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Volume 71 (496-512)

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 51-100 (Public Domain)

Der größte Teil — etwa 60C0 Bände — der 
Bibliothek ist dem Amt für Büchereivvesen zur Ein 
gliederung in die zentralen Bibliotheken — der 
Sladthibliothek und der Ralsbibliothek — übergeben 
worden. Die Dramaturgische Bibliothek ist dem 
Hauptamt für Kunst verblieben. Die Stelle der 
Bibliothekarin ist im Hauptamt für Kunst in Weg 
fall gekommen.“ 
Der Stadtverordnetenbeschluß Vorlage Nr. 51/304 
hat für den Unterabschnitt B 36 00 damit seine Er 
ledigung gefunden 
Berlin, den 30. September 1047 
Magistrat von Groß-Berlin 
Dr. Friedensburg Theuner 
501. Mitteilung — zur Kenntnisnahme — über 
Staatliche Schlösser — Haushaltsplan 
1847, Unterabschnitt C 32 07 — Vorlage 
Nr. 51/364 — 
Die Stadtverordnetenversammlung nimmt von 
dem nachstehenden 'Bericht über die Ausnutzung und 
Verwendung der staatlichen Schlösser Kenntnis und 
erklärt den Beschluß der Stadtverordnetenversamm 
lung vom 14. 7. 1947 — Vorlage Nr. 51/364 — be 
züglich Unterabschnitt C 32 07 für erledigt. 
Ausnutzung und Verwendung der staatlichen 
Schlösser: 
Die der Abteilung für Volksbildung beim 
Magistrat von Groß-Berlin übertragene treuhände 
rische Verwaltung der ehemaligen staatlichen 
Schlösser und Gärten umfaßt die kunstpflege 
rische Betreuung folgender'Objekte: 
1 Schloß Berlin (sowjetischer Sektor 
2. Schloß Charlottenburg (britischer Sektor 
3 Jagdschloß Grunewald (amerikanischer Sektor 
4. Pfaucninsel, 
1. Das Schloß Eetlin ist hinsichtlich seiner wirt 
schaftlichen Verwaltung durch Befehl der SM A 
seit 25. 4. 1947"aus dem Amtsbereich des Finanz 
amtes für Liegenschaften hcrausgenornmen und 
der ..Deutschen Treuhandslelle zur Verwaltung 
des sequestrierten und beschlagnahmten Vermögens 
im sowjetischen Sektor Berlin“. Berlin W 8. 
Französische Straße 15. unterstellt worden. Der 
Abteilung für Volksbildung sind eine Anzahl 
Räume für das Kunslgewerbe-Museum sowie 
Diensträume der Verwaltung der ehemals staat 
lichen Schlösser und Gärten kostenlos zur Ver 
fügung gestellt worden. Zur Zeit schweben Ver 
handlungen mit der Deutschen Treuhandstelle, 
die Verwaltung des Berliner Schlosses ab 1. 10 
1947 dem Magistrat von Groß-Berlin — Abteilung 
für Volksbildung — zu übertragen, die kurz vor 
ihrem Abschluß sichen. 
Das Schloß Berlin ist so zerstört, daß cs als 
geschlossenes, musealverwertbares Gebäude auf 
gehört hat zu existieren. 
Am besten ist der nordwestliche Teil erhalten, 
in dem das Kunstgewerbemuseum der ehemals 
Staatlichen Museen unlergebracht ist und in dem 
sich größere Ausstellungsräume in zwei Stock 
werken (darunter der wiederhergestellte ..Weiße 
Saal“' befinden. In diesen Sälen haben schon ver 
schiedene Ausstellungen stattgefunden, so z. B. 
Prof. Scharouns Entwurf für den Wiederaufbau 
Berlins und die französische Gemäldeausstellung. 
Zur Zeit befindet sich dort eine aus Objekten der 
ehemals staatlichen Museen zusammengestellte 
Ausstellung „Wiedersehen mit Museumsgut“. Da 
die Kälte des Winters sich ungünstig auf den 
Besuch auswirkte, ist die Ausstellungsd^uer ver 
längert worden. Es werden besondere Führungen 
für die Betriebe. Schulen und den FDGB ver 
anstaltet. Nach Abschluß dieser Ausstellung sind 
weitere Ausstellungen aus den Beständen der 
ehemals Staatlichen Museen geplant. 
Der Südwestflüge] mit dem ..Staatsratsaal“ 
von 1810 ist vom Finanzamt für Liegenschaften 
an eine Baufirma vermietet worden, doch soll 
versucht werden, den großen und repräsentativen 
Saal, der relativ wenig beschädigt ist. für 
museale Zwecke zurückzugewinnen. 
Im Berliner Schloß befinden sich auch Büro 
räume der Verwaltung der ehemals Staatlichen 
Schlösser und Gärten (Abteilung für Volks 
bildung) und des Amtes für Denkmalpflege (Ab 
teilung für Bau- und Wohnungswesen). 
2. Das Schloß Charlottenburg wird nach wie vor 
vom Finanzamt für Liegenschaften bewirtschaftet, 
das seinerseits für die im britischen Sektor befind 
lichen Objekte der Abteilung „Property Control“ 
der britischen Militärregierung Berlin-Charlotten- 
burg, Reichskanzlerplatz. verantwortlich ist Die 
Gesuche der Abteilung für Volksbildung, das 
Schloß Cbarlotlenburg selbständig verwalten zu 
dürfen, sind von dieser Stelle bisher abgelehnt 
worden. 
Die Abteilung für Volksbildung hat eine be 
stimmte Anzahl von Räumlichkeiten des Schlosses 
(25 im rechten und 11 im linken Flügel) vom 
Finanzamt für Liegenschaften für museale Zwecke 
kostenlos zur Verfügung gestellt erhalten. Zwei 
Wohnungen und ein Keller sind vom Finanzamt 
für Liegenschaften anderweitig vermietet. 
Die wertvollsten Teile des Schlosses, darunter 
die Goldene Galerie, sind zerstört. An Inventar 
sind — wenn man die Verlagerungen nicht ein 
rechnet — etwa 100 Gemälde. 80 Möbelstücke und 
eine größere Menge Porzellan vorhanden. 
Die Reslaurierungsarbeiten konzentrieren sich 
auf den östlichen und westlichen Flügel. Im 
Miltelgehäudc könnte vielleicht später ein ge 
deckter Gang zur Verbindung der beiden Flügel 
geschaffen werden. 
Im Ostteil des Schlosses sind auf Anweisung 
und mit Hilfe der britischen Militärregierung 
eine Reihe von Bäumen, darunter die ..Eichene 
Galerie“ beschleunigt wiederhergestellt worden 
In diesen Räumen fand bis zum 20. 1. d. J. die 
Ausstellung ..Das neue Buch“ und vom 15. bis 
31 8 1947 die Ausstellung „Baustoffe im britischen 
Sektor Berlins“ statt. 
Nach Abschluß dieser Ausstellungen sollen dir 
Reslaurierungsarbeiten fortgesetzt werden. 
Nach Beendigung dieser Arbeiten ist das 
Seh'oß Charlottenburg zweifellos berufen, eine 
wichtige Bolle im Berliner Kulturleben zu 
snieien. Es wäre nämlich im Hinblick auf den 
katastrophalen Mangel an musealen Ausstellungs 
räumen der einzige künstlerisch wertvolle Ge- 
häudekomntes. der sich für Ausstellungen und 
A r erarslaltungen kultureller Art eignet. 
Es sind geplant: 
1 Wechselnde Ausstellungen der Museums 
schätze der ehemals Staatlichen Museen (mit 
besonderer Erlaubnis zur Überführung der 
Gegenstände aus einem Sektor in den anderen). 
2. Ausstellungen der Schloßräume mit Mobiliar 
als ..Stilmuseum“ (Beispiele für die Wohn 
kultur einzelner Stilperioden), 
3. Künstlerische A’eranstallungen (Konzerte, 
literarische Abende usiwi). 
Für die unter 3 genannten Veranstaltungen 
würde sich besonders die „Eichene Galerie“ 
eignen, die etwa 300 Personen faßt. 
3. Die Objekte im amerikanischen Sektor Berlins. 
Jagdschloß Grunewald und Plaueninsel nehmen 
eine Sonderstellung ein. da ihre Verwaltung laut 
Anordnung des „Finance and Property Control 
Office of Military Government U S. Berlin Distrikt“ 
vom 8 1. 1946 vom Finanzamt für Liegenschaften 
der Abteilung für Volksbildung übertragen wurde. 
Das früher zur Pfaueninsel gehörende Restaurant, 
auf dem anderen Havelufer untersteht jetzt dem
	        
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