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Volume 16 (107-110/112-118)

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 1-50 (Public Domain)

B e.grü n d u n g : 
lin Interesse der Schaffung eines geeigneten 
Facharbeiternachwuchses ist es nötig, daß der der 
zeitige ungesetzliche Zustand in Ausbildungsfrugen 
beendet wird. Bisher bestand nur für das Handwerk 
in der Gewerbeordnung eine gesetzliche Regelung, 
wahrend der jetzige Gesetzentwurf die Ausbildung 
für alle Berufszweige grundsätzlich regeln soll. Wir 
halten die baldige Verabschiedung dieses Gesetzes 
für dringend notwendig, da infolge der Dcsinduslri- 
alisierung Deutschlands der Facharbeiterausbildung 
eine erhöhte Bedeutung beizumessen ist. Hinzu- 
kommt. daß durch den Ausfall der leistungs 
fähigsten Jahrgänge bei der kommenden Generation 
eine erhöhte Leistung erforderlich ist. 
Berlin, den 24. Februar 1947 
Neu mann Mat tick 
und die übrigen Mitglieder der Fraktion 
der SPD 
117. Antrag 
Betr.: Erziehnngsbelhilien für Schülerinnen in 
Kinderheimen 
Die Stadtverordnetenversammlung wolle be 
schließen: 
Der Magistrat wird ersucht, die Vergütung von 
F.rziehungsschülerinnen in Kinderheimen, Kinder 
tagesstätten und Kindergärten einheitlich festzu- 
setzen. ' 
Für die Bemessung des Entgeltes wird der 
Durchschnitt eines Lehrlingslohnes vorgeschlagen. 
In Kinderheimen, die freie Station geben könnten, 
wäre monatlich ein entsprechendes Taschengeld zu 
gewähren. Die Zahl der Schülerinnen wäre auf je 
eine Schülerin' neben zwei ausgehildeten Kräften 
fest zu setzen. 
Die laufenden Etatsmittel sind entsprechend zu 
erhöhen. 
Begründung 
In jedem Handwerk und sonstigen Beruf ist es dank 
der gewerkschaftlichen Regsamkeit seil jeher üblich, 
den Lehrlingen ein angemessenes Kostgeld zu zahlen. 
Fast für jeden Reruf liegen tarifliche Regelungen 
dafür vor. Für Erziehungsschülerinnen sieht die 
Tarifordnung des Magistrats der Stadl Berlin keine 
Regelung vor. Angesichts der gegenwärtigen wirt 
schaftlichen Notlage besteht für viele Jugendliche 
keine Möglichkeit, sich auf den Erzieherberuf vor 
zubereiten, es sei denn, der Lehrstellenmangel in 
anderen Berufen führe zu einer Behelfswahl. Das ist 
untragbar. , 
Berlin, den 24. Februar 1947 
Neumann Todenhagen 
und die übrigen Mitglieder der Fraktion 
der SPD 
118. Anfrage 
Betr.: Ajbeltslosenkon trolle für Hausfrauen 
Einige Bezirksämter sahen sich veranlaßt, vor 
übergehend die monatliche Stcmpelpflicht für Haus 
frauen aufzuheben. Da die statistische Erfassung 
aller Hausfrauen sowieso gegeben ist. wäre eine sich 
notwendig erweisende Heranziehung zur Arlieit von 
Hausfrauengruppen jederzeit möglich. 
Der Magistrat wird um Auskunft gebeten, ob 
trotzdem die unnötige Belastung der Hausfrauen 
durch die monatliche Abstempelung noch not 
wendig ist. 
Berlin, den 24. Februar 1947 
N e u m a n n M a 111 c k 
und die übrigen Mitglieder der Fraktion 
der SPD 
Der Stadtverordnetenvorsteber 
Su h r 
Berlin, den 24. Februar 1947
	        
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