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Volume 66 (452)

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 51-100 (Public Domain)

Beschluß der Stadtverordnetenversammlung 
vom 7. 8. 1947 
[38) 
1. Die Verhandlungen über Kohlen mit der 
Polnischen Militärmission schnellstens zum 
Abschluß zu bringen und dem Parlament in spätestens 
4 Wochen Bericht zu erstatten. 
Die der Abteilung Wirtschaft von der Polnischen 
Militärregierung übergebenen Angebote werden in 
Warschau geprüft. Zur Durchführung einiger Auf 
träge ist bereits die Erlaubnis erteilt worden. Es 
HI. Abteilung 
Beschluß der Stadtverordnetenversammlung 
, vom 7. 8. 1947 
(4) Um die Schwierigkeiten zu verringern, die der Be 
völkerung aus Mangel an Kartoffeln und durch die 
Vorgriffe auf ihre Brotrationen entstanden sind, wird 
der Magistrat beauftragt, mit der Alliierten Kommandantur 
über eine Sonderzuweisung an Kartoffeln zu verhandeln. 
(5) Der Magistrat wird beauftragt, mit der Alliierten 
Kommandantur zu verhandeln: 
(6) 
1. daß die tägliche Ration von Speisekartoffeln 
auf 600 Gramm heraufgesetzt wird : 
(7) 
2. daß die Zuteilung von Fisch nicht auf die 
zustehende Fleischmenge angerechnet wird. Unter 
Fisch sind auch Marinaden, Fischsalat usw. zu ver 
stehen. 
[8j Die Alliierten Mächte sind zu bitten, die Herstellung 
von Branntwein so lange zu unterbinden, bis die Kartoffel 
mengen unter Beachtung der erhöhten Rationen sicher- 
gestellt sind. Da das Risiko der Kartoffeleinlagc- 
rung nicht einseitig dem Verbraucher zugemutet werden 
kann, ist eine Einlagerung von Kartoffeln für den Privat 
haushalt freizustellen. 
Der Magistrat wird beauftragt, mit der Alliierten 
Kommandantur zu verhandeln: 
(9) 
1. daß die freien Spitzen des Gemüse 
marktes vordringlich den Werkküchen zugeleitt-t 
werden, 
(10) 
2. daß die Erträge der Stadtgüter restlos der 
Stadt Berlin zur Verfügung gestellt werden. 
— Diese Aufgaben sind nur den Ernährungsämtern 
zu übertragen. — 
(U) 
3. daß die Lebensmittelbevorratung von 
2 Wochen auf 4 Wochen erhöht wird, damit die I er 
sorgung durch Witterungseinflüsse nicht gefährdet wird. 
IV. Abteilung Bau- 
Beschluß der Stadtverordnetenversammlung 
vom 7. 8. 1947 
(19) Um die Bevölkerung vor Wintergefahren zu 
sichern und den Wohnraum zu erhalten, sind alle vor 
handenen und eingehenden Baumaterialien in den nächsten 
3 Monaten für die Winterfestmachung von Wohnungen, 
insbesondere für die Beseitigung von Dachschäden, zu ver 
wenden. Die angefangenen Bauten der lebensnotwendigen 
Betriebe sind fortzuführen. Die Bewag und die Gasag ge 
hören bezüglich ihres Bauprogramms zu den lebensnotwen 
digen Betrieben. 
handelt sich um zwei Objekte der Elektroindustrie 
in der Höhe von 3,4 Milt. RM, in Dollar umgerechnet, 
etwa 1,2 Milt. Dollar. Die Polnische Militärregierung 
will weitere Lieferwünsche Ln 8 bis 10 Tagen bekannt 
geben. 
Am 25. 9.1947 wurde mitgeteilt, daß für das nächste 
Quartal 50 000 t Staubkohle geliefert werden könnten, 
außerdem 400 l gesalzener Dorsch, 115 t gesalzenes 
Dorschlilel, 162 t frischer Dorsch. 60 l Süßwasser 
fisch und monatlich 500 t Marmelade. Lieferungs 
beginn 6 Wochen nach Bestellung. 
Ernährung 
Zur Verbesserung der unerträglichen Lebensverhältnisse 
der Berliner Bevölkerung sind folgende Erstmaßnahmen 
erforderlich: 
Der Magistrat wird beauftragt. mit der Alliierten 
Kommandantur zu verhandeln: 
(12) Die Tagesration für Zucker ist auf 30 Gramm 
zu erhöhen, 
(13) der Wassergehalt des Brotes ist auf 
den Normalsatz herabzusetzen. 
(14) An, Brotaufstrich sind an dir Einwohnerschaft 
aller Sektoren täglich 13 Gramm Marmelade und 
10 Gramm Kunsth o n i g ohne Anrechnung auf die 
Zuckerzuteilung zu gewähren. 
(13) Sobald die Lcbensmittellage~ es irgend zuläßt, ist 
die generelle Verpflegung der Bevölkerung auf 
der Basis der G r u p p c II unter Fortfall der Lebensmittel 
karte UI durchzuführen. 
(16) Für körperliche Schwerstarheiter sind Sonder 
zulagen zu gewähren. 
(17) Der Oberbürgermeister wird ferner beauftragt, 
mit den lhindern der Ostzone und der SMA darüber zu 
verhandeln, daß durch landwirtschaftliche Genossenschaften 
der Ostzone freie Spitzen zur Versorgung von II erk- 
kantinen und zum • I erkauf auf freien Märkten erfaßt 
werden. 
(18) Bei den Verhandlungen soll den 1 .ändern der 
Ostzone. vorgeschlagen werden, daß für die landwirtsrhajt- 
liche Bevölkerung Gebrauchs- und Bedarfsgegenstände ge 
liefert werden können. 
In Durchführung der Beschlüsse (4; — (18) der 
Stadtverordnetenversammlung hat die Abteilung für 
Ernährung am 30. August 1047 eine ausführliche Ein 
gabe über die Lebensmittelversorgung der Berliner 
Bevölkerung an die Alliierte Kommandantur gerichtet, 
deren Inhalt im llauptausschuß vorher beraten 
worden ist. Gemäß Beschluß des Hauptausschusses 
vom 3. September 1047 wird zunächst von einer Ver 
öffentlichung abgesehen. 
und Wohnungswesen 
(20) Der Einsatz der Baufirmen und die Bereitstellung 
der Arbeitskräfte müssen dabei nach einem einheitlichen 
Plan erfolgen. Die Arbeitsämter sind zu verpflichten, sofort 
festzustellen, wieviel Arbeitskräfte vorhanden sind und 
wieviele sich im fachfremden Arbeitseinsatz befinden. 
Als Vertreter der Abt. Ban- und Wohnungswesen gab 
Herr Starck folgenden Überblick älter die für den nächsten 
Winter erforderlichen Mengen an Baumaterialien : 
Im sowjetischen Sektor bestellt für den allerdringend 
sten Bedarf an Dachreparatunnaterial eine Anforderung 
von rd. 0 Mill, Dachsteinen. Die bisherigen Zu-
	        
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