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Volume 32 (204)

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 1-50 (Public Domain)

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Die flüssigen Mittel umfassen Bar-, Bank- 
und Postscheckbestände. Vor Eintragung der Gesell 
schaft in das Handelsregister wurde der unbare 
Zahlungsverkehr aus ZweckmäDigkeitsgründen über 
das private Bankkonto des damaligen Kassierers ge 
leitet. Die Umsätze auf dem eigenen Bank- und Post 
scheckkonto der Gesellschaft haben wir mit den 
Tagesauszügen der Bank (Berliner Stadtkontor) und 
des Postscheckamtes verglichen und übereinstimmend 
gefunden. 
Zu Beginn unserer Arbeiten am 7.1.1947 nahmen 
wir eine unvermutete Kassenprüfung vor. Über den 
Bestand It. Kassenbuch hinaus wurden in der Kasse 
200,— HM aufbewahrt, die 1t. Auskunft dem FDFB 
für eine strittige Zementlieferung ggf. zurückzuzahlen 
sind, sowie 14.65 RM restlicher Lohn für einen 
inzwischen ausgeschiedenen Arbeiter. Ferner waren 
im Kassenbestand noch nicht gebuchte Belege in Höhe 
von 1828.70 RM enthalten, die bis zum 24. 9. 194C 
zurückreichten und bei ordnungsmäßiger Kassen 
führung hätten gebucht werden müssen (ggf. über 
Verrechnungskonten). Unter den unverbuchten Vor 
schüssen befand sich auch ein Betrag vom 11.12.1946 
über 750,— RM für Zigaretten, von dem durch Um 
lage auf Reisekostenabrechnungen 100,— RM zurück 
vereinnahmt waren. Vgl. hierzu unsere Ausführungen 
in Abschnitt V B über die vorgenommenen Zigaretten 
käufe und ihre Verrechnung. 
Zum Stammkapital verweisen wir auf die 
Ausführungen in Abschnitt II. 
Zur Finanzierung des von einer russischen Einheit 
gekauften Holzes wmrde beim Berliner Stadtkontor 
ein mit 4 v. H. verzinslicher Bankkredit von 
100000,— RM gegen Sicherungsübereignung des 
Holzes aufgenommen, der am Jahresende bis auf 
rd. 57 300.— RM zurückgezahll war. Weiterhin wurde 
ein ebenfalls mit 4 v. H. verzinsliches und beiderseits 
mit 14tägiger Frist kündbares Darlehen von 
30 000.— RM bei Herrn Siegmund Anstreicher, Berlin 
N 58, Stargarder Straße 44, aufgenommen. 
Die als Pfand für Verpackungs 
material vereinnahmten Beträge (1,— RM/Sack 
bzw. 20,— RM/Faß) dürften nicht in voller Höhe zurück 
gefordert werden; insoweit stellen sie eine stille 
Reserve dar (nach Ansicht der Gesellschaft etwa 
20000,— RM). Die sonstigen Verbindlichkeiten um 
fassen rd. 64100,— RM Anzahlungen von Kunden, 
noch nicht beglichenen Kaufpreis von 12 000,— RM für 
die auf dem gemieteten Lagerplatz Mühlenstraße 11 
vorhandenen Baulichkeiten und sonstige im laufenden 
Geschäftsverkehr entstandene Schulden. 
Die Bilanz zeigt das Bild einer sehr knappen 
Finanzierung aus eigenen Mitteln. Vom Gesamt 
kapital entfallen nach Aufrechnung des vorläufig er 
mittelten Verlustes von rd. 18 500 — RM nur 10 v. H. 
auf Eigenkapital (rd. 31 500.— RM). während allein 
im Anlagevermögen bereits 21 v. H. (rd. 65 600,— RM) 
investiert sind. Zur Finanzierung der längerfristigen 
Anlagen mußten daher kurzfristige fremde Mittel 
herangezogen werden. Vor Einzahlung der Gesell 
schaftsanteile half sich die Gesellschaft im wesent 
lichen mit Vorauszahlungen der Kunden und mit 
Lieferantenkrediten. Die Zahlungsbereitschaft er 
scheint angespannt, gibt aber zu Besorgnissen noch 
keinen Anlaß 
B. Erfolgslage 
Das vorläufige Betriebsergebnis 
schließt mit einem Verlust, den wir in der nach 
stehenden Übersicht, ausgehend vom Verkaufserlös. 
entwickeln: 
rd. RM v.H. der 
Erlöse 
Verkaufserlöse 1467800 100,0 
Einkaufskosten abzüglich 
Endbestand 1047 900 71.4 
419 900 28.6 
Transport- und Umschlagkosten . 136 600 9,3 
Bruttoüberschuß 283 300 19,3 
Bruttoüberschuß 283 300 19.3 
rd. RM 
Löhne und Gehälter . . . 187100 
Handlungsunkosten . . . 54 600 
Reisespesen 12100 
Steuern 20 300 
Zinsen 1100 
Abschreibungen auf Anlagen 26 600 301800 20,6 
Verlust 18 500 1,3 
Vor Abzug der Transport- und Umschlagkosten 
ergibt sich ein Überschuß von rd 419900,— RM, der 
in Abschnitt IV A nach den einzelnen Warenarten 
unterteilt ist. Unter Einbeziehung der Transport 
spesen stellt sich der Bruttoüberschuß auf 
rd. 283 300,— RM oder 19,3 v.H. der Verkaufserlöse. 
Unter den nach einzelnen Warenarten nicht 
weiter unterteilten Transport- und Um 
schlagkosten sind Standgelder (rd. 16 900,— RM) 
und Kosten für Überliegetage (rd. 4700,— RM) ent 
halten. die wegen des nicht fristgemäßen Entladens 
der Waggons und Kähne zusätzlich entstanden sind. 
Die Fristüberschreitungen haben sich 1t. Auskunft 
durch den stoßweisen Eingang größerer Mengen Bau 
stoffe ergeben, zu deren Ausladung das erforderliche 
Personal nicht immer sofort zur Stelle sein konnte. 
Auch traten Verzögerungen dadurch ein, daß die von 
der Berliner Expreß GmbH, und anderen Stellen zur 
Verfügung gestellten Arbeitskräfte zuweilen für diese 
schweren Arbeiten ungeeignet waren. 
Am 1.2.1947 ist mit der Berliner Expreß GmbH, 
ein Vertrag abgeschlossen worden, wonach sich diese 
verpflichtet, jederzeit auf Abruf unverzüglich die not 
wendigen Arbeitskräfte für das Entladen zum Einsatz 
zu bringen. Die Expreß GmbH, übernimmt auch das 
Stapeln des Holzes zu einem Pauschalpreis. Es wird 
die Entladung jeder anfallenden Menge innerhalb der 
vorgeschriebenen Entladefrist — mit Ausnahme 
höherer Gewalt — gewährleistet; bei ihrer Über 
schreitung trägt sie die entstehenden Standgelder und 
sonstigen Kosten. 
Den Hauptteil der Betriebsaufwendungen machen 
die Personalkosten aus. Am Jahresschluß 
waren 34 Angestellte (einschließlich Geschäftsführer) 
und 66 Lohnempfänger beschäftigt. Der Personal 
bestand unterlag einem starken Wechsel. Von den 
in den ersten drei Monaten eingetretenen 31 An 
gestellten sind inzwischen 20 wieder ausgeschieden: 
davon waren allein 13 als Einkäufer während einer 
Probezeit von 4 bis 6 Wochen tätig. Am Jahresende 
wurden nur noch 2 Einkäufer beschäftigt. 
Die Bezüge des Geschäftsführers und seiner Ehe- 
frau stellen sich 
wie folgt: 
Dienst- 
tatsächliche 
Unter 
vertT ag 
Bezüge 
schied 
RM 
RM/Monat 
RM 
Herr Welskopf 
TO. A Ib . . 
. . 1048.70 
zuzüglich 20 v. H. zur 
Abgeltung einer 
Alters- und Hinter- 
bliebenenversorg. 209,74 
insgesamt 1258,44 800.— 458,44 
Frau Dr. Welskopf- 
Henrich TO. A I . 731,24 700,- 31.24 
489.68 
Für 9 Monate = rd 4400,— 
Beide haben durch schriftliche Erklärung gegen 
über der Gesellschaft unter Hinweis auf deren 
finanzielle Lage für das Geschäftsjahr 1946 auf die 
ihnen zustehenden überschießenden Beträge verzichtet. 
Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, daß 
Frau Dr. Welskopf-Henrich bereits vor ihrer Ver 
heiratung mit dem Geschäftsführer in die Gesellschaft 
eintrat. Sie versieht das ihr übertragene Sachgebiet 
des Verkehrs mit den zivilen und militärischen 
Dienststellen nach unseren Eindrücken mit Geschick 
und Gewissenhaftigkeit.
	        
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