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Volume 92 ([671-696])

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 51-100 (Public Domain)

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Von den für die Wahl der Stadtverordneten ins 
gesamt abgegebenen 2 085 338 gültigen Stimmen erhielt 
die SPD mit 1015 600 oder 48,7 v. H. den größten An 
teil, ohne indessen die absolute Stimmenmehrheit erreichen 
zu können. Es folgen CDU mit 462 425 oder 22,2 v. H., 
die SED mit 412 582 oder 19,8 v. H. und die LDP mit 
194 722 oder 9,3 v. H. In 7 Wahlkreisen hat die SPD 
mit einem Anteil von Uber 50 v. H. die absolute Stimmen 
mehrheit erzielt. Den höchsten Anteil hat die Partei mit 
56,4 v. H. in den Wahlkreisen Kreuzberg, Spandau und 
Neukölln zu verzeichnen. Es folgen Tiergarten mit 53,4, 
Wedding mit 53,1, Reinickendorf mit 51,9 und Tempelhof 
mit 51,8 vH. Die SED erhielt Ihren höchsten Stimmcn- 
anfall mit 31,1 v. H. ln Treptow, während die SPD ln 
diesem Wahlkreise Ihren niedrigsten Stlmmenanfall hatte. 
Für die SED dagegen lagen die niedrigsten Anteile in den 
westlichen Bezirken, und zwar ln Wilmersdorf mit 6,3, 
in Zehlendorf mit 6,8 und ln Steglitz mit 7,2 v. H. 
Während die SPD auch ln denjenigen westlichen Stadt 
teilen, die eine geringere Arbeiterbevölkerung haben, ver 
hältnismäßig günstig abschnltt, war dort das Ergebnis 
für die SED am ungünstigsten. Dagegen erzielten die 
CDU und die LDP gerade ln den westlichen Wahlkreisen 
Ihren höchsten Stlmmenanfall, und zwar die CDU mit 
38,9 v. H. in Zehlendorf, und mit 32,1 v. H. ln Steglitz, 
die LDP ln Steglitz und Wilmersdorf mit 15,9 und 
15,8 y. H. Ihre geringsten Erfolge hatte die CDU mit 
16,6 v. H. Im Friedrichshain und mit 17,1 v. H. im Prenz 
lauer Berg, die LDP mit 5,9 v. H. Im Wedding und mit 
6,2 v. H, im Bezirk Mitte 
Faßt man die Wahlergebnisse nach den 4 Sektoren 
zusammen, so gestaltet sich das Bild der von den ein 
zelnen Parteien erzielten Stimmenanteile sehr verschie 
den. Im sowjetischen Sektor schnitt die SED mit einem 
Anteil von 29,9 v. H. mit dem für sie günstigsten Resultat 
ab, während sie Im britischen Sektor mit 10,4 v. H. den 
geringsten Erfolg hatte. Für die SPD lag das relativ 
ungünstigste Ergebnis mit 43,6 v. H. Im sowjetischen 
•Sektor, während sie in den übrigen 3 Sektoren die ab 
solute Mehrheit erreichte. Die beiden anderen Parteien 
erhielten Ihren relativ höchsten Stimmenanfall im ameri 
kanischen und britischen Sektor. 
UI. Ungültige Stimmen 
Wie aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich Ist, 
waren von den insgesamt abgegebenen 2 128 677 Stimmen 
43 339 oder 2,04 v. H. der auf die Kreiswahlvorschläge 
und 45 645 oder 2,14 v. H. der auf die Bezirkswahlvor 
schläge abgegebenen Stimmen ungültig. Der Haupttell 
der ungültigen Stimmen entfiel auf Stimmzettel, aus denen 
sich der Wille des Wählers nicht einwandfrei ergab. Ob 
gleich die Wahlleitung es sich ganz besonders zur Auf 
gabe gemacht hatte, die Berliner Wählerschaft gerade 
über diese so außerordentlich wichtigen Bestimmungen 
aufzuklären und Immer wieder um deren Bekanntgabe 
durch Presse und Rundfunk bemüht gewesen war, gab es 
doch eine verhältnismäßig große Zahl von Wählern, 
deren Stimme aus den vorgenannten Gründen für die 
Wahl verloren ging. Die Zahl der auf die einzelnen Wahl 
kreise entfallenden ungültigen Stimmen war verschieden 
hoch. Zunächst fällt auf, daß diese Zahl in den meisten 
Bezirken bei der Bezirksverordnetenwahl höher lag als 
bei der Stadtverordnetenwahl. Nur ln 4 Bezirken, nämlich 
ln Kreuzberg, Treptow, Lichtenberg und Weißensee war 
es umgekehrt. Der Grund hierfür dürfte darin zu suchen 
sein, daß manche Wähler der Meinung waren, daß ein 
Stimmzettel für beide Wahlen genüge, und infolgedessen 
den zweiten Stimmzettel unbeachtet ließen und nicht an 
kreuzten. 
In 10 Berliner Wahlkreisen liegt der Anteil der 
ungültigen Stimmen über dem Gesamtdurcbschnitt von 
2,04 v. H. Der höchste Prozentsatz entfällt auf den yvahl- 
kreis Mitte mit 2,63 v. H., es folgen Friedrichshain mit 
2,54, Lichtenberg mit 2,41, Prenzlauer Berg, Kreuzberg 
und Köpenick mit 2,33 v. H. Dagegen hat das günstigste 
'Ergebnis mit dem niedrigsten Anteil von 1,22 .v. H. Wil 
mersdorf zu verzeichnen, sodann mit zunehmenden An 
teilen Zehlendorf mit 1,27, Steglitz mit 1,53 und Tempelhof 
mit 1,62 v. H. In den meisten Fällen haben die Wahl 
kreise mit verhältnismäßig größter Wahlbeteiligung auch 
den höchsten Prozentsatz an ungültigen Stimmen auf 
zuweisen, Im einzelnen ergab sich folgendes Bild: 
Abgegebene gültige and ungültige Stimmen 
Verwaltungsbezirk 
(Wahlkreis) 
Gültige Stimmen 
Ungültige 
Stimmen 
Stimmen insgesamt 
für die Stadt- bzw. 
Bezirksverordneten- 
Sektor 
Stadtverordneten wähl 
Bezirksverordnetenwahl 
Stadt verord neten wähl 
Bear ksvero> dneten wähl 
wähl 
1 
1 
3 
4 
5 
« 
1 Mitte 
79838 
79 682 
2154 
2 310 
81992 
2 Tiergarten 
72 337 
72 146 
1439 
1630 
73 776 
3 Wedding 
152 701 
152420 
3 377 
3 658 
156 078 
4 Prenzl, Berg 
168 396 
168 220 
4 024 
4 200 
172 420 
5 Friedrichshain 
132 261 
131 967 
3 448 
3 742 
135 709 
6 Kreuzberg 
134 815 
134 854 
3 210 
3 201 
138 055 
7 Charlottenburg 
137 569 
137 624 
2 541 
2586 
140110 
8 Spandau 
99 704 
99 624 
2 372 
2 452 
102 076 
9 Wilmersdorf 
83 133 
828-V2 
1027 
1308 
84 160 
10 Zehlendorf 
46 204 
46 006 
594 
792 
46 798 
11 Schöneberg 
113 812 
113 663 
1975 
2124 
115 787 
12 Steglitz 
88 807 
88 746 
1378 
1439 
90 185 
13 Tempelhof 
71 578 
71556 
1 180 
1 202 
72 758 
14 Neukölln 
183 243 
183 209 
8 447 
3 531 
18« 740 
15 Treptow 
72 144 
72189 
1595 
1550 
73 739 
16 Köpenick 
75 941 
75 715 
1 813 
2 039 
77 754 
17 Lichtenberg 
105101 
105 355 
2 592 
2 338 
107 693 
18 Weißensee 
53 395 
53411 
1 155 
1 139 
54 550 
19 Pankow 
95 291 
95 023 
1944 
2212 
97 235 
20 Reinickendorf 
118988 
11*870 
2 074 
2192 
121062 
Groß-Berlin 
2 085 338 
2083032 
43 339 
45 645 
2128 677 
davon 
Sowjet Sektor 
782 367 
781562 
18 725 
19 530 
801092 
Amerlk. Sektor 
63-<539 
638i'34 
11 784 
12 289 
650 323 
Brit, Sektor 
892 743 
392 146 
7 379 
7 976 
400 122 
Franz. Sektor 
271689 
271 290 
6451 
5850 
277 140
	        
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