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Volume 74 ([559-569])

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 51-100 (Public Domain)

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den könne. Unabhängig von dieser grundsätzlichen 
Frage wird von dem Prüfer eine Haupthnchhaltung 
gefordert, die über der Kassenverwaltung und auch 
über den Sparten steht. Dem Rechnungswesen fehle 
jetzt insgesamt und in einzelnen Teilen durchaus 
eine einheitliche Ausrichtung.' Hiermit sei eine Re 
visionsunsicherheit verbunden, die im Hinblick auf 
die Höhe der durchlaufenden Geldmenge nicht länger 
geduldet werden könne. Bei der augenblicklichen 
Organisation des Rechnungswesens könne eine sal 
denmäßige Abstimmung nur dann erfolgen, wenn in 
beiden Buchungskreisen richtig verbucht werde. Die 
Zusammenhänge gehen jedoch völlig verloren, wenn 
die Ordnungsmäßigkeit an einer Stelle des Rech 
nungswesens aussetze. Verbleibe es bei der bisherigen 
Form des Rechnungswesens, so sei unbedingt ein 
Chefbuchhalter erforderlich, der für das Ganze ver 
antwortlich zu zeichnen habe. 
Der Prüfer bestätigt im aJlgemeinen die Ord 
nungsmäßigkeit der Buchführung, abgesehen von 
den festgestellten Unregelmäßigkeiten (Angelegen 
heit Haarfeldt), sowie einer Anzahl unbedeutender 
Buchungsfehler, die darauf zurückgeführt werden, 
daß zunächst geeignetes Personal nur ungenügend 
vorhanden war und'erst allmählich in seine Aufgabe 
hineinwuchs. Die Zentralbuchhaltung war rückstän 
dig. Der Mangel der Buchführung beruht im we 
sentlichen in der dargestellten unzweckmäßigen 
Anlage. 
Nach Vorliegen des Prüfungsberichtes hat die Ab 
teilung für Wirtschaft als Dienstaufsichtsbehörde un 
verzüglich die Leitung und die Geschäftsführung des 
Ressorts Handwerk angewiesen, die von dom Prüfer 
festgestellten Mängel schnellstens zu beseitigen und 
den Anregungen nachzukommen. Zudem hat sie die 
Finanzhoheit des Ressorts Handwerk wesentlich ein 
geengt. Die Haushaltspläne bedürfen künftig der 
Zustimmung des Leiters der Abteilung für Wirtschaft. 
Gleichzeitig wurde der Leiter des Ressorts Händwerk 
angewiesen, eine Dienststelle zu errichten, deren Auf 
gabengebiet wie folgt festgelegt worden ist: 
1. Anweisungsbefugnis für den gesamten Bereich 
des Handwerks über den Aufbau des Rechnungs 
wesens, 
2. Kontrolle der gesamten Buchführung des Haupt 
amtes und der Fachsparten, 
.‘1. Überwachung des gesamten Geldverkehrs des 
Hauptamtes und der Fachsparten, 
4. Vornahme von regelmäßigen Kassenprüfungen, . 
5. Erstellung von Monats- und Jahresabschlüssen, 
ti, Verantwortliche Mitwirkung am Etat des Haupt 
amtes. 
Dem Leiter dieser Dienststelle ist grundsätzlich 
ein Einspruchsrecht in allen - Fiuanzfragen einzu 
räumen, das von aufschiebender Wirkung bis zur 
Beschlußfassung durch den Vorstand ist. Schließlich 
Anlage 1 
Einnahmen Ressort 
hat die Abteilung für Wirtschaft zur Unterstützung 
des Leiters und des Vorstandes des Ressorts die Ein 
stellung eines zweiten Geschäftsführers gefordert. Die 
Arbeitsbereiche der beiden Geschäftsführer grenzen 
sich dadurch voneinander ab, daß der eine Geschäfts 
führer die organisatorischen und mit dem Finanz 
wesen verbundenen Aufgaben wahrnehmon soll, wäh 
lend das Tätigkeitsgebiet des anderen Geschäfts 
führers die Bearbeitung von wirtschaftspolitischen 
und mit der Bewirtschaftung verbundenem Aufgaben 
umfassen soll. 
Nachdem die Buchhaltung verbessert ist und der 
Abschluß für 1946 vorliegt, soll eine gründliche foi 
melle und materielle Überprüfung durch einen Wirt 
schaftsprüfer — zweckmäßigerweise durch den be 
reits mit der Materie vertrauten Wirtschaftsprüfer 
Mundorf — vorgenommen werden- Für das laufende 
Geschäftsjahr 1947/48 wird eine vierteljährliche Prü 
fung der Buchhaltung und nach Abschluß des Ge 
schäftsjahres wiederum eine genaue formelle und 
materielle Überprüfung der Haushaltsrechnung ange 
ordnet werden. Außerdem wird das Organisations 
amt der Abteilung für Personalfragen und Verwal 
tung gebeten werden, eine Überprüfung des Ressorts 
durchzuführen. 
Daß das Ressort Handwerk von sich aus irn 
Herbst 1946 eine Reorganisation seiner Finanzgeba 
rung eingeleitet hatte, schien es der Abteilung für 
Wirtschaft nicht zweckmäßig,-vor dem Vorliegen des 
endgültigen Abschlusses dieser Untersuchung sozu 
sagen in ein „schwebendes Verfahren“ einzugreifeu, 
wodurch zweifellos keine schnellere Klärung herbei 
geführt worden wäre. 
IV 4 Die Verantwortlichkeit des Magistrats 
für die im Ressort Handwerk getätigten Einnahmen 
und Ausgaben 
Nachdem das Ressort Handwerk und die ihm 
nachgebildeten Fachsparten Dienststellen des Ma 
gistrats sind, trögt der Magistrat mittelbar und der 
Leiter der Abteilung für Wirtschaft unmittelbar die 
Verantwortung über die Einnahmen- und Ausgaben 
gestaltung dieses Teiles der Magistratsverwaltung. 
Der Haushalt des Ressorts Handwerk für das 
Haushaltsjahr 1947/48 wird in Kürze dem Magistrat 
zur Beschlußfassung vorgelegt und der Stadtverord 
netenversammlung anschließend zur Kenntnis ge 
bracht werden. 
Der Haushaltsvoranschlag für 1948/49 soll vom 
Ressort Handwerk bis zum 1.1.1948 vorgelegt werden, 
damit die Beschlußfassung des Magistrats vor Be 
ginn des Geschäftsjahres erfolgen kann. 
Das Ergebnis der künftigen Haushaltsrechnungen 
wird -dem Magistrat und der Stadtverordnetenver 
sammlung bekanntgegeben werden. 
1945/1946 1946/1947 
l 1 1 f 1 
Soll 
Ist 
Soll 
Ist 
Überschuß aus dem Vorjahr 
_ 
250000.— 
336 360,- 
Beiträge: Betriebe. Beschäftigte. Lehrlinge 
Gebühren; 
280 000.-- 
553 799 — 
1083200.— 
928 933,- 
Handwerkerkarlen 
60 000 
106 095,- 
2000,— 
20 327,- 
Meisterprüfungen 
10 000,— 
67 956,— 
45000 — 
164 750,- 
dto, Lehrgänge 
25 000.— 
58917 — 
70000,— 
107 656,- 
Rechtsberatung und Sachverständige , . 
1 000,-- 
3 878 — 
5000 — 
22 426,— 
Verschiedene 
18 705,— 
15000 — 
77 630.- 
Einnahmen aus Mieten ...... 
4 500.- 
4 140 — 
6 000.— 
7 882.- 
Verschiedene Einnahmen ...... 
10 500 — 
415.— 
) i 
8'g 
r—t 
391 000,— 
813905 — 
1426 200 — 
1 678 112.—
	        
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