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Volume 71 (496-512)

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 51-100 (Public Domain)

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vor Lebensmittelbetrieben .und die an Lebensmittel- 
betriebe grenzenden Höfe sind sauber und frei von 
Schutt und sonstigem Unrat zu halten, 
(2) Haustiere mit Ausnahme von Blindenhunden 
dürfen in Räumen von Lebensmittelbetrieben nicht, 
gehalten oder geduldet werden. 
§ 9 
(1) In Räumen, in denen Lebensmittel behandelt 
werden, dürfen Betten, Kleider, Wäsche, Gerümpel 
jeder Art und dem Geschäftszweck nicht dienende 
Gegenstände nicht aufbewahrt werden. Dieses gilt 
nicht für die Aufbewahrung der Kleidung der Gäste 
in Gaststätten. 
(2) Genußuntaugliche oder gesundheitsschädliche 
Lebensrnittel müssen sofort aus den in Abs. 1 bezeich 
nten Räumen entfernt und der Vernichtung zuge 
führt werden. 
C. Transport von Lebensmitteln 
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(1) Die zum Transport von Lebensmitteln dienen 
den Fahrzeuge, Einncntungen und Behälter müssen 
sauber gehauen werden, Es muu Vorsorge getronen 
sein, daß die Lebensmittel beim Transport nicht ver 
unreinigt werden, nicht heruntertallen können und 
vor schädlichen Witterungsemtlussen geschützt smu. 
(2) Unverpackte Lebensmittel, ausgenommen Ge 
müse und Kartoffeln, dürfen mit offenen, nicht all 
seitig verschlossenen Fahrzeugen, Körben, Mulden, 
Wannen, Brettern usw. über öffentliche Straßen und 
Plätze nur befördert werden, wenn sie mit sauberen, 
waschbaren Tüchern oder mit sauberem Papier voll 
ständig bedeckt sind. Die zum Transport von Fleisch, 
Fleischwaren oder F'ischen dienenden Transport 
mittel müssen glatte Seitenflächen und einen glatten, 
undurchlässigen, mit Zinkblech ausgeschlagenen Bo 
den haben, die sich leicht reinigen lassen. 
(3) Personen dürfen beim Transport von Lebens 
mitteln nicht auf ihnen sitzen oder stehen. 
(4) Blut darf nur in geschlossenen, sauberen Kan 
nen, Innereien dürfen nur in sauberen rostfreien 
Wannen befördert werden. 
(5) Fleisch, Brot und sonstige unverpackte Le 
bensmittel dürfen nur so getragen werden, daß sie 
gegen unmittelbare Berührung mit den Kopfhaaren, 
dem Hals, dem Nacken und der Strnßenkleidung de« 
Trägers durch saubere waschbare Schürzen und 
Überziehärmel oder andere geeignete Überkleidung, 
sowie durch Kappen oder Hauben geschützt sind. 
&. Einzelregelang für bestimmte Lebensmittel 
§ H 
(1) In Räumen, in denen Fleisch jeder Art be- 
oder verarbeitet wird, müssen die Fußböden massiv 
und undurchlässig sein und ein ausreichendes Gefalle 
besitzen, so daß eine leichte Reinigung mit Wasser 
möglich ist, Der Fußboden der Arbeitsräume der 
Fleischereien, mit Ausnahme von Kühl- und Pökel 
räumen, darf nicht tiefer als % m unter dem ihn um 
gebenden Erdboden liegen; die lichte Höhe muß min 
destens 3 m betragen. 
(2) Die Arbeitsräume bereits bestehender Fleische 
reien, die den hygienischen Vorschriften nicht ent 
sprechen, sind in Einklang mit Abs. 1 einzurichten. 
(3) In den in Abs. 1 bezeichneten Räumen dürfen 
Eingeweide nicht entleert werden, ln Verkaufs-, 
Pökel- und Kühlräumen dürfen Felle und Häute nicht 
gelagert werden. 
(4) Abwässer dürfen nicht in Gruben, die inner 
halb der Arbeitsräume angelegt sind, aufgefangen 
werden. Die Abwassergruben außerhalb der Arbeits 
räume müssen wasserundurchlässige Wandungen 
und Böden sowie eine dicht schließende Abdeckung 
haben, über Koch- und Brühkesseln sind wirksame 
Dampfabzugsvorrichtungen anzubringen. 
(5) Die Fleischhaken und die Hakenrahmen in 
den Räumen der Schlächtereien dürfen nicht rostig 
sein. Sie müssen so angebracht sein, daß die an 
ihnen aulgehängten Fleischteile die Wände und den 
Fußboden nicht berühren. 
(6) Hackklötze, Messer, Waagen, Sägen und 
sonstige Arbeitsgeräte sind mindestens täglich einmal 
nach Schluß des Betriebes, Fleischwölfe außerdem 
in jeder größeren Geschäftspause zu reinigen, 
(7) Größere Kühlräume müsen mit Thermometern 
und Feuchtigkeitsmessern ausgestatlet sein. Pökel 
fässer sowie Behälter mit Blut oder anderen Flüssig 
keiten dürfen in Kühlräumen nicht aufgestellt werden. 
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(1) Ställe, in denen Kühe zur Milcherzeugung 
gehalten werden, müssen folgenden Anforderungen 
entsprechen; 
1. Die Ställe müssen hell und gut zu lüften sein; 
2. dei Fußboden des Ganges muß wasserundurch 
lässig sein; 
3. die Jaucherinne muß wasserundurchlässig und 
so angelegt sein, daß die Jauche leicht abuießen 
kann; 
4 die Stallungen müssen mit ausreichender Streu 
versehen sein, die den Kühen ein trockenes 
Lager bietet; 
5. die Krippen müssen leicht zu reinigen sein; 
6. die Ställe dürfen nicht als Aborte benutzt werden 
oder mit Aborten in unmittelbarer Verbindung 
stehen. 
(2j Für die Pflege des Stalles und der Kühe gilt 
folgendes: 
1. Die Wände müssen, soweit sic nicht abwaschbar 
sind, Kalkanstrich haben, der jährlich mindestens 
zv/eimal zu erneuern ist; 
2. des Reinigen des Stalles, die Entfernung des 
Dungs, die Erneuerung der Streu und das Putzen 
der Kühe muß mindestens einmal täglich erfolgen; 
3. alle Stallarbeiten sind so vorzunehmen, daß die 
Milch weder mittelbar noch unmittelbar einer 
nachteiligen Beeinflussung durch Staub, Schmutz 
aller Art, Gerüche oder Krankheitserreger aus 
gesetzt wird; 
4 Bett- und Packstroh darf als Streu nicht ver 
wendet werden. 
(3) Für das Melken gilt folgendes: 
1. Vor dem Melken ist das Euter mit warmem 
Wasser zu reinigen; 
2. die Velkpersonen haben beim Melken saubere, 
waschbare Oberkleidung zu tragen. Sie haben 
sich vor dem Melken Hände und Unterarme mit 
Wasser und Seife zu reinigen und dies nach Be 
darf zu wiederholen; 
3. die ersten Striche aus jeder Zitze dürfen nicht 
in das Melkgefäß oder in die Streu gemolken 
werden; 
4. die Melkpersonen haben sich bei Beginn des 
Melkens durch Prüfen des Aussehens in einer 
schwarzen Schale von der einwandfreien Be 
schaffenheit der Milch zu überzeugen; 
5. kranke, insbesondere an Eutererkrankungen 
leidende Kühe sind gesondert nach den gesunden 
und in ein besonderes Gefäß zu melken. Ihre 
Milch darf nur abgekocht oder nach Pasteurisie 
rung in den Verkehr gebracht werden, soweit 
dies der Amtstierarzt gestattet; 
6. die Milch ist unmittelbar nach dem Melken aus 
dem Stall zu entfernen und zu reihen, zu lüften 
und zu kühlen, die Milchgeräte dürfen nicht ira 
Stall aulbewahrt werden; 
7. die Seihtücher müssen nach jedem Gebrauch 
gründlich gereinigt und getrocknet werden; 
8. Watteeinlagen in Filtern müssen für jede« Melken 
erneuert werden. ,
	        
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