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Volume 4 (24-45)

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 1-50 (Public Domain)

B e n r ü n d u n u : 
Die Form der kommunal gebundenen Sporl- 
betätigung hat ihren Zweck, die Grundlagen für eine 
freie Sportbetätigung neu zu schaffen, erfüllt. Die 
Zulassung unzähliger kleiner Vereine liegt aber 
weder im Interesse der Sporttreibenden, noch dient 
sic zur wirklichen Förderung des Sportes. Kleine 
Vereine bergen die Gefahr in sich, Brutstätten un 
kontrollierter militaristischer und nazistischer Kreise 
zu werden, die andere Zwecke verfolgen, als die in 
den Satzungen vorgesehenen. Aus diesem Grunde 
halten wir die Form der alle Sportarten umfassenden 
Großvereine, wie sie früher bereits bestanden und 
sich bewährt haben, als die gegebene Form des 
Zusammenschlusses der Sporttreibenden. 
Die Zusammenfassung ln einem Verband hat 
den Zweck, jede schädliche Zersplitterung auszu 
schallen. Damit würde gleichzeitig die Voraussetzung 
für einen späteren überzonalen Zusammenschluß ge 
schaffen, da man sich in den Westzonen gleichfalls 
auf dem Wege zur Errichtung einheitlicher Sport 
verbände beßndet. 
Berlin, den 7. Januar 1947. 
Litke, Maron 
und die übrigen Mitglieder der Fraktion 
v der SED 
30. Antrag 
Betrifft: Ausreichende Versorgung Berlins mit Dünge 
mitteln, Saatgut und G&rtnerglas. 
Die Stadtverordnetenversammlung wolle be 
schließen : 
Der Magistrat wird beauftragt, schnellstens mit 
der Interalliierten Kommandantur wegen recht 
zeitiger und ausreichender Belieferung der Berliner 
Landwirte, Gärtner, Siedler, Kleingärtner und Brach 
landbearbeiter mit Saatgut aller Art. ferner mit 
Stickstoff. Kali, Phosphorsäure, Kalk und Glas für 
Frühbeete bzw, Gewächshäuser zu verhandeln, um 
den Gemüsebau zur besseren Eirnährung der Berliner 
Bevölkerung im Jahre 1947 auf das Stärkste zu 
steigern. 
Begründung: 
Schon während der letzten Kriegsjahre, vor allem 
aber in den beiden Jahren nach der Kapitulation, 
hat die Düngung der Berliner landwirtschaftlichen 
und gärtnerischen Flächen aller Art infolge Mangel 
an natürlichen und künstlichen Düngern erheblich 
nachgelassen, so daß das Naturgesetz vom abnehmen 
den Bodenertrag sich in verhängnisvoller Weise bei 
den letzten Ernten bemerkbar gemacht hat. Dieser 
Minderertrag würde im laufenden Jahre noch 
schlimmer werden, wenn es nicht gelingt, die durch 
den Pllanzenwachslum dem Boden entzogenen vier 
Grundnährsloffe wieder zu ersetzen Die Instand 
setzung der Frühbeete und Gewächshäuser zur An 
zucht von Gemüsejungpflanzen und Frühgemüse ist 
infolge der weitgehenden Zerstörung der Berliner 
Anzuchtbetriebe und im Hinblick auf die Samen 
knappheil vordringlich, bedarf also keiner beson 
deren Begründung. 
Berlin, den 7. Januar 1947. 
Litke, Maron 
und die übrigen Mitglieder der Fraktion 
der SED 
31. Antrag 
Die Stadtverordnetenversammlung wolle be 
schließen: 
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, durch 
Verhandlungen mit der Alliierten Kommandantur die 
Sparkasse der Stadt Berlin ermächtigen zu lassen. 
an die Inhaber von allen Sparkonten zunächst ein 
malig einen Betrag von 100,— HM zur Auszahlung 
zu bringen. 
Berlin, den 7 Januar 1917. 
Litke, Maron 
und die übrigen Mitglieder der Fraktion 
der SED 
32. Antrag 
Die Stadtverordnetenversammlung wolle be 
schließen: 
Der Magistrat wird ersucht, der Stadtverord 
netenversammlung Bericht zu erstatten, welche Maß 
nahmen baldmöglichst getroffen werden können, um 
die ca. 120 000 leichter beschädigten Wohnungen durch 
Vornahme der erforderlichen Dachreparaturen, durch 
ausreichende Fensterverglasung und Reparatur von 
Außenwänden wieder herzuslellen. 
Berlin, den 7. Januar *1947 
Litke, Maron 
und die übrigen Mitglieder der Fraktion 
der SED 
33. Antrag 
Die Stadtverordnetenversammlung wolle be 
schließen; 
Der Magistrat wird beauftragt. 
1. mit der Alliierten Kommandantur Berlin wegen 
der Beseitigung der Karlcnstufe V für Hausfrauen 
zu verhandeln. 
2. und erneut zu prüfen, welche Maßnahmen ge 
troffen werden können, um die Jugendlichen von 
14 bis 18 Jahren auch mit Sonderzuteilungen zu 
versehen 
Begründung: 
Zu L Die Hausfrauen leisten eine intensive, volks 
wirtschaftlich wertvolle Arbeit, die an keine 
Arbeitszeit gebunden ist. Die Hausfrauen 
tätigkeit ist einer beruflichen Arbeit gleiclizu- 
setzen. Von der anstrengenden Tätigkeit der 
Hausfrauen hängt die Leistungsfähigkeit und 
die Gesundheit der Familienmitglieder wesent 
lich ab. Angesichts dessen ist eine bessere 
Versorgung der Hausfrauen gerechtfertigt. 
Zu 2. Bisher wurden Jugendliche von 14 bis 18 Jahren 
bei keiner Sonderzuteilung berücksichtigt. Sic* 
erhielten weder die für Erwachsene aus 
gegebenen Alkohol- und Tabakwaren, noch die 
für Kinder verteilten Süßigkeiten und Obsl- 
konserven. 
Um diese Ungerechtigkeit der Jugend gegen 
über zu vermeiden, soll in jedem Fall bei einer 
Sonderzuteilung an die gesamte Berliner Be 
völkerung gedacht werden 
Berlin, den 7. Januar 1947. 
Litke, Maron. 
und die übrigen Mitglieder der Fraktion 
der SED 
34. Antrag 
Die Stadtverordnetenversammlung wolle be 
schließen ; 
Um die erwerbslose Jugend in Arbeit zu bringen, 
bestehende Notstände für die arbeitswillige Jugend 
zu beseitigen, werden die zuständigen Stellen beauf 
tragt? nachstehende Sofortmaßnahmen im Rahmen 
einer Aktion „Jagendhüte" durchzuführen; 
1. Die Abteilung für Arbeit wird ermächtigt, in 
engster Fühlungnahme mit dem Sozialamt l'nter- 
stützungsmaßnahmen für Jugendliche durchzn-
	        
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