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Volume IV. Unterrichtswesen

Full text: Verwaltungsbericht der Gemeinde Berlin-Friedenau (Public Domain) Issue 1913 (Public Domain)

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Die Gebühren für die Benutzung derAula des Realgymnasiums nebst Realschule wurden wie folgt festgesetzt: 
a) für Beleuchtung 8,00 M. mit Turnhalle 12,00 M. 
b) „ Heizung 30,00 M. ., „ 30,00 M. 
c) „ Reinigung 4,00 M, „ ,. 6,00 M. 
zusammen: 42,00 M. mit Turnhalle 48,00 M, 
außerdem 
st) an den Schuldiener eine Vergütung von 3,— M. 
Im Berichtsjahre wurde die Aula des Gymnasiums 7 mal, die Aula des Realgymnasiums 41 mal 
und die Aula der Königin Luiseschule 1 mal zu andern als Schulzwecken benutzt. 
Aus Anlaß des Regierungsjubiläums des Kaisers fanden am 16. Juni 1913 in den Schulen 
Feiern statt. 
Die Schuldeputation hat am 24. September 1913 beschlossen, einen Experimentierkursus für 
Lehrer und Lehrerinnen, die den Unterricht in Physik und Chemie an den Volksschulen erteilen, abzuhalten. 
Die Rektoratsprüfung haben derBorschullehrerErnstKoch und derVolksschuIlehrerEugenHokemeyer, 
die Mittelschullehrerprüfung der Volksschullehrer Georg Graste bestanden. 
Durch den Erlaß des Kultusministers vom 11. Oktober 1913 sind die Berechtigungen der Ober 
lyzeen dahin erweitert worden, daß 
„Frauen nach Erlangung der Lehrbefähigung für mittlere und höhere Mädchenschulen zum Studium 
mit dem Ziele der Prüfung für das höhere Lehramt zugelassen werden können, ohne daß sie 
eine praktische Tätigkeit nachzuweisen haben. 
Um den Inhaberinnen des Reifezeugnisses eines Oberlyzeums außer der Oberlehrerinnen- 
Laufbahn auch andere auf akademischer Vorbildung beruhende Berufe zu erschließen, wird ihnen 
ermöglicht, ein dazu berechtigendes Reifezeugnis durch eine Nachprüfung zu erwerben. — Zu 
einer Nachprüfung sind Meldungen nicht vor Ablauf eines Jahres nach Bestehen der Reife 
prüfung des Oberlyzeums zulässig." 
Infolgedessen empfahl das Kuratorium für die höheren Schulen der Gemeindevertretung erneut die 
Einrichtung der drei wissenschaftlichen Klassen des Oberlyzeums ohne Seminarklaste in der Weise, daß Ostern 
1914 die dritte, Ostern 1915 die zweite und Ostern 1916 die erste Klasse gegründet wird. 
Die Beschlußfassung der Gemeindevertretung steht noch aus. 
Das Königliche Prooinzial-Schulkollegium zu Berlin hat an die Leiter und Leiterinnen sämtlicher 
höheren Lehranstalten seines Amtsbereichs die folgende Verfügung erlassen: 
„Traurige Vorkommnisse der letzten Zeit haben gezeigt, daß die an einzelnen Anstalten 
noch bestehende Rangordnung sowie die Angabe gewisser Stufen (I, Ha, Ilb usw.) auf den 
Zeugnissen geeignet ist. einen äußerlichen Ehrgeiz bei den Schülern hervorzurufen, ohne daß 
diese Einrichtungen den Eltern ein sicheres Urteil über den Stand der Leistungen ihrer Kinder 
ermöglichten. Wir bestimmen daher, daß die oben genannten Einrichtungen in Zukunft für 
alle Klassen einschließlich der Vorschule in Fortfall zu kommen haben. Zugleich sprechen wir 
die bestimmte Erwartung aus, daß die Direktoren bezw. Direktorinnen und alle Lehrer gern 
bereit sein werden, die Eltern über die Leistungen ihrer Kinder zu unterrichten und sie über 
etwa zu ergreifende Maßregeln zu beraten." 
Auf Grund dieser Verfügung werden seitens der Schule Mitteilungen über die Rangordnung auf 
den Zeugnissen, soweit dies hier überhaupt noch geübt wurde, nicht mehr gemacht. 
Durch Beschluß der Gemeindevertretung wurde: 
a) Die Errichtung einer dritten Sexta am Realgymnasium nebst Realschule zum l. April 1913 
genehmigt. An die Genehmigung dieses Beschlusses hat die Schulaufsichtsbehörde die Be 
dingung geknüpft, daß, falls die Frequenz in der V. und Ostern 1915 in der IV. ebenso 
groß ist, Ostern 1915 für Ostern 1916 die Errichtung einer neuen Realschule zu be 
antragen ist; 
b) der Umbau des Gymnasiums genehmigt, durch den folgende Räume neu geschaffen wurden: 
1 Raum für den naturwissenschaftlichen Unterricht in unmittelbarer Verbindung mit 
dem dazu gehörigen Versammlungsraum, 
1 Schülerübungsraum für den physikalischen Unterricht im Anschluß an den dazu ge 
hörigen Sammlungsraum, 
1 Badestube für den Heizer. 
1 Schuldiener-Amtszimmer, 
1 größeres Lehrerzimmer, 
1 angemessener Raum für die Lehrerbücherei, Korridorverbindung des hinteren Bau 
teiles mit dem Vordergebäude im ausgebauten Dachgeschosse, Errichtung der Galerie 
in der Turnhalle zu Garderobenzwecken, 
Umbau der Nebenräume in der Turnhalle. 
An Kosten sind dadurch entstanden: 
Für den Umbau des Gymnasiums 25 000 M., 
für bauliche Veränderungen in der Turnhalle 1 100 M., 
zur Beschaffung der erforderlichen Einrichtungsstücke für die neuen Räume 6 100 M. 
Organisation der Volksschulen. 
Der auch der hiesigen Schuldeputation zur Begutachtung vorgelegene Grundlehrplan für die 
Volksschulen Groß-Berlins ist für 8 aufsteigende Jahrgänge berechnet, jedoch ist bereits in der Klasse des 
7. Schuljahres wegen der aus ihr abgehenden Kinder ein Abschluß vorgesehen. Da nicht alle Schulorte 
Groß-Berlins eine besondere Klasse für das 8. Schuljahr einrichten können, und in anderen Orten nicht für 
jede Oster- und Herbstabteilung eine solche Klasse vorhanden ist, werden zur Vermeidung von schwierig-
	        
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