Path:
Volume 66 (452)

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 51-100 (Public Domain)

Standpunkt gestellt, als Kostenträger nur Haushalts 
mittel der Stadt in Ansatz zu bringen, um alle 
Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. 
Ein genereller Übergang von der 48-Stunden- 
zur 40-Stunden-Woche bedeute eine Auf 
hebung der Kontrollratsdirektive Nr. 26. in der die 
48-Stunden-Woche vorgeschrieben ist. Die Alliierte 
Kommandantur müsse daher um eine Abänderung 
der Kontrollratsdirektive gebeten werden. 
Für die Arbeitslosenunterstützung sind im Etat 
30 Millionen Mark vorgesehen. Ob dieser Betrag 
ausreichen wird, läßt sich noch nicht übersehen. Im 
vergangenen Jahr waren von der Alliierten Komman 
dantur 40 Millionen Mark bewilligt. Es wurden aber 
nur 12—13 Millionen Mark gebraucht. Die Ausgabe 
wird sich in diesem Jahr erhöhen, da die Sätze höher 
sind und die Arbeitslosenhilfe früher in Kraft tritt. 
II und VI., Abteilung Wirtschaft 
Beschluß der Stadtverordnetenversammlung 
vom 7. 8. 1947 
(2) Die Belieferung und Bevorratung mit IV in t er 
höh l e n hat nach sozialen und wirtschaftlichen Gesichts 
punkten zu erfolgen. Dabei sind folgende Dringlichkeits 
stufen zu berücksichtigen: 
a) lebensnotwendige Betriebe. 
b) Krankenhäuser, Heime, Fürsorgestellen, Schulen, 
c) Hausbrand, 
d) übrige Betriebe. 
(3, erster Satz) Die Belieferung und besonders die Bevor 
ratung nicht lebenswichtiger Betriebe, z. B. Theater und 
Kinos, darf erst dann erfolgen, wenn die Belieferung der 
vorgenannten Gruppen durchgeführt ist. 
Der Beschluß der Stadtverordnetenversammlung 
vom 7. 8. d. J. ist, nach einem schriftlichen Bericht 
der Abteilung Wirtschaft, soweit er die Belieferung 
und Bevorratung mit Winlerkohlen betraf, dem Herrn 
Präsidenten der Brennstoffversorgungskommission 
der Alliierten Kommandantur am IQ. 8. 1947 mit der 
Bitte um Genehmigung zur Kenntnis gebracht worden. 
Diese steht bis heute noch aus. 
Von April bis Ende August 1947 sind insgesamt 
gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres rund 
140 000 t Steinkohleneinheiten mehr eingegangen. 
Trotzdem ist der Status vom 1. 9. d. J. gegenüber 
dem Vorjahre ungünstiger, weil im letzten Winter 
praktisch alle Bestände verbraucht und sogar Mengen 
entliehen wurden, über die die BCKO nicht ver 
fügungsberechtigt war. Bis zum heutigen Tage 
konnten die Folgen des letzten Winters noch nicht 
restlos beseitigt werden. 
Die Mehrmengen, die eingegangen sind, sind in 
der Hauptsache durch einen Mehrverbrauch der Ver- 
sorgungsbetriebe in Anspruch genommen worden. 
Dieser Mehrverbrauch ist bei den Gaswerken dadurch 
begründet, daß in der gleichen Zeit des Vorjahres 
ein Teil der gegenwärtigen Verbraucher noch nicht 
wieder an das Netz angeschlossen war. Bei der 
Bewag ist der Mehrverbrauch durch eine Kürzung 
des Fremdstromes entstanden und dadurch, daß durch 
die Reparatur einer Turbine zwangsweise die älteren 
und unrationellen Spitzenwerke stärker ausgefahren 
werden müssen. 
Vorsorglicherweise ist es richtig, daß alle 
Bedarfsträger für Brennstoffe sich darauf einstellen. 
Mehrmengen gegenüber dem Vorjahr jetzt noch nicht 
in Rechnung zu stellen. 
Über die Hausbrandversorgung Berlins sind end 
gültige Entscheidungen noch nicht getroffen worden. 
Voraussichtlich wird diese einerseits auf Grund von 
Sonderverträgen der Alliierten Besatzungsmächte 
erfolgen, andererseits hofft die Abteilung Wirtschaft 
auch auf eine Teilversorgung aus dem Normalplan, 
dessen Unterzeichnung und Bekanntgabe für die Zeit 
ab 1. 7. d. J. in nächster Zeit erwartet wird. 
Beschluß der Stadtverordnetenversammlung 
vom 7. 8. 1947 
[3, zweiter Satz) Es ist dafür zu sorgen und gegebenen 
falls durch Verhandlungen mit den Alliierten Mächten zu 
erwirken, daß zur Heranschaffung von Brennholz 
Treibstoff und Fahrzeuge in ausreichenden Mengen zur 
Verfügung gestellt werden. 
Zur Brennholzversorgung berichtet die 
Abteilung Wirtschaft: 
Seil dem 1. April 1947 sind herangefühi't worden: 
1. im sowjetischen Sektor .... rd. 82 000 rm 
2. im amerikanischen Sektor . . . rd. 128 500 rm 
3. im britischen Sektor rd. 86 500 rm 
4 im französischen Sektor .... rd. 18 800 rm. 
Nach den in den Monaten April und Mai noch 
vorgenommenen Verteilungen durch die Bezirksämter 
verbleibt per 20. 9 ein Eagerbestand 
1. im sowjetischen Sektor von rd. 50200 rm. im 
gleichen Zeitraum des Vorjahres 25 360 rm. 
2. im amerikanischen Sektor von rd. 54 400 rm. im 
gleichen Zeitraum des Vorjahres 4 370 rm, 
3. im britischen Sektor von rd. 58400 rm. im gleichen 
Zeitraum des Vorjahres 2 670 rm. 
4 im französischen Sektor von rd. 10 500 rm. im 
gleichen Zeitraum des Vorjahres 1 785 rm. 
Lagerbestand in allen Sektoren Berlins; 
rd. 473 500 rm gegenüber dem gleichen Zeitraum des 
Vorjahres rd. 34 200 rm. 
Planmäßig sollen zur Auslieferung noch kommen. 
1. im sowjetischen Sektor rd. 420 000 rm + Sonder 
aktion 150 000 rm, 
2. im amerikanischen Sektor noch rd. 60000 rm, 
4. im französischen Sektor noch rd. 40 000 rm. 
Im sowjetischen Sektor werden die planmäßig 
noch mit rd. 420000 rm zur Verfügung gestellten 
Mengen folgendermaßen aufgelöst: 
Rund 200 000 rm sollen von Forstämtern der 
Länder Brandenburg und Mecklenburg in fertig auf 
gearbeitetem Zustand zur Verfügung gestellt werden. 
Der Rest mit rd. 220 000 rm wird in einer Sonder 
aktion durch die Betriebe den Betriebsangehörigen 
mit 1 rm je Haushalt in Selbstw^erbung zur Verfügung 
gestellt Rund 150000 rm sind bereits zur Aufarbei 
tung angewiesen und befinden sich in der Abwicklung. 
Der Befehl vom 15. September stellt der Bevölkerung 
des sowjetischen Sektors weitere 150 000 rm zur 
Selbstwerbung zur Verfügung. Hierfür sind die 
Arbeiten eingeleitet. 
Transportmäßig hat die sowjetische Militär 
administration nunmehr Betriebsstoffmengen in den 
'Mengen zur Verfirnung gestellt, die zu einem Trans 
port von rd. 35 000 rm w-öchentlich notwendig sind. 
Hierbei soll auch auf die Dienstfahrzeuge der Kom 
mandantur zurückgegriffen werden. 
Im amerikanischen Sektor stehen sow'ohl Fahr 
zeuge wie Betriebsstoff in dem Umfange zur Ver 
fügung, daß eine Beförderung von rd. 3000 rm 
wöchentlich mit LKW gewährleistet ist. 
3 im britischen Sektor noch rd. 35 000 rm. 
3
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.