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Volume VII. Armen- und Waisenpflege

Full text: Verwaltungsbericht der Gemeinde Berlin-Friedenau (Public Domain) Issue 1913 (Public Domain)

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Einmalige Unterstützungen (einschließlich Gewährung von Naturalien, Einkleidung, Arzneien, zahn- 
ärzliche Hilfeleistungen, Geburtshilfe, Brillen, Bandagen und Beerdigung usw.) erhielten 210 Personen mit 
einem Kostenaufwande von zusammen 8769 M. 
Bon den Unterstützten waren ortsangehörig 302, 
,, „ ,, nicht „ 184. 
Die Lieferung der armenärztlicherseits verordneten Milch erfolgt durch den Verein der Berlin- 
Friedenauer Milchhändler zum vereinbarten Satz von 22 Pfg. pro Liter. Die Auswahl der einzelnen 
Lieferanten des genannten Vereins, die auf dem Lieferschein namentlich aufgeführt sind, ist den Milch 
empfängern überlassen. 
b) Pflegegelder für Kinder. 
An Pflegegeldern für Kinder wurden in 131 Fällen — 13 677 M. aufgewendet. 
Von den Kindern waren ortsangehörig 72, 
nicht „ 69. 
4. Geschloffene Armenpflege. 
a) Armenhaus. 
Im Armenhause waren untergebracht 3 männliche und 16 weibliche Personen sowie 17 Kinder. 
Während sich die Jnsaffen des Armenhauses im allgemeinen selbst beköstigen, wird eine bereits 
vor Jahren wegen Trunksucht entmündigte Person zum Satze von 1,50 M. pro Tag außerhalb des 
Armenhauses verpflegt. 
b) Andere Anstalten. 
Von Personen, die dauernder Wartung und Pflege bedürfen, waren im Berichtsjahre untergebracht: 
1. im Elisabeth-Siechenhause in Berlin .... 3 
2. in Landesirren-, Idioten- und Siecheuanstalten 
der Provinz Brandenburg 56 
Ferner befanden sich in Pflege: 
1. im St. Katharinenstift in Berlin 5 
2. im Evangelischen Johannisstift in Spandau 1 
3. im Grünen Hause in Berlin 14 
4. in der Königlichen Blindenanstalt in Berlin-Steglitz 1 
zus. 80 Pers. 
Die hierdurch entstandenen Kosten betrugen 11 879 M. 
Die Krankenhausunterbringung erfolgte in 236 Fällen auf Grund eines armenärztlichen 
Attestes und nach festgestellter Mittellosigkeit; sie verursachte einen Kostenaufwand von zusammen 19 333 M. 
Es kommen in erster Linie, da Berlin-Friedenau ein eigenes Krankenhaus nicht besitzt, die Kreis 
krankenhäuser in Frage. 
Es befanden sich: 
im Stubenrauch-Kreiskrankenhaus Berlin-Lichterfelde 68 und 
im Kreiskrankenhaus Berlin-Britz 33 Personen. 
In 84 Fällen erfolgte die Unterbringung in die von der Äuskunftsstelle des Magistrats Berlin benannten 
Krankenhäuser. 
Im Auguste Viktoria-Krankenhaus in Berlin-Schöneberg, in dem der Verpflegungssatz täglich 
3,50 M. beträgt, waren 18 Kranke untergebracht. In den Kreis- und den Krankenhäusern der Stadt 
Berlin betragen die täglichen Verpflegungskosten nur 3 M. 
Leicht Erkrankte, zu deren Überführung ein Krankenwagen nicht erforderlich ist, werden, wenn 
möglich, dem Oberlin-Kreiskrankenhause in Nowawes bei Potsdam überwiesen. Der tägliche Verpflegungssatz 
beträgt dort nur 2,50 M. 
In diesem Krankenhause waren 9 Personen untergebracht. 
Ferner wurden, wie weiter unten ausgeführt, in Lungen- und ähnlichen Heilstätten 23 
Personen behandelt. 
Die Überführung der Kranken nach den Krankenhäusern erfolgt in der Regel mit dem Gemeinde- 
Krankenwagen. 
Gemeingefährliche Geisteskranke werden zunächst von der Polizei der Anstalt „Maison de sant4“ 
in Berlin-Schöneberg zugeführt. 
Die täglichen Verpflegungskosten mit 3 M. fallen, wenn armenrechtliche Hilfsbedürstigkeit vorliegt, 
dem hiesigen Ortsarmenverband zur Last. 
Stellt sich die Notwendigkeit einer längeren Anstaltspflege heraus, so wird die sofortige Über 
führung des Kranken nach der für Berlin - Friedenau zuständigen Landesirrenanstalt Teupitz in die 
Wege geleitet. 
Zu den Pflege- usw. Kosten in der genannten Anstalt haben im Verhältnis 2 / 8 : l j t der Kreis und 
der endgültig verpflichtete Armenverband einen jährlichen Beitrag von 348 M. für Erwachsene und 228 M. 
für Kinder zu zahlen. 
Solange die Unheilbarkeit des Kranken nicht feststeht, sind weder vom Kreis noch vom Armen 
verband Pflegekosten zu entrichten. 
Die Lungenheilstätten-Behandlung der bereits erwähnten 23 Personen ist auf Antrag der 
hiesigen Tuberkulosen- und Alkoholftirsorgestelle erfolgt.
	        
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