindern haben allerdings nur 26 die 
gemeindliche Stellenvermittelung in Anspruch genommen, und nur zwei von diesen vermochte diese Stelle in 
Friedenau unterzubringen. 14 Schüler wurden durch ihre Eltern oder sonstige Fürsorgende in geeignete 
Lehren gebracht; die übrigen ließ die Friedeimuer Vermittclungsstelle durch die Zentrale des Verbairdes 
Märkischer Arbeitsnachweise versorgen. Ungeachtet der Schwierigkeiten des Krieges gelang cs dev Ver- 
ntittclungsslcllc, ihre Aufgaben zu erfiillen und zu fördern. Während der Monate Oktober 1915 bis März 
1916 wurde die Stelle von 126 Knaben und 1 Mädchen in Anspruch genommen. Von ihnen ivaren 97 
Kinder hiesiger Bürger, 23 gehörten zu Steglitz, 3 zrl Charlottenburg, 2 zu Berlin, 1 zu Kömgswustor- 
Hausen, 1 zu Wilmersdorf. Die Zahl der angemeldeten Stellen war 221, die der vermittelten Stellen 95. 
Aus Gemeinde»,itteln wurden durch die Gemcindevertrcktung für 1914 und 1915 je 200 Mk. und außerdem 
250 Mk. für schulärztliche Untersuchung- der schulentlassenen Kinder bewilligt. 
Die Ausgaben für die Jugendpflege betrugen iin Voranschlag für 1913 noch 1520 Mk., stiegen im 
Jahre 1914, infolge der neu austrctendendcn Ausgaben für die Berufsberatung und Lehrstellenvermittelung 
und Erhöhung der Zuschüsse an die Jugendorganisationen, auf 3510 Mk. und blieben bis 1916 auf dieser 
Höhe. 
Als Kriegsaufgabe fällt in den Wirkungsbereich des Jugendpflege-Ausschusses die 
Bildung und Unterhaltung von Jugcndkompagnicn. 
Am 28. August 1914 erging vom „Königlichen Generalkommissariat für die militärische Vorbe 
reitung der Jugend in der Provinz Brandenburg einschließlich Berlins" auf Grund des Ministerialerlasses 
vonr 16. August 1914, betreffend „militärische Vorbereitung der Jugend während des mobilen Zustandes" 
an den Gemeindevorstand die Einladung zu einer Besprechung dieser Angelegenheit im „Landeshause der 
Provinz Brandenburg" am 5. September, der dann schon in einer Versammlung ain 15. September iin Fricdc- 
nauer Realgymnasium, der u. a. Exzellenz, Generalleutnant Krause, Oberleutnant Sandrock und der Vor 
sitzende des Krieger- und Landwehrvercins, Justizrat Skopnik beiwohnten, die Bildung von drei Jugend- 
kompagnien folgte. Für diese lagen bereits 283 Anmeldungen Jugendlicher vor. Das Gymnasium stellte 
die „Jugcndkoinpagnie Friedenau Nr. 47", das Realgymnasium die „Jugcndkompagnie Friedenau Nr. 46", 
der Verein junger Männer, die Fortbildungsschule, der Turnverein und der Deutsch-nationale Handlungs- 
gchilfenvcrband gemeinsam die „Jugendkompagnie Friedenau Nr. 53". Non den drei Jugcndkompagnien 
zählten: 
Nr. 
jugendliche 
Mitglieder am 
24 9. 14 
1915 
1916 
47 
120 
94 
68 
46 
86 
65 
61 
53 
128 
60 
50 
zusammen 
334 
219 
179
	        
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