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Volume 83 ([619-645])

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 51-100 (Public Domain)

625. Mitteilung — zur Kenntnisnahme — über 
Berliner Oberschule für Berufstätige (BOB) 
(Vorlage Nr. 67/468) 
Die Stadtverordnetenversammlung nimmt davon 
Kenntnis, daß die Alliierte Kommandantur — Komitee 
für Erziehung und Religion — unter dem 25. No 
vember 1947 [Erz./I (47) 91] die Errichtung der Ber 
liner Oberechule für Berufstätige (BOB) gebilligt und 
ihre Tätigkeit erlaubt hat. 
Der Beschluß — Vorlage Nr. 67/468 — hat für die 
Stadtverordnetenversammlung somit seine Erledi 
gung gefunden. 
Berlin, den 5. Januar 1948 
Magistrat von GroB-Berlin 
L. Schroeder May 
626. Vorlage — zur Kenntnisnahme — über die 
Organisation des Pflanzenschutzes in Groß- 
Berlin. 
Die Stadtverordnetenversammlung nimmt davon 
Kenntnis, daß der Magistrat von Groß-Berlin durch 
Magistratsbeschluß Nr. 619 vom 7.1.1948 ein Pflanzen-, 
schutzamt eingerichtet und diesem die Wahrneh 
mung der Belange des Pflanzenschutzes im Gebiet 
von Groß-Berlin übertragen hat. 
Der Magistrat gibt in diesem Zusammenhang 
nachstehenden Überblick über die bisherige Entwick 
lung des Pflanzenschutzes in Groß-Berlin: 
Die Belange des Pflanzenschutzes in Groß-Berlin 
wurden bis zum Zusammenbruch 1945 von dem 
Pflanzenschutzamt Potsdam wahrgenommen. Dieses 
schied infolge der veränderten Verhältnisse aus und 
die Biologische Zentralanstalt in Berlin-Dahlem 
übernahm es zunächst, in Verbindung mit dem Zen 
tralverband der Kleingärtner und dem die Klein 
gärtner und -Siedler betreuenden Hauptamt für Grün 
planung und Gartenbau, die Durchführung des Pflan 
zenschutzes in Groß-Berlin sicherzustellen. In Ver 
folg mehrfacher Anträge, welche die Magistratsab 
teilung für Planungen, die Biologische Zentralanstalt 
und der Zentralverband der Kleingärtner seit 1945 
an das Hauptamt für Grünplanung und Gartenbau 
herangetragen hatten und in denen die auch gesetz 
lich vorgeschriebene Einrichtung eines Pflanzen 
schutzdienstes für Groß-Berlin verlangt wurde, rich 
tete das Hauptamt für Grünplanung und Gartenbau 
zunächst ein Referat für Pflanzenschutz ein und for 
derte durch den Haushaltsplan 1947 die erforderlichen 
drei Planstellen hierfür an. Bei der gebotenen Eile 
hinsichtlich der Durchführung pflanzenschützle- 
rischer Maßnahmen, konnte mit der Stellenbesetzung 
nicht bis zur endgültigen Genehmigung des Haus 
haltsplanes 1947 durch die Alliierte Kommandantur 
gewartet werden. Mit Zustimmung des Organisations 
amtes und des Hauptpersonalamtes wurde daher be 
reits ab 1. 7. 1947 ein inzwischen gefundener geeig 
neter Fachmann in eine freie Planstelle des Haupt 
amtes für Grünplanung und Gartenbau eingestellt 
und mit der sofortigen Bearbeitung des Pflanzen 
schutzdienstes begonnen. Nach der inzwischen er 
folgten Genehmigung des Haushaltsplanes 1947 durch 
die Alliierte Kommandantur kann die Besetzung der 
drei Planstellen für das Pflanzenschutzamt erfolgen. 
Die Einrichtung des Referates Pflanzenschutz inner 
halb des Hauptamtes für Grünplanung und Garten 
bau entsprach insbesondere dem praktischen Be 
dürfnis, die vom Hauptamt für Grünplanung und 
Gartenbau betreuten rund 160 000 Kleingärtner und 
Kletnsiedler in den Mittelpunkt aller pflanzenschütz- 
lerischen Maßnahmen zu stellen, weil erfahrungs 
gemäß die Mehrzahl aller Krankheit»- und Befall 
herde in den eng besiedelten Kleingarten- und Siedler 
kolonien liegt. Wie die Erfahrungen früherer Jahre 
erwiesen haben, ist ohne eine intensive aufklärende 
und vorbeugende Betreuung gerade der Kleingärtner 
und Siedler eine wirksame Durchführung des Pflan 
zenschutzes in Groß-Berlin überhaupt unmöglich. 
Bereits seit dem Jahre 1920 wird daher der Pflanzen 
schutz in den Kleingarten- und Siedlungsgebieten 
durch die auf Grund der Kleingartenordnung vom 
31.7.1919 bei den Bezirksämtern eingerichteten Klein 
gartenämter wahrgenommen, weche neben den hier 
bei gesammelten Erfahrungen auch heute noch über 
eine Anzahl eingearbeiteter Fachkräfte und Geräte 
verfügen. Darüber hinaus ist ganz allgemein festzu 
stellen, daß der Pflanzenschutz in Berlin weitgehend 
eine gärtnerische Angelegenheit ist, weil in Berlin 
die gärtnerische Intensivwirtschaft gegenüber der 
landwirtschaftlichen Bodennutzung weitaus über 
wiegt, zumal die außerhalb Groß-Berlins liegenden 
Stadtgüter zum Bereich des Pflanzenschutzamte« 
Mark Brandenburg gehören. Auch die Tatsache, daß 
bereits jede)- Gärtnerlehrling im Pflanzenschutz aus 
gebildet wird und daher alle Gärtner über eine ent 
sprechende Vorbildung auf diesem Gebiet verfügen, 
läßt die bisherige Bearbeitung des Pflanzenschutzes 
durch die gärtnerische Fachverwaltung als zweck 
mäßig erkennen. 
Entsprechend der im Pflanzenschutzgesetz ge 
troffenen Regelung stützt sich das Pflanzenschutz 
amt auf die forschende und beratende Tätigkeit der 
Biologischen Zenralanstalt Berlin-Dahlem. Es be 
deutet daher eine besonders günstige Lösung, daß 
die Biologische Zentralanstalt sich bereit erklärt hat, 
dem Berliner Pflanzenschutzamt die erforderlichen 
Räume und Einrichtungen unentgeltlich zur Ver 
fügung zu stellen. Der Stadt Berlin werden dadurch 
nicht unerhebliche Mittel erspart und außerdem die 
einmalige Möglichkeit ausgenutzt, die für Deutsch 
land älteste und auf dem Gebiete des gesamten 
Pflanzenschutzes führende Forschungsanstalt für 
fachliche Beratungen und Erfahrungsaustausch 
mit zahlreichen anerkannten Spezialisten jederzeit 
in Anspruch nehmen zu können. Das Pflanzenschutz 
amt wird somit durch seine räumliche Unterbringung 
im Gebäude der Biologischen Zentralanstalt beson 1 
ders schnell, zuverlässig und sparsam arbeiten kön 
nen. Seine Stellung als selbständige Einrichtung 
des Magistrats von Groß-Berlin wird durch diese 
Regelung in keiner Weise beeinträchtigt. 
Die schon jetzt zu verzeichnende gute Zusammen 
arbeit zwischen dem bisherigen Referat für Pflanzen 
schutz, der Biologischen Zentralanstalt und dem 
Zentralverband der Kleingärtner bietet auch für die 
Zukunft die notwendige Sicherung für eine reibungs 
lose und wirksame Durchführung des Pflanzen 
schutzes in Groß-Berlin. 
Mit. der Einrichtung des Pflanzenschutzamtes ist 
der vom Hauptausschuß für Finanzwesen der Stadt 
verordnetenversammlung in seiner Sitzung am 9. 5. 
1947 gegebenen Anregung Rechnung getragen worden. 
Die oben dargelegten besonderen Verhältnisse auf 
dem Gebiete des Pflanzenschutzes in GroB-Berlin 
ließen dem Maeistrat die Beibehaltung der bisherieen 
verwaltungsmäßigen Regelung für das Referat 
Pflanzenschutz — auch für das jetzt eingerichtete 
Pflanzenschutzamt — als zweckmäßig erscheinen. 
Berlin, den 12. Januar 1948 
Magistrat von Groß-Berlin 
L. Schroeder Bon atz 
627. Beantwortung der Anfrage der Stadtver 
ordneten Prof. Landsberg, Wille und der 
übrigen Mitglieder der Fraktion der CDU 
über Deutsche Treühandstelle für seque 
strierte Betriebe im sowjetischen Sektor 
Berlins (Vorlage Nr. 74/568) 
Über die Absicht des Leiters der durch einen 
Befehl Nr. 27 des sowjetischen Militärkommandanten 
von Berlin vom 1. April 1947 errichteten Treuhand 
stelle zur Verwaltung des sequestrierten und be 
schlagnahmten Vermögens auf Erweiterung seiner 
Befugnisse über die im Befehl Nr. 27 umrissenen Auf 
gaben hinaus sind dem Magistrat bis jetzt keine 
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